Eine grosse Holzkiste: Wettbewerb Neubau FHNW auf dem Dreispitz

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Der Sieger des von Immobilien Basel-Stadt durchgeführten Gesamtleistungswettbewerbs für den Neubau der Hochschule für Wirtschaft FHNW auf dem Dreispitz wurde erkoren. Das Projekt „Ideenwerkstatt“ von E2A Piet Eckert + Wim Eckert Architekten aus Zürich gewann den ersten Preis.

Die Hochschule für Wirtschaft FHNW zieht auf das Herbstsemester 2020 an einen neuen Standort an der Reinacherstrasse 111 in Basel. Der Kanton kann das Areal von der Grundeigentümerin, der Christoph Merian Stiftung, im Baurecht übernehmen. Die heute dort ansässige Firma Thüring AG wird innerhalb des Dreispitz Areals einen neuen Standort beziehen. Knapp 1‘200 Studierende in den Studiengängen Betriebsökonomie, Business Information Technology und International Business Management und rund 150 Mitarbeitende werden an der Reinacherstrasse in einem Neubau einen Arbeits- und Studienplatz finden.

Der Gesamtleistungswettbewerb wurde im selektiven Verfahren durchgeführt. Dieser verlangte einen Projektvorschlag für einen Neubau in hoher städtebaulicher und architektonischer Qualität, der einen zeitgemässen und zukunftsfähigen Betrieb der Hochschule ermöglicht, eine sparsame und effiziente Energienutzung sowie die Gewährleistung, dass die Hochschule ihren Betrieb im Herbstsemester 2020 aufnehmen kann. Die unterschiedlichen Wettbewerbsbeiträge zeigen in unterschiedlichen Ansätzen auf, wie das anspruchsvolle Raumprogramm für die Hochschule auf der Parzelle angeordnet werden kann. Städtebaulich werden verschiedene Herangehensweisen im Umgang des umfangreichen Programms mit der schwierigen Geometrie der langgezogenen Parzelle auf.

Nordfassade © Immobilien Basel

Der erste Preis wurde an die Allreal Generalunternehmung mit E2A Piet Eckert + Wim Eckert Architekten aus Zürich für ihr Projekt „Ideenwerkstatt“ vergeben. Die Jury kritisiert zwar das etwas gar „klassische“schulische Konzept. Es sei jedoch plausibel und rational in einer architektonischen Grossform untergebracht, die „sehr attraktive Räume anbietet und die im neuen Quartier mit vielen Synergien eine Aneignung durch unterschiedliche Nutzergruppen erwarten lässt.“ Das Projekt zeigt neben der Härte der kühlen Grossform eine Sinnlichkeit, die räumlich besonders in der Vertikalerschliessung zum Ausdruck kommt. Auch in den oberen Geschossen werden die langen Gänge mit grossen Terassenräumen geschickt rhythmisiert. Unterstrichen wird die Idee der „grossen Kiste“ mit einer Holzfassade und durchgehenden Fensterbändern. Die überhohen Fassaden, welche die Dachaufbauten kaschieren, sowie die Stirnfassaden des Gebäudes im obersten Geschoss werden genäss Jurybericht noch zu überarbeiten sein. „Die Einhaltung des Höhenprofils könnte durch eine minime Staffelung der Stirnfassaden analog zur Längsfassade ohne gravierenden Einfluss auf das Erscheinungsbild erreicht werden.“

Blick in das Foyer © Immobilien Basel

Richtig lebendig wird die Schule an diesem Ort erst mit den Menschen. Sie werden ein gutes, kompaktes und doch grosszügiges Layout vorfinden. Durch die einfache, klare Anordnung mit den Haupträumen auf der Stadtebene kann das Gebäude auch für externe Anlässe genutzt werden. Die Ausrichtung des Foyers auf die Bordeauxstrasse ist diesbezüglich vielversprechend. Der intimere Bereich der Schule mit den Gruppenräumen ist in den Obergeschossen übersichtlich angeordnet und dennoch mit den Terrassen im Stadtraum verortet. Mit dem Charme einer riesigen, gestapelten Kiste sucht sich das Schulgebäude seinen Platz in den engen Gassen des ehemaligen Industriequartiers Dreispitz.

Rangierung
• 1. Preis: Allreal Generalunternehmung AG mit E2A Architekten ETH BSA SIA AG
• 2. Preis: HRS Real Estate AG mit Herzog & de Meuron Basel
• 3. Preis: Priora AG mit ARGE Luca Selva Architekt / Oester Pfenninger Architekten
• 4. Preis: Losinger Marazzi AG, Basel mit Christ & Gantenbein
• 5. Preis: Erne AG Holzbau mit Bauart Architekten und Planer

Ausstellung
Die Wettbewerbsbeiträge werden vom 5. bis 19. Dezember 2017 im Foyer der Hochschule für Gestaltung und Kunst (Freilager-Platz 1, 4142 Münchenstein) ausgestellt. Die Eröffnung der Ausstellung ist öffentlich und findet am Dienstag, 5. Dezember um 17.30 Uhr in Anwesenheit von Vertretern der Jury und der Wettbewerbsteams statt. Die Ausstellung ist von Montag bis Freitag zwischen 07.30 und 17.00 Uhr geöffnet.

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