Bruderholz: Grosser Rat gibt grünes Licht für Wohnüberbauung von Morger Partner

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Auf dem Areal des SRF-Studios auf dem Basler Bruderholz sollen neuen Wohnungen entstehen. Die entsprechende Zonenänderung und den Bebauungsplan wurden vom Grossen Rat gutgeheissen. Damit hat die Bebauung mit insgesamt 48 Wohnungen von Morger Partner Architekten eine wichtige politische Hürde genommen.

Einziger Streitpunkt im Parlament betraf die Residenzpflicht für künftige Eigentümer: Für den Fall, dass Eigentumswohnungen entstehen, wurde von der zuständigen Kommission mit knapper Mehrheit eine Residenzpflicht für Käufer in die Vorlage aufgenommen. So soll der dort erwartete hochwertige Wohnraum auch entsprechend guten Steuerzahlern zur Verfügung stehen. Die LDP wollte das verhindern und beantragte sie Streichung der Residenzpflicht. Der Antrag wurde mit 50 gegen 36 Stimmen abgelehnt.

Modellbild Wohnen Studio Basel Bruderholz © Morger Partner

Modellbild  © Morger Partner

Grund für die Neubebauung des Areals ist der Umzug des Radiostudios ab diesem Frühling ins Meret Oppenheim-Haus von Herzog & de Meuron. Am heutigen Standort auf dem Bruderholz soll eine Wohnüberbauung für gehobene Ansprüche entstehen: „Zwei dreigeschossige Zeilenbauten, inspiriert von der umgebenden Siedlungstypologie der Reiheneinfamilienhäuser, passen sich in der Höhenstaffelung wie auch in der Geometrie der Grundrissfigur in den Kontext ein“, beschreiben Morger Partner Architekten ihr Projekt.

Situationsplan Wohnen Studio Basel Bruderholz © Morger Partner

Situationsplan © Morger Partner

Der stringente Entwurf von Morger und Partner in Zusammenarbeit mit Fontana Landschaftsarchitektur überzeugt mit der städtebaulichen Setzung von zwei gestaffelten Reihenhaussträngen. „Zwischen den Zeilen spannt sich ein grosser zusammenhängender Grünraum auf,“ erklären die Architekten. „Überlappende Wohneinheiten, Höhenversätze und Vor- und Rücksprünge brechen die horizontalen Dimensionen auf, nähern sich dem Massstab der umliegenden Bebauung an und verleihen den beiden Zeilen zudem die nötige Feingliederigkeit, um sich in die Topographie der hügeligen Landschaft umher einzubetten. Im Aussenraum generiert die verspielte Gebäudeform kleine private Gärten“, umschreibt Anne-Dorothée Herbort in einem Artikel in der Zeitschrift Archithese (16.3.2017) die besonderen Qualitäten der Überbauung.

Wohnungsgrundrisse Wohnen Studio Basel Bruderholz © Morger Partner

Wohnungsgrundrisse © Morger Partner

Ohne Frage: Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Verminderung der Wohnungsknappheit in Basel. Ganz im Geiste des Bruderholzquartiers wird es sich um hochpreisiges Wohnen handeln. Preisgünstiger Wohnraum muss man andernorts suchen. Dass es durchaus Alternativen gäbe, zeigt der Blick auf den nahegelegenen Jakobsberg, der ab den 1940er-Jahren mit erschwinglichen Genossenschaftshäusern bebaut wurde, die sich bis heute insbesondere bei Familien grösster Beliebtheit erfreuen. Die Frage sei erlaubt: Wie viele Familien werden wohl einst in die neuen Wohnungen an der Marignanostrasse, Novarastrasse und Schäublinstrasse einziehen?

Text: Lukas Gruntz / Architektur Basel

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