Kinderheim von Ernst Mumenthaler und Otto Meier | Basler Baukultur entdecken. No 44

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Das in der Tradition des Neuen Bauens errichtete ehemalige Kinderheim erhebt sich als klarer Kubus mit Sockelgeschoss, zwei Wohngeschossen und deutlich vorstehendem, minimal geneigtem Pultdach in einem grossen Hanggrundstück. Die Architekten hatten eine Ausbildung als Bauhandwerker und führten von 1926–1974 ein gemeinsames Büro. Einerseits war ihnen die Typisierung und Rationalisierung des Bauens ein wichtiges Anliegen, andererseits legten sie grossen Wert auf beste handwerkliche Ausführung. Ende der 1920er und in der ersten Hälfte der 1930er Jahre ist mit ihren Heimbauten und dem genossenschaftlichen Wohnungsbau auch ihr soziales Anliegen klar nachweisbar.

Bei dem Haus handelt es sich um eine Eisenbetonkonstruktion mit Backsteinausfachung, beide Materialien sind erkennbar und dienen als Gestaltungselement. Das Erscheinungsbild wird geprägt von der schönen Klinkerqualität. Die Architekten Mumenthaler & Meier hatten das Gebäude im Auftrag der beiden Kinderpflegerinnen Marianne Rudin und Hedi Geissbühler erbaut. Die im Obergeschoss nach Osten zum Wald liegenden fünf Schlafzimmer waren ursprünglich für je drei Kinder eingerichtet. Das Erdgeschoss ist durch einen Mittelgang erschlossen, davon gehen zwei Büros, Küche, Treppenhaus und Office ab. Zum Garten liegt der grosse Wohn- und Essraum in der gesamten Breite des Hauses mit dem davorliegenden einst offenen und heute verglasten Sitzplatz.

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Funktion: Wohnhaus (ursprünglich Kinderheim)
Adresse: Im Baumgarten 1, Riehen
Bauzeit: 1933
Architekten: Ernst Mumenthaler und Otto Meier

Quelle: Faltblatt „Baukultur entdecken“ / Schweizer Heimatschutz
Text: © Romana Anselmetti
Foto: © Erwin Baumgartner

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