Andreas Bründler: „Unser Jetset-Leben ist jetzt vorbei“ – Monatsinterview #1

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Ab kommendem Herbstsemester wird Andreas Bründler als Gastprofessor im Master an der FHNW in Muttenz unterrichten. An jener Schule also, wo Bründler selbst Anfang der 1990er-Jahre sein Architekturstudium absolviert hatte. Eine mitunter rebellische Phase, wie er im Interview mit Architektur Basel erzählt: „Phasenweise waren wir sehr unzufrieden an der Schule. Ich erinnere mich sogar an einen Sitzstreik unserer Klasse.“

Lukas Gruntz (Architektur Basel): Nach deiner Lehre als Hochbauzeichner hast du von 1989 bis 1993 an der Fachhochschule in Muttenz, damals noch Ingenieurschule genannt, studiert. Was sind deine Erinnerungen ans Studium? Inwiefern hat dich diese Zeit geprägt?
Andreas Bründler: „Zuerst kommt mir der Würfel an der Gründenstrasse in den Sinn. Ich muss eingestehen, dass ich die Schule gehasst habe. In den Räumen auf dem 5. Stock fühlte ich mich irgendwie eingekerkert. Das Raumklima war miserabel. Wir Architekturstudierenden lebten in unserem eigenen Kosmos. Mit den Bauingenieur- und Chemiestudenten hatten wie kaum zu tun, ja nicht einmal mit unseren anderen Mitstudenten. Einmal am Tag sind wir runter in die Mensa. Ich habe mich damals vegetarisch ernährt. Das hat die kulinarische Auswahl ziemlich eingeschränkt. Immerhin hatten wir auf dem Geschoss die Ecke mit dem Blick auf die Stadt Basel. Da wollten wir schliesslich hin. Wir hatten auch mal eine Protestphase, wo wir forderten, dass die Architekturschule in die Stadt verlegt werden sollte.“

„Die Zeit war stark von sozialen Themen geprägt. Architektur wurde als Resultat sozialer Prozesse verstanden. Formale Bescheidenheit wurde gepredigt. Uns haben da die Positionen von Herzog & de Meuron und Diener & Diener viel stärker interessiert. Sie haben die Architektur als formorientierte eigenständige Disziplin bekräftigt.“

Ihr habt bei Michael Alder, dem Gründervater der Architekturschule in Muttenz, studiert. Wie war der Austausch mit ihm? Inwiefern hat er euch beeinflusst?
„Alder hat zwar eine Dominanz ausgestrahlt, dennoch hat er uns kaum erreicht. Irgendwie hat er unsere Klasse gemieden. Wir waren möglicherweise zu eigenständig, zu autonom. Wir haben erst bei Klaus Vogt studiert. Er hat uns Angemessenheit gelehrt und nach dem Sinn der Dinge gefragt. Dann war da eine Dozentengruppe rund um die Metron in Brugg, beispielsweise Otto Scherrer. Wir fanden die Debatte über Architektur insgesamt etwas knapp. Die Zeit war stark von sozialen Themen geprägt. Architektur wurde als Resultat sozialer Prozesse verstanden. Formale Bescheidenheit wurde gepredigt. Uns haben da die Positionen von Herzog & de Meuron und Diener & Diener viel stärker interessiert. Sie haben die Architektur als formorientierte eigenständige Disziplin bekräftigt. Das Klima an der Ingenieurschule war daher nicht besonders inspirierend. Die spannendsten Diskussionen haben innerhalb der Klasse stattgefunden. Dennoch muss ich konstatieren, die Unterrichtsmethodik mit dem Hauptfokus auf die Entwurfsarbeit war für die damalige Zeit einzigartig, besonders im Vergleich zu den anderen Fachhochschulen.“

Das ist interessant. Meinrad Morger hat uns im Interview erzählt, dass ihn die beiden damaligen Pole – oder sagen wir Positionen – zwischen Michael Alder auf der einen Seite und Diener und Herzog & de Meuron auf der anderen Seite extrem angeregt hätten.
„Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Wir waren schon interessiert an Alder, seiner klaren Position, seiner inhaltlichen Stringenz. Aber leider kam es nie zum direkten Dialog mit ihm. Wir waren nie seine Klasse. Phasenweise waren wir sehr unzufrieden an der Schule. Ich erinnere mich sogar an einen Sitzstreik unserer Klasse. Es kam danach zur Aussprache. Michael Alder war erzürnt. Peter F. Althaus, Kunsthistoriker und ebenfalls einer der Gründerväter der Schule, musste vermitteln. Ich weiss nicht mehr genau, wie es am Ende ausgegangen ist. Irgendwann hat sich die Reibung dann aufgelöst…“

