Holz, Stahl und Beton in liebevoller Symbiose

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An der Spiegelgasse entsteht derzeit ein besonderer Neubau. Das Amt für Umwelt und Energie erhält hier an zentraler Lage vis-a-vis vom Spiegelhof seinen neuen Hauptsitz. Die Architektur stammt aus der Feder von jessenvollenweider. Der Neubau ist bautechnisch innovativ: Es handelt sich um einen Holz-Beton-Hybridbau. „Holz und Beton? Kann das gutgehen?“, mag sich so mancher fragen. Ja, das geht sogar ziemlich gut, wie unser Baustellenbesuch beweist. Das Geheimnis: Eine Prise Stahl darf nicht fehlen.

Das Tragwerk des Gebäudes ist als achtstöckiger Holzskelettbau mit Holzbetonverbunddecken samt integrierten Akustikelementen konzipiert. Das Holz stammt aus der Region. Nach dem Holzschlag im IWB-eigenen Wald in Seewen (SO) wurden die Fichtenbaumstämme in die regionale Sägerei Meier in Zeglingen transportiert. Dort wurden sie vom Säger zu einheitlichen 50 mm dicken Lamellen verarbeitet. In Sachen Reduktion von grauer Energie dürfte das Holzskelett demnach kaum zu schlagen sein.

Amt für Umwelt und Energie in Basel © jessenvollenweider architektur

Wir nähern uns von oben. Die eindrückliche Drohnenaufnahme macht es deutlich: Die Baustelle organisiert sich auf engstem Raum in der Grossbasler Innenstadt. Es handelt sich um eine besondere logistische Herausforderung: Anlieferung, Entsorgung, Zwischenlagerung müssen optimal aufeinander abgestimmt sein.

Amt für Umwelt und Energie in Basel © jessenvollenweider architektur

It’s a grid! Die primäre Tragstruktur besteht aus einem massiven Holz-Skelett bestehend aus Stützen und Unterzügen. Dazwischen werden die vorfabrizierten Betondecken punktgenau eingefügt. Hier befinden wir uns bei der Montage im Erdgeschoss.

Amt für Umwelt und Energie in Basel © jessenvollenweider architektur

Im Hintergrund schwebt eine Beton-Deckenplatte sanft und leise ihrem Bestimmungsort entgegen… Im Vordergrund bestaunen wir die hochpräzise Ausführung bis ins Detail: Am Knotenpunkt treffen sich Holz und Stahl. Was hat es mit diesem eigenartigen schrägen Stahlteil auf sich? 

Amt für Umwelt und Energie in Basel © jessenvollenweider architektur

Ein paar Arbeitsschritte später wird des Rätsels Lösung sichtbar. Das markante „X“ bestehend aus gekreuzten Stahlplatten sorgt als Windverband für die Aussteifung des Tragwerks, damit das Bauwerk das nächste grosse Erdbeben unbeschadet überstehen wird. Holz anfassen!

Amt für Umwelt und Energie in Basel © jessenvollenweider architektur

Deckel drauf! Die Untersicht ist geprägt von der linearen Holzstruktur und der Füllung bestehend aus Betonplatten. Auch an die spätere Beleuchtung ist bereits gedacht. Die Löcher verweisen darauf. 

Amt für Umwelt und Energie in Basel © jessenvollenweider architektur

Langsam entschweben wir dieser besonderen Baustelle an der Spiegelgasse, wo Holz, Stahl und Beton in liebevoller Symbiose zu einem Bauwerk zusammenfinden… Auf der projekteigenen Webseite wird man über den Neubau auf dem Laufenden gehalten: https://neubau-aue-bs.ch Wir sind gespannt auf den weiteren Baufortschritt. 

Text: Lukas Gruntz / Architektur Basel

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