Podiumsdiskussion: Wie soll mit Kirchen umgegangen werden?

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Woran würden wir wir Buus erkennen, wenn die Kirche nicht mehr wäre. Hätte Oltingen noch sein besonderes Ambiente, wenn die Hauptstrasse verkehrsgerecht durchs Dorf gezogen würde? Wie stünde es um das St. Margarethen-Kirchlein, wenn der Kirchhügel für gute Steuerzahler erschlossen würde? Was ist es, was einem Ort sein Gesicht gibt? Was ist ein identitätsstiftender Ort? Oder, im Jargon von heute: Was ist das Alleinstellungsmerkmal eines Ortes? Wie sollte damit umgegangen werden, damit die ehemals einzigartige Landschaft mit ihren unverwechselbaren Ortsbildern nicht in einem beliebigen Agglomerationsgürtel versinkt?

Ensemble von der Herrengasse aus, Oltingen © Architektur Basel

Viele Orte erkennen wir an ihrer Kirche. Oft liegt sie erhöht über dem Dorf oder im Zentrum. Meist hat sie einen Glockenturm, der auch als Orientierungshilfe dient. Kirchen und Pfarrhäuser sind bisher bei der Umgestaltung der Ortsbilder pietätvoll geschont worden, so dass der Kirchbezirk noch den letzten integral erhaltenen Ortsteil darstellt. Selbstverständlich können auch profane Bauten identitätsstiftend wirken. Einzelgebäude im Kontext eines Dorfes können das ganze Ortsbild unverwechselbar gestalten, wie etwa der Cheesmeyer in Sissach oder das Grosse Haus in Oltingen. Es können aber auch kleinere und unscheinbarere Bauten sein, die einen Ort unverwechselbar machen, wie die Alte School und das Buuchhüsli in Ziefen oder der Dorfbrunnen in Wenslingen. Es ist eine Mischung aus architektur-historischen Charakteristika, der Stellung im Ortszusammenhang und der emotionalen Kategorie als Erinnerungsort, die den identitätsstiftenden Charakter ausmacht. Kirchen sind im Begriff, ihren spirituellen Inhalt und ihre ehemals zentrale Rolle in der Gesellschaft zu verlieren. Wie weit verlieren sie damit auch ihre Funktion als öffentliche Orte der Begegnung, der Erinnerung oder auch der räumlichen Orientierung im Siedlungsganzen? Wie ist damit umzugehen, wenn Kirchen für den Gottesdienst aufgegeben werden, was auch im Baselbiet wohl bald der Fall sein wird?

Wehrkirche St. Arbogast, Muttenz © Architektur Basel

Wehrkirche St. Arbogast, Muttenz © Architektur Basel

 

Der Baselbieter Heimatschutz lädt zur Podiumsdiskussion in die Kirche St. Arbogast nach Muttenz. Gäste sind neben den beiden Referenten*innen Rosmarie Brunner (freie Theologin und Pfarrerin in Basel) und Martin Dürr (Co-Leiter des Pfarramts für Industrie und Wirtschaft BS BL), Architekt Markus Jermann und Architektin Prof. Dr. Ulrike Schröer. Moderiert wird die Diskussion durch Journalist Hans Martin Jermann.


VERANSTALTUNGSDATEN

«Geld und Geist – Zum Umgang mit Kirchen und ihrer Umgebung»
Forum für Baukultur

Datum: Freitag, 29. November 2019
Ort: Kirche St. Arbogast, 4132 Muttenz
Zeit: 17:00 Uhr

Programm:
– Begrüssung durch Ruedi Riesen (Präsident Baselbieter Heimatschutz)
– Zwei Referate zum Thema
– Podiumsdiskussion
– Apéro

anschliessend findet um 20:00 Uhr die Jahresversammlung des Baselbieter Heimatschutzes statt. Die Jahresversammlung im Hotel Garni Mittenza ist öffentlich. Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung zur Jahresversammlung jedoch notwendig (bis 24.11.19 unter info@heimatschutz-bl.ch oder unter 061 981 44 46).


Quelle: Medienmitteilung Baselbieter Heimatschutz
Bilder: © Simon Heiniger / Architektur Basel

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