Haus Hodel von Hans Schmidt | Basler Baukultur entdecken. No 35

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Die Realisierung des Auftrags an der Sonnenbühlstrasse 40 war das Erstlingswerk von Hans Schmidt. Das architektonische Konzept des später in Zusammenarbeit mit Paul Artaria entstandenen Hauses Schaeffer ist hier in der Gliederung des Grundrisses im ersten Obergeschoss bereits erkennbar. Das Grundstück berührt an der Südostseite die Hangkante des Bahneinschnitts der Wiesentalbahn. Durch die Platzierung und die Anordnung der Baukörper auf dem Grundstück wird die Gartenfläche in einen der Strasse zugewandten Vorgarten und eine grosse Grünfläche aufgeteilt, die gegen Basel offen ist. Das Gebäudevolumen ist aus drei unterschiedlich gestaffelten Baukörpern komponiert. Jedes dieser Volumen hat ein Satteldach.

Der Aufbau der Grundrisse ist systematisch, die Räume werden nach Funktionen gruppiert. Gleichartige Räume wie Schlafzimmer werden an einen einbündigen Gang angeschlossen, die dazugehörigen Wandschränke befinden sich in unmittelbarer Nähe. Die funktionale Entflechtung der Grundrisse geht soweit, dass unter anderem für das grosse Wohnzimmer ein eigener Baukörper geschaffen wurde. Der grosse zweigeschossige Balkon liegt zentral im Grundriss. Der Eindruck einer konventionellen Bauweise täuscht. Hans Schmidt hat sich der industriellen Herstellung von Bauteilen angenähert und für dieses Gebäude vorgefertigte Betonrahmen für Fenster und Türen entwickelt. Das Volumen ist komplex und kann nicht auf einen Blick erfasst werden.

In Schmidts Handzeichnungen sind Ähnlichkeiten mit einer komponierten expressiven Stadtkrone zu erkennen. Es zeichnet sich ein Funktionalismus in der Gestaltung des Grundrisses ab. Das Wohnhaus wurde 1925 in der Gebäudelehre seines Professors Karl Moser an der Eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH) eingehend gewürdigt und als Beispiel modernen Bauens vorgestellt.

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Funktion: Wohnhaus
Adresse: Sonnenbühlstrasse 40, Riehen
Bauzeit: 1924
Architekten: Hans Schmidt

Quelle: Faltblatt „Baukultur entdecken“ / Schweizer Heimatschutz
Text: © Matthis Heusler
Foto: © Lilli Kehl

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