Amöbenartiges Genossenschaftshaus im Hinterhof

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Da tut sich was im Hinterhof… Vor einigen Wochen konnten wir die Baustelle der Genossenschaft Wohnstadt am Riehenring besuchen. Nachdem jessenvollenweider bereits im Jahre 2013 den ausgeschriebenen Studienauftrag für sich entscheiden konnte, wurde die Fertigstellung durch Einsprachen in die Länge gezogen.

Wo versteckt sich der rechte Winkel? Wohnraum mit wunderbarer Tiefe © Architektur Basel

Der Baukörper nutzt den zur Verfügung stehenden Raum optimal aus. Die Form erinnert ein wenig an eine Amöbe, die Fortsätze bilden jeweils kleine Halbhöfe. Wie das von Miller & Maranta gebaute Hofhaus im Gundeli (Sempacherhof, 2011-2015) wird die Betonstruktur von einer farblich auffälligen Holzfassade eingekleidet. Das Bauwerk verfügt über vier Wohngeschosse, kein Attikageschoss und ein Satteldach mit minimalem Gefälle. Die zentrale Loggia ist das prägende Thema der Wohnungen, die sich geschickt und äusserst effizient um die zwei Treppenkerne schlingen.

Blick ins Bad: Bunte Fliesen und (noch) fehlende Sanitärapparate © Architektur Basel

Ein interessantes Detail sind die schlicht an einer dunklen Stahlstange geführten Vorhänge zur Beschattung der Balkone. Die Tauglichkeit dieser Lowtech-Lösung wird sich weisen. Sie gewährleisten auf einfache Art die oft gesuchte Privatisierung des Aussenraumes ohne zusätzliche Elemente und Technik, wie motorisierte Sonnenstoren. Geschmacksache ist die Wahl der Badzimmerplättli. Farbigkeit in den von weiss dominierten Wohnungsbau zu bringen, befürworte ich. Nach meinem Geschmack hätte man sich eher an Loeliger Strub oder Buol und Zünd orientieren können… Aber wie sagt man: Über Geschmack lässt sich nicht streiten.

Grüne Fassade, grauer Himmel: Loggia mit Vorhangstange © Architektur Basel

Zügelkisten marsch! Bald wird am Riehenring eingezogen. Die 36 Wohnungen sollen am 1. April 2020 finalement bezugsbereit sein. Zum Schluss eine gute Nachricht für alle Wohnungssuchenden: Es gibt noch ein paar wenige freie 3.5-Zimmerwohnungen. Interessierte können sich über www.wohnstadt.ch informieren und anmelden.

Text und Bild: Armin Schärer / Architektur Basel

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