„Wir mochten akkurate Tuschepläne, bunte Illustrationen auf schwarzem Grund mit weisser Kreide à la Zaha Hadid. Ausserdem faszinierten uns die Fettkreide-Zeichnungen von Mirsolav Sik. An der Schule in Muttenz bekamen wir trockenes Brot. Wir aber brauchten fetten Stoff!“

Architektur Basel-Redaktor Lukas Gruntz im Gespräch mit Andreas Bründler: „Seid ihr am Wochenende zu den Neubauten von Herzog & de Meuron gepilgert?“ © Armin Schärer / Architektur Basel

Wenn du sagst, dass euch der Diskurs an der Schule wenig inspiriert hat, frage ich mich: Woher kam dann die Inspiration für eure eigenen Arbeiten, eure Entwürfe?
„Wir haben in alle Richtungen geschaut. Die analoge Strömung in der Schweiz war aktuell. Dann aber auch die Schweizer Kiste mit ihrer Einfachheit, Bescheidenheit, Funktionalität. Die neue Sachlichkeit. Ausserdem waren da die Dekonstruktivisten, namentlich Peter Eisenman, Daniel Liebeskind und Zaha Hadid, wobei uns mitunter auch deren grafischen Darstellungen interessierten. Wir waren ja noch absolut analog unterwegs. Wir mochten akkurate Tuschepläne, bunte Illustrationen auf schwarzem Grund mit weisser Kreide à la Zaha Hadid. Ausserdem faszinierten uns die Fettkreide-Zeichnungen von Mirsolav Sik. An der Schule in Muttenz bekamen wir trockenes Brot. Wir aber brauchten fetten Stoff! Wir wollten uns viel breiter orientieren. Heute ist das Normalität, wenn ich beispielsweise an die ETH schaue. Da können die Studierenden zwischen ganz unterschiedlichen Positionen auswählen.“

Du hast vom Klassenzimmer mit Blick nach Westen auf die Stadt gesprochen. Wie wichtig war die Nähe zur Stadt Basel?
„Basel bot uns ein äusserst inspirierendes Umfeld. Herzog & de Meuron und Diener & Diener waren da die wichtigen Protagonisten. Beide Positionen haben uns interessiert. Roger Diener untersuchte mit Akribie die Stadt, baute sie weiter. Eher zurückhaltend, aber dennoch mit einer starken, zeitlosen Sprache. Daneben Herzog & de Meuron mit einer stärker nach Aussen gerichteten Haltung, einer direkteren Zeichenhaftigkeit, wenn ich beispielsweise an das runde Haus am Allschwilerplatz denke. Damals war ihre Architektur sehr tektonisch, feinfühlig und materialbetont. Das war ein guter Humus in Basel und mitunter ein wesentlicher Grund weshalb wir auch hier geblieben sind.“

Andreas Bründler: „Wir sind von Lissabon nach Porto gereist. Das war sehr inspirierend, eine eigentliche Kulturreise. Das könnte ich immer noch empfehlen.“ © Armin Schärer / Architektur Basel

Wenn heute ein neues, spannendes Bauwerk realisiert wird, sehen wir das sofort auf Instagram oder irgendeinem Internetblog. Wie war das damals? Seid ihr am Wochenende zu den Neubauten von Herzog & de Meuron gepilgert?
„Das kam schon vor, dass man am Wochenende zu den Bauten hingepilgert ist – oder sich in eine Baustelle reingeschlichen hat. Daneben hatte das Buch einen wichtigen Stellenwert. Viele Referenzen haben wir bei der Lektüre entdeckt. Insgesamt war die Verarbeitung der Architekturproduktion viel langsamer als jetzt. Die heutige, unlimitierte Erreichbarkeit von Architekturbildern kann man da sehr kritisch sehen. Themen werden auf die oberflächliche Erscheinung reduziert und unreflektiert weitergetragen. Damit werden Dinge direkt reproduziert und nichts Neues kann entstehen.“

