Siegerprojekt steht fest – Schmetterlinge für den Campus Klinik Arlesheim

0

Die Klinik Arlesheim expandiert. Mitte August hat die Jury das Projekt „Schmetterling“ der Arbeitsgemeinschaft Metron Architekten mit Kopvol zum Sieger des öffentlichen Architekturwettbewerbs gekürt. Sie haben sich gegen 12 weitere Teilnehmer durchgesetzt.

Für die Gemeinde Arlesheim wird es gemäss Medienmitteilung „ein ortsbildprägendes Grossprojekt, für die Klinik ein grosser Schritt in die Zukunft – der Spitalneubau mit einem Gesamtprojektvolumen von 70 Mio. CHF.“ Der Campus Klinik Arlesheim wird insgesamt über 100 Betten verfügen. Der vor eineinhalb Jahren von den Arlesheimer Bürgerinnen und Bürgern genehmigte Quartierplan schrieb einen öffentlichen Wettbewerb vor. Anfang November letzten Jahres wurde dieser ausgelöst. In einem Präqualifikationsverfahren wurden von 34 eingereichten Bewerbungen 13 Teams ausgewählt, darunter auch bewusst zwei Nachwuchsteams.

In einem umfangreichen Wettbewerbsprogramm formulierte die Klinik Arlesheim ihre Erwartungen an den künftigen Campus. Schliesslich muss sich die Klinik Arlesheim mit ihrem Neubau optimal auf die sich ständig verändernden Herausforderungen des Gesundheitsmarktes und die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten ausrichten. „Insofern soll der Neubau eine grösstmögliche Flexibilität ermