«attraktives und vielfältiges Stadtquartier» – Architekten sagen JA zu Volta Nord

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Der Abstimmungskampf ist in vollem Gange. Wie soll das Areal „Volta Nord“ künftig aussehen? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Der Gewerbeverband fordert ultimativ den Erhalt der Gewerbeflächen. Linke Parteien, aber auch die LDP und die Handelskammer unterstützen den Bebauungsplan, der eine Mischnutzung von Gewerbe und Wohnen vorsieht. Nun beziehen auch die Architekten Stellung: Der BSA Basel (Bund Schweizer Architekten) setzt sich für eine Transformation des bisher industriell genutzten Lysbüchel-Areals in ein „attraktives und vielfältiges Stadtquartier“ ein.

Status quo: Das Lysbüchel-Areal zwischen Bahngeleisen, Novartis-Campus und Wohnhäusern © Google

Die Stadtentwicklung im äusseren St. Johann habe in den letzten 20 Jahren eine Aufwertung des ehemals industriell geprägten Quartiers in Gang gesetzt, die zu begrüssen sei. „Die unterirdische Verlegung der Nordtangente als Verbindung der Autobahnen Frankreichs, Deutschlands und der Schweiz, der Wandel des Novartis Campus vom Produktionsstandort der chemischen Industrie zum hochkarätigen Forschungs- und Verwaltungsstandort sowie die grossmassstäblichen Wohnbauten städtischen Gepräges am Voltaplatz haben zu dieser Entwicklung beigetragen“, schreiben die Architekten. Die Veränderungen machen auch vor dem Lysbüchel-Areal nicht Halt und schaffen neue Entwicklungsmöglichkeiten für das Gebiet.

Im VoltaNord entstehen öffentliche Grünflächen und Naturräume auf mehr als 22’000 Quadratmetern und ein Quartierplatz von 4000 Quadratmetern Fläche. © Raumgleiter

Viel Freiraum: Im VoltaNord entstehen öffentliche Grünflächen auf mehr als 22’000 Quadratmetern und ein Quartierplatz von 4000 Quadratmetern Fläche © Raumgleiter

Abgestützt auf eine Testplanung sieht der Bebauungsplan für das Lysbüchel-Areal eine Mischnutzung aus Gewerbe und Industrie im nördlichen Teil und dringend benötigten Wohnraum im südlichen Bereich mit eine Steigerung der heute sehr geringen Bruttogeschossflächen vor. „Diese Mischnutzung erachten wir für sinnvoll. Die mit der Stadtplanung der 1960er Jahre begonnene Trennung von Arbeiten und Wohnen hat sich als Sackgasse erwiesen und beschert uns täglich Verkehrsprobleme mit Staus und überfülltem ÖV“, argumentiert der BSA. Durch die verbesserte heutige Bauweise können mögliche gegenseitige Störungen minimiert werden. Im Lysbüchelareal sei zudem eine Mischzone aus Dienstleitung und Gewerbe als Pufferzone zwischen der emissionsintensiven Industrie im Norden und der Wohnzonen im Süden vorgesehen. „Es wird Zeit, dass wir die strikte Trennung der Funktionen aufgeben und zu einer lebendigen und vielschichtigen Nutzung der Stadt zurückkehren,“ fordern die Architekten – und setzen sich damit für ein JA am 25. November ein.

Lysbüchel © Baudepartement Basel

So sehen die Eigentumsverhältnisse auf dem Areal aus © Baudepartement Basel

Es geht den Architekten aber auch um die übergeordnete Frage der Verdichtung, als Reaktion auf die fortschreitende Zersiedelung der Landschaft. „Die höhere Nutzung des städtischen Bodens ist folglich angezeigt und auf dem Lysbüchel-Areal auch sinnvoll.“ Der BSA Basel unterstützt den Bebauungsplan und erachtet die anstehende Entwicklung als unabdingbar für ein attraktives Wohn- und Arbeitsquartier.

Text: Lukas Gruntz / Architektur Basel

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