Wenn ich auf mein eigenes Studium in Muttenz zurückblicke, waren die Studienreisen unbestrittene Highlights. Wie war das bei euch damals?
„Das war sehr bescheiden. Da gab es vielleicht einmal eine kleine Tour durch das Baselland. Auf der Abschlussreise waren wir in Portugal. Immerhin. Wir sind von Lissabon nach Porto gereist. Das war sehr inspirierend, eine eigentliche Kulturreise. Das könnte ich immer noch empfehlen.“

„Man muss auch nicht alle Bauten in Realität gesehen haben. Ich mag das Mystische des Buches. Ich mag die Manipulation durch den Fotografen. Es gibt dutzende von Bauten und Architekturen, die ich nie in Realität gesehen habe, und die uns und unser Schaffen aber dennoch prägen.“

Heute werden Studienreisen nach Brasilien angeboten… Im Zuge der Klimadebatte muss man sich als Architekt natürlich auch fragen, wie weit man noch reisen darf, um Architektur anzuschauen.
„Ja, unser Jetset-Leben ist jetzt vorbei. Nein, ernsthaft: Man muss auch nicht alle Bauten in Realität gesehen haben. Ich mag das Mystische des Buches. Ich mag die Manipulation durch den Fotografen. Es gibt dutzende von Bauten und Architekturen, die ich noch nie in Realität gesehen habe, und die uns und unser Schaffen dennoch prägen. Gerade durch die besondere Übersetzungsleistung des Fotografen entsteht eine Metaebene, die Allgemeingültigkeit haben kann.“

Wie ging es bei dir nach dem Studium in Muttenz weiter?
„Nach dem Studium habe ich bei Miller & Maranta gearbeitet. Dort stand das Buch als Arbeitsmittel im Mittelpunkt. Es ging um den Fokus der Erinnerung und um die Frage, wie sich daraus das richtige Passstück herleiten lässt. Das war eine stringente Entwurfsmethodik. Wir selbst haben das nicht so stark übernommen. Referenzen sind sicherlich interessant, aber wir versuchen unseren eigenen Filter darüberzulegen, zu abstrahieren, denn letztlich ist nur die Essenz wichtig. Tendenzen und Trends werden heute viel schneller wiederverwertet und verlieren dadurch schnell an Gültigkeit. Deshalb mag ich das Buch. Es lässt Architektur sedimentieren.“

Wenn wir in der Zeit ein paar Jahre nach vorne springen, landen wir bei eurer Gastprofessur an der EPFL in Lausanne in den Jahren 2008 und 2009. Wie war dieser Rollenwechsel?
„Die Erfahrung in Lausanne waren zuerst einmal von den äusseren Bedingungen bestimmt, dem französisch geprägten Kulturkreis. Wir sind dort abgetaucht in eine andere, spannende Welt und konnten uns fokussieren. Der Campus mit dem wunderbaren Blick auf den See, die Berge dahinter. Wir haben oft in Lausanne übernachtet. Die Einladung für die Gastprofessur erfolgte ziemlich spontan, das war für uns daher ein grosses Experiment. Das verstanden wir dann auch inhaltlich so. Das erste Semester entstand unter dem Titel „hotel animal“, ein Hotel für Mensch und Tier – oder zur Beobachtung von Tieren. Hierbei interessierte uns die empathische Auseinandersetzung zwischen Menschen und Tieren und wie sich das räumlich artikulieren lässt. Das war sehr inspirierend und erfolgreich. Titel des zweiten Semesters war „house of sound“. Wir versuchten räumliche Konfigurationen von der Musik her zu denken. Das Semester wurde von einem Komponisten unterstützt. Die Studierenden entwickelten ihren Entwurf von der Musik her, die sie permanent begleitete. Das war auch sehr spannend.“

