Ein Landhaus vom Bahnhofsarchitekten: Heimatstil in Langenbruck | Baselbieter Baukultur #72

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Mit Blick auf das Dorf, etwas erhöht am südöstlichen Dorfausgang von Langenbruck steht seit 1912 das Landgut Schwengi. Architekt war niemand geringeres als Emil Faesch (1865-1915). Zusammen mit Emanuel La Roche war er für die Architektur des Basler Bahnhofs verantwortlich. Bauherr des Landhauses in Langenbruck war Professor Daniel Burckhardt-Werthemann.

Grundriss Landhaus Schwengi, 1912, Langenbruck

Grundriss Landhaus Schwengi, 1912, Langenbruck

Faesch orientierte sich bei Entwurf des Landhauses am Heimatstil. Das zweistöckige Gebäude verfügt über ein ausgebautes Krüppelwalmdach. Das grosse Volumen wird allseitig grosszügig belichtet: westlich über ein vierteiliges Fenster im Erdgeschoss, einen übereck gestellten Erker und sechs Rechteckfenster im Obergeschoss, östlich über zwei Rundbogenfenster, nördlich über verschieden angeordnete Rechteckfenster und die holzverkleidete, verglaste Laube über dem Eingang unter Rundbögen. Ein Hintereingang und zwei weitere Rundbogenfenster befinden sich an der Ostfassade. Die Fenster sind jeweils gesprosst. Schleppgauben belichten die Dachgeschosse. Die beige verputzte Fassade des Massivbaus schliesst gegen das Terrain hin mit einem Natursteinsockel ab. Im Aussenraum finden sich ein Ziergarten und ein Brunnen mit Sitzplatz. Ein Wintergarten ergänzt seit 1985 die Südfassade.

Landhaus Schwengi, Langenbruck © Börje Müller Fotografie

Landhaus Schwengi, Langenbruck © Börje Müller Fotografie

Der Eingang führt einerseits in die dienenden Räume (Küche und Waschküche) und in eine grosse, zentrale Halle. Eine breite Treppe erschliesst die oberen Geschosse. Für die Angestellten gibt es eine eigene halbgewundene Treppe neben der Küche. Die Parkettböden, das Wandtäfer und die Einbauschränke sollen noch erhalten sein. Neben der grossen Halle im Erdgeschoss gibt es im Haus ganze fünfzehn Zimmer, davon zwei Dachzimmer, zusätzlich zwei Küchen, jedoch nur ein Badezimmer.

Text: Simon Heiniger / Architektur Basel


Landhaus Schwengi
Adresse: Schwengirain 3, 4438 Langenbruck
Architektur: Emil Faesch
Baujahr: 1912
Funktion: Wohnhaus


Fotos:
– © Börje Müller Fotografie
Quellen:
– Hasche, K. & Hanak, M. (2010), Bauten im Baselbiet: eine Architekturgeschichte mit 12 Spaziergängen, Schwabe AG, Basel. ISBN: 978-3-7965-2664-0
– Affolter, C. im Auftrag der Denkmalpflege BL (2006), Bauinventar Kanton Basel-Landschaft BIB, Gemeinde Langenbruck

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