Christ & Gantenbein bauen „neues Wahrzeichen“ in Grenzach

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Das beschauliche Grenzach, einst grösstes europäisches Produktionszentrum von Roche, beschäftigt heute rund 1’500 Mitarbeitende. In den 1960er Jahren entwickelte Architekt Roland Rohn seinen Masterplan für das Areal: Die Gebäude, in sehr unterschiedlicher, architektonisch individueller Ausprägung, gliedern sich in ein rigides Raster. Seit 2011 ergänzen das Bürogebäude B10 «Opal» und das Technikgebäude B16 von Christ & Gantenbein die stereometrische Komposition. Das Flexible Office Building (FOB) ist der neuste Wurf auf dem Campus. Es soll gemäss Architekten „ein präzises und gleichzeitig übersichtliches Gefüge aus Alt und Neu“ entstehen. Das Konglomerat sei dabei „hochgradig urban“.

Roche "Flexible Office Building" in Grenzach-Whylen © Christ & Gantenbein

Visualisierung Roche „Flexible Office Building“ in Grenzach-Whylen © Christ & Gantenbein

Gegen Norden, zur Emil-Barell-Strasse, entsteht ein öffentlicher Platz. Zum Areal hin steht das Flexible Office Building in direktem Bezug – die neue zentrale Piazza, an die Westfassade anschliessend, bildet gemäss Christ & Gantenbein „das Herzstück des erweiterten Campus. Mit seiner dezidierten Setzung und sorgfältig durchdachten Proportionen nimmt das Flexible Office Building seinen Platz souverän ein.“

Roche "Flexible Office Building" in Grenzach-Whylen © Christ & Gantenbein

Grundriss Erdgeschoss Roche „Flexible Office Building“ in Grenzach-Whylen © Christ & Gantenbein

Die Eingänge sollen eine starke Verbindung von Haus und Öffentlichkeit schaffen. „Das Arbeitsleben im Inneren wirkt nach Aussen und etabliert sein Verhältnis zum Campus.“ Ein spannendes Verhältnis? In direkter Verbindung mit dem umgebenden Raum ist das Flexible Office Building gleichermassen „neues Wahrzeichen und zentraler Empfangs- und Orientierungspunkt“ für Mitarbeitende wie Besucher. Ist Wahrzeichen etwas hoch gegriffen?

Roche "Flexible Office Building" in Grenzach-Whylen © Christ & Gantenbein

Innenraum Roche „Flexible Office Building“ in Grenzach-Whylen © Christ & Gantenbein

Im Flexible Office Building sind künftig alle Meeting-Aktivitäten zusammengeführt. Das Gebäude bietet gemäss Architekten eine „anpassungsfähige, maximal atmosphärische Bürolandschaft“. Arbeitsplätze und Besprechungsmöglichkeiten aller Art und Grösse, in denen man sich genauso diskret und funktional austauschen, wie zum informellen Treffen begegnen kann. Das Haus sei zwar hochspezifisch, „bleibe dabei multifunktional“. Die in den vier Gebäudeecken platzierten Erschliessungskerne ermöglichen auf allen oberirdischen Geschossen die Gebäudemitte als Zentrum und eine Neuinterpretation einer artifiziellen „Werkhalle“ freizuspielen.

Roche "Flexible Office Building" in Grenzach-Whylen © Christ & Gantenbein

Grundriss Obergeschoss Roche „Flexible Office Building“ in Grenzach-Whylen © Christ & Gantenbein

Im Erdgeschoss ist hier das Foyer gelegen, im ersten und zweiten Obergeschoss bildet das überhohe Forum mit 500 Sitzplätzen das „Herzstück“ des Flexible Office Building. Im dritten und vierten Obergeschoss stehen speziell entwickelte Cubicles für spezifische Arbeitsformen. Möglich wird der freigestellte, stützenfreie Innenraum durch eine in Querrichtung vorgespannte Kassettendecke aus Betonfertigteilen. Die strukturell pragmatische Lösung schafft maximale Flexibilität, erhöht die Lebensdauer der Innenräume und erzeugt zudem vielfältige Sichtbezüge.

Roche "Flexible Office Building" in Grenzach-Whylen © Christ & Gantenbein

Meetingraum Roche „Flexible Office Building“ in Grenzach-Whylen © Christ & Gantenbein

Der Grundriss und die Struktur der einzelnen Stockwerke ermöglichen eine flexible und anpassungsfähige Arbeitsumgebung, „die in gleichem Umfang dem Bedürfnis nach Diskretion und Konzentration wie dem Wunsch nach Offenheit und Zugänglichkeit und gerecht wird“, versprechen Christ & Gantenbein.

Roche "Flexible Office Building" in Grenzach-Whylen © Christ & Gantenbein

Schnitt durch das Roche „Flexible Office Building“ in Grenzach-Whylen © Christ & Gantenbein

Das Flexible Office Building wird aus vorfabrizierten Betonfertigteilen gebaut und misst knapp 25 Meter Gebäudehöhe bei einem Fussbadruck von 55 auf 35 Metern. Das durch horizontale Bänder bestimmte Fassadensystem, bestehend aus Aluminiumpaneelen, Pfosten und Riegel aus Aluminium, ermöglicht in hohem Mass eine visuelle Verbindung von Innen und Aussen – und umgekehrt. Die Architekten erklären: „Das statische Konzept wird dank der grosszügig gestalteten Glaselemente der Fassade fassbar und so zum Identitätsmerkmal.“

Roche "Flexible Office Building" in Grenzach-Whylen © Christ & Gantenbein

Roche „Flexible Office Building“ in Grenzach-Whylen © Christ & Gantenbein

Die Wahl einer sehr hochwertigen und dabei nüchternen Materialpalette sowie die Rückbesinnung auf den Produktions- und Fabrikationshintergrund des Standorts soll gemäss Architekten „eine raffinierte aber zurückhaltende Eleganz“ erzeugen: „Das Flexible Office Building ist die zeitgemässe Interpretation der kulturellen und architektonischen Tradition von Roche.“  Man darf gespannt sein.

Quelle: www.christgantenbein.com

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