Danach wart ihr von 2010 bis 2012 als Gastprofessoren an der ETH tätig. Wie war die Zeit auf dem Hönggerberg?
„Zuerst habe ich das zusätzliche Engagement in Zürich eher als Doppelbelastung empfunden. In der Zeit hat unser Büro expandiert und wir wurden somit an beiden Orten stark beansprucht. Die zwei Jahre in Zürich haben wir aufbauend organisiert mit einer Gesamtoptik. Uns ging es darum, die Studierenden aus ihrem gewohnten kulturellen Umfeld zu entführen und unter anderen Bedingungen arbeiten zu lassen. Erst reisten wir nach China, genauer nach Shanghai. Die Studierenden sollten Erfahrungswerte hinterfragen und dadurch einen freieren Umgang mit architektonischen Themen entwickeln. In den vier Semestern haben wir jeweils in einem anderen Kontext gearbeitet. Nach Shanghai waren wir in Downtown Los Angeles, der griechischen Kykladeninsel Delos und zuletzt in Tel Aviv. Die Studienreisen waren dabei immer an den Entwurfskurs gekoppelt. Die Untersuchungen der Studierenden vor Ort waren uns wichtig.“

„Wir mussten lernen, dass Erfahrungswerte einschränken können. Der Dialog mit den Studierenden hat uns dazu angeregt, unsere eigene Position immer wieder zu hinterfragen. Das war enorm wertvoll.“

Du hast die Frage der Doppelbelastung kurz angeschnitten. Ich stelle mir das ziemlich anspruchsvoll vor, neben der Professur an einer Schule wie der ETH das eigene Büro am Laufen zu halten. Inwiefern hat die Lehrtätigkeit den Büroalltag dennoch bereichert?
„Wenn man den Alltag verlassen kann, ist das eine wunderbare Sache. Zürich ist ein ganz anderer Kosmos wie Basel. Die Möglichkeiten an der Schule übergeordneten Fragen nachzugehen, ist extrem bereichernd. Sich fragen zu können, wohin die Reise eigentlich geht oder wohin sie gehen soll. Dinge zu denken, die es so noch nicht gibt, die Normen zu hinterfragen. Das haben wir an der Lehrtätigkeit sehr geschätzt.“

Andreas Bründler wird ab Herbst 2020 Gastprofessor an der FHNW: „Ein Experiment? Sicherlich!“ © Armin Schärer / Architektur Basel

Was habt ihr von den Studierenden mitgenommen? Was habt ihr von ihnen gelernt?
„Wir hatten an beiden Orten immer ziemlich durchmischte Gruppen. Das waren bunte Haufen auf unterschiedlichen Niveaus und mit unterschiedlicher kultureller Herkunft. Wir fanden es toll, auf Überraschendes, Frisches, Unausgegorenes zu reagieren. Wir mussten lernen, dass Erfahrungswerte einschränken können. Der Dialog mit den Studierenden hat uns dazu angeregt, unsere eigene Position immer wieder zu hinterfragen. Das war enorm wertvoll.“

Wie war der Dialog mit den anderen Lehrstühlen und Professuren?
„An der ETH haben wir beobachtet, dass viele Professuren versuchten einen kontrollierten methodischen Fokus zu etablieren. Wir waren da viel offener. Wir haben mit dem gearbeitet, was von den Studierenden kam, natürlich in einem geführten Aufbau. Wir wollten sie auf ihrem eigenen Weg unterstützen und ihnen keine didaktische Rezeptur verschreiben. Bei unseren Abgaben gab es beispielsweise wenig formale Vorgaben, was Pläne oder Modelle anbelangte. Bei uns sahen die Abgaben daher immer ziemlich heterogen aus. Wir haben den Dialog und die Arbeit am individuellen Konzept ins Zentrum gerückt.“

Vergangenes Jahr hast du zudem an der Münster School of Architecture unterrichtet. Worum ging es dort?
„Ich habe eine sogenannte Stehgreifarbeit begleitet. So funktioniert bei ihnen das Diplomsemester.“

Was muss man sich unter einer Stehgreifarbeit vorstellen?
„Externe Professoren oder Mentoren formulieren eine Fragestellung. Die Studierenden wählen pro Semester zwei bis drei solche Aufgaben aus. In meinem Fall sind rund zwölf Studierende nach Basel gekommen und haben sich mit der gestellten Aufgabe einer programmatischen Nachverdichtung des Erlenmatt-Areals beschäftigt. Ich habe sie hier eine Woche lang eng begleitet. Danach sind sie zurück nach Münster gefahren und haben innerhalb dreier Wochen das Projekt finalisiert, mit begleitenden Kritiken meinerseits. Die Arbeiten habe ich dann in Münster abschliessend beurteilt. Das war eine interessante Erfahrung, besonders wegen der Fokussierung durch die bewusst kurze Arbeitsphase.“

