Haus Gsell von Otto Rudolf Salvisberg | Basler Baukultur entdecken. No 49

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Während sich das Haus zur Strasse im Norden unscheinbar und bescheiden gibt, zeigt es sich zum Garten im Süden offen und überraschend grosszügig. Als winkelförmige Anlage ist es so in das sanft abfallende Gelände gebettet, dass die Wohnräume im Westen ebenerdig auf den Garten gehen und die Schlafräume im Osten auf dem hier als Sockel erscheinenden Untergeschoss liegen.

Otto Rudolf Salvisberg (1882–1940), der sich als Vertreter einer «andern Moderne» mit einem ansehnlichen Werk in Berlin, Bern und Basel einen Namen machte, trat 1929 die Nachfolge von Karl Moser an der ETH in Zürich an. Nachdem der Generaldirektor Barrell der Hoffmann-La Roche sich im Basler Gellert Quartier von Salvisberg eine Villa hatte errichten lassen, vertraute die Firma dem Architekten die Verantwortung für sämtliche Bauten des aufstrebenden Konzerns an. Als Direktor bei der Hoffmann-La Roche beauftragte in der Folge auch R. E. Gsell Salvisberg mit dem Bau seines Wohnhauses.

Das zunächst klein anmutende Haus bietet im Innern einem umfassenden bürgerlichen Wohnprogramm Raum. Der Haupteingang führt durch ein geräumiges Entrée in eine grosse Gartenhalle mit Cheminée, die sich über raumhohe Schiebefenster zum Garten öffnet. Hier schliessen im Winkel ein quadratisches Esszimmer und, als eigener Hausteil, das Wohnzimmer mit niedriger Brüstung und grossem Eckfenster an. Eine funktional komprimierte Raumgruppe bilden gewissermassen im Hintergrund Garage und Küche mit Anrichte und Kellerabgang. Auch die eher privaten Räume im Ostteil sind klug verbunden und weisen alle Annehmlichkeiten einer praktischen modernen Haushaltung auf.

In der rationellen Vermittlung von repräsentativen und funktionalen Ansprüchen wirkte Salvisberg auf die stetige Reform der bürgerlichen Lebensform hin.

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Funktion: Wohnhaus
Adresse: Dinkelbergstrasse 4, Riehen
Bauzeit: 1935
Architekt: Otto Rudolf Salvisberg

Quelle: Faltblatt „Baukultur entdecken“ / Schweizer Heimatschutz
Text: © Dorothee Huber
Foto: © Christoph Treuwen

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