Haus Huber von Paul Artaria und Hans Schmidt | Basler Baukultur entdecken. No 42

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Das Wohnhaus für eine siebenköpfige Familie verkörpert die Ideale des Rationalismus in beispielhafter Weise: Das Stahlskelett ist nicht allein Kostenargument, sondern bestimmt den Entwurf als ordnende Kraft grundlegend. Zusammen mit dem Haus Colnaghi und dem Haus Schaeffer gehört das Haus Huber zu den Meisterwerken der avantgardistischen Moderne in der Schweiz. Es wurde 1993 renoviert und in das kantonale Denkmalverzeichnis aufgenommen.

Das Haus steht von der Strasse abgerückt quer zum Hang und ist mit seiner Hauptfront nach Süden zum Garten hin orientiert. Als verlangten die schwebenden Horizontalen nach einer glaubhaften Verankerung des Baus im festen Grund tritt der Kern des Hauses mit Sockel, Treppenhaus und Dachzimmern körperhaft in Erscheinung. Das Versprechen, die Skelettkonstruktion eröffne der funktionalen Disposition jede Freiheit, erfüllt sich im Innern in besonders entspannter Weise.

Die Rasterordnung zeigt in der Hauptansicht querrechteckige Felder in vier Achsen auf vier Geschossen, die bald geschlossen als fassadenbündig eingesetzte Schiebefenster, bald offen als Vorplatz, Veranda, Balkon oder umlaufende Terrasse erscheinen. Die bewohnten Räume liegen alle an einem rückseitig durchlaufenden Gang und belegen im Erdgeschoss als Wohn- und Esszimmer zwei, ansonsten je eine Achse. Den systematischen Charakter der Entwurfsentscheidungen unterstützt auch die Farbgebung: Die Wände im Wohnraum sind in einem sonnigen Gelb, Innentüren in Schwarz und Grau, die Aussentüren in Pomejanisch-Rot gegeben.

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Funktion: Wohnhaus
Adresse: Hackbergstrasse 29, Riehen
Bauzeit: 1928
Architekten: Paul Artaria und Hans Schmidt

Quelle: Faltblatt „Baukultur entdecken“ / Schweizer Heimatschutz
Text: © Dorothee Huber
Foto: © Benedikt Huber

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