Kubuk FHNW Campus Muttenz von pool Architekten © Architektur Basel

Ab Herbst 2020 in Andres Bründler hier zu Gast: Der imposante Kubuk in Muttenz © Architektur Basel

Ab Herbst wirst du als Gastprofessor nach Muttenz zurückkehren. Du übernimmst einen Entwurfskurs im Master. Damit schliesst sich sozusagen ein Kreis. Vom Student zum Professor. Freust du dich auf deine Rückkehr?
„Von Rückkehr würde ich nicht unbedingt sprechen. Für mich ist die FHNW in Muttenz ein neuer Ort – nicht nur wegen des Neubaus. Wir hatten in den Jahren nach dem Studium keine starken Banden zur Schule. Insofern würde ich wirklich nicht von einer Rückkehr sprechen.“

Trotzdem hat die Schule in Muttenz gewisse Eigenheiten erhalten. Ich denke an die überschaubare, familiäre Grösse. Alle sind nach wie vor per Du miteinander. Jede kennt jeden. Die legendären Semesterendpartys…
„Ausserdem wird immer noch konsequent deutsch gesprochen. Das zeichnet die Schule in Muttenz sicherlich aus. Ich war kürzlich an der Fachhochschule in Luzern, wo viel Englisch gesprochen wurde.“

Was sind deine inhaltlichen Ziele? Darf man ein Bründler‘sches Experiment erwarten?
„Ein Experiment? Sicherlich! Das nehme ich gerne als Fragestellung mit… Der Master hat das übergeordnete Thema „Haus, Siedlung, Landschaft“. Die drei Themen werden auf Susanne Véscey, Dominiqué Salathé und mich aufgeteilt. Wir suchen gemeinsam ein geografisches Feld, das wir danach einzeln mit unseren Studierenden jeweils aus der entsprechenden Perspektive bearbeiten. Im besten Fall entsteht aus den unterschiedlichen Ansätzen und Arbeiten am selben Ort ein dreifacher Lerneffekt. Das ist eine spannende Ausgangslage. Dank den kleinen Studentengruppen erhoffe ich mir, in die Tiefe der Thematik eintauchen zu können.“

„Mich interessieren die Nebenschauplätze, abseits der allgegenwärtigen Entwicklungsgebiete, wie dem Klybeck oder Lysbüchel. Hier sind erste Weichen ja bereits gestellt. Ich möchte lieber grössere Tendenzen aufspüren, abbilden und mitprägen.“

Und wie verstehst du deine Rolle als Gastprofessor?
„Als Gast werde ich natürlich auch meinen eigenen Input, die Erfahrung aus der eigenen Praxis einbringen können. Eine Prägung Buchner Bründler soll spürbar sein, aber in einem integrativen Verständnis – nicht als Sololauf.“

Andreas Bründler: „Eine Prägung Buchner Bründler soll spürbar sein, aber in einem integrativen Verständnis – nicht als Sololauf.“ © Armin Schärer / Architektur Basel

Und um welche konkreten Themen soll es gehen? Um welche geografischen Gegebenheiten?
„Die Auseinandersetzung mit Bestandesstrukturen könnte ein Themenfeld sein. Basel weist eine Reihe interessanter Transformationsgebiete auf. Das wäre sicherlich von Interesse. Der zusammenhängende Blick der Entwicklung Basels interessiert mich. Es wäre spannend, dies im Rahmen der Arbeit an der Schule vertieft zu betrachten und den Studenten eine übergeordnete Optik vermitteln zu können. Mich interessieren aber auch die Nebenschauplätze, abseits der allgegenwärtigen Entwicklungsgebiete, wie dem Klybeck oder Lysbüchel, hier sind erste Weichen ja bereits gestellt. Ich möchte lieber grössere Tendenzen aufspüren, abbilden und mitprägen.“

Interview: Lukas Gruntz / Architektur Basel
Fotos: Armin Schärer / Architektur Basel



Andreas Bründler wird Gastprofessor im Masterstudiengang Architektur der FHNW in Muttenz

Das Institut Architektur der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW lädt neu Gastprofessorinnen und Gastprofessoren ein, die ein Jahr lang neue Impulse im Masterstudiengang setzen. Der Basler Architekt Andreas Bründler startet das neue Format.

 

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