Prototyp für die Landhaus AG von Hans Bernoulli | Basler Baukultur entdecken. No 46

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Das bestechend einfache zweigeschossige Holzhaus mit flach geneigtem Satteldach und sattrotem Anstrich stellt ein Musterhaus dar, nach dessen Vorbild weitere Häuser entstehen sollten. Bernoulli, der als Initiant der Landhaus AG gilt, hatte den Bau als Spekulationsobjekt und nicht als Auftragswerk errichtet, was eine konsequente Umsetzung des Baugedankens ermöglichte. Die Auseinandersetzung mit dem Werkstoff Holz war ein zentrales Thema. Weiter sind der Siedlungsgedanke und die städtebaulichen Errungenschaften der englischen und deutschen Gartenstädte in Bernoullis Werk seit den 1920er Jahren besonders wichtig.

Das Haus steht vom Rütiring zurückversetzt und ist als Ständerbau auf Eichenschwellen mit einer verbretterten und gestrichenen Fassade ausgeführt. Aussen und Innen wird eine möglichst grosse formale Reduktion und Funktionalität angestrebt. Die Räume sind mit Sperrholz verkleidet und mit Eichenlangriemen für die Böden ausgestattet. Kurze Verbindungswege und schöne Durchblicke bestimmen die Grundrissanordnung. Der Bau ist in sehr gutem Zustand original erhalten. In den 1980er Jahren wurde das Haus durch einen flachen Anbau gegen Südwesten (Architektin: Silvia Gmür) ergänzt. Ein weiteres aber verändertes Haus dieses Typs befindet sich in Riehen am Vierjuchartenweg 32 (1934, Hans Bernoulli/Landhaus AG).

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Funktion: Wohnhaus
Adresse: Rütiring 12, Riehen
Bauzeit: 1933
Architekt: Hans Bernoulli

Quelle: Faltblatt „Baukultur entdecken“ / Schweizer Heimatschutz
Text: © Romana Anselmetti
Foto: © Lilli Kehl

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