„Murus Gallicus“ LOST Architekten gewinnen Wettbewerb

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Die keltische Vergangenheit Basels schlummert im Boden an der Rittergasse. Nun soll die Informationsstelle umgestaltet werden. LOST Architekten aus Basel und Studio MC aus Darmstadt gewinnen den Wettbewerb für die Archäologischen Informationsstelle „Basel, 80 v. Chr. Murus Gallicus – Der Keltenwall“. Ein unterirdischer Besucherraum und drei Baukörper, die entweder die Höhe oder den Verlauf der damaligen Verteidigungsmauer aufnehmen, sollen Interessierten die historischen Funde näherbringen. Die Umgestaltung wird nötig, um die besuchergerechte Vermittlung der Archäologie und die neue Nutzung des Areals als Pausenplatz der Primarschule Rittergasse vereinen zu können.

Vor etwas mehr als 2000 Jahren entstand auf dem Münsterhügel ein neues spätkeltisches Siedlungszentrum. Es wurde mit einem circa sechs Meter hohen Wall und einem breiten Graben befestigt – einem „Murus Gallicus“. Neben dem Schulhaus Rittergasse, das nach langjähriger Nutzung als Bürogebäude der Verwaltung im Mai seine ursprüngliche Funktion als Schule wieder übernommen hat, liegen im Untergrund Überreste des keltischen Walls. Es handelt sich um archäologische Funde von nationaler Bedeutung. Diese neue Kombination von Archäologischer Informationsstelle und Nutzung des Areals als Pausenplatz erfordert eine neue Konzeption der Informationsstelle. Deshalb wurden zehn Planerteams eingeladen, um ein neues Miteinander zu konzipieren und eine zeitgemässe Informationsvermittlung für die Fundstelle aufzuzeigen.

Oblicht-Diamanten: So präsentiert sich die Situation heute © www.archeologie.bs.ch

Eine Jury mit externen Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertretern des Kantons unter dem Vorsitz des Hochbauamts hat von sieben eingereichten Vorschlägen einstimmig das Projekt ,,ORBIS ALIUS“ vom Team LOST Architekten GmbH, Basel und Studio MC, Darmstadt (Szenographie) als Sieger erkoren und zur Weiterbearbeitung empfohlen. Im Anschluss an den Wettbewerb startet die konkrete Planung des Projekts. Es ist vorgesehen, dass der Regierungsrat im kommenden Jahr über den Ratschlag zur Ausgabenbewilligung zuhanden des Grossen Rats entscheidet.

Das Siegerprojekt überzeugt gemäss Medienmitteilung „mit einem unterirdischen Besucherraum auf der Ebene der Ausgrabungen. Ohne grosse technische Installation können die archäologischen Befunde atmosphärisch inszeniert, erklärt und aus unmittelbarer Nähe betrachtet werden.“ Oberirdisch zeigen drei Baukörper entweder die Höhe oder den Verlauf der damaligen Verteidigungsmauer ohne den Pausenhof stark zu tangieren. Grosse Glasscheiben erlauben Passantinnen und Passanten sowie Schulkindern die Einsicht auf die Fundstellen. Die unterschiedlichen Besucherinnen und Besucher, von zufälligen Passanten und Touristen bis hin zu interessierten Gruppen, sind berücksichtigt und werden klar getrennt, Führungen können mit diesem Angebot attraktiv gestaltet werden. Die Archäologische Informationsstelle „Basel, 80 v. Chr. Murus Gallicus – Der Keltenwall“ ist der Ausgangspunkt des Archäologischen Rundgangs „3000 Jahre Münsterhügel“. Der Besucherraum wird für die Öffentlichkeit täglich von 8-18 Uhr frei zugänglich sein, auch in den Schulferien sowie an Sonn- und Feiertagen.


INFO
Die Wettbewerbsergebnisse sind vom 3. bis 14. August im Lichthof am Münsterplatz 11 ausgestellt. Öffnungszeiten jeweils montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr.

Quelle: www.medien.bs.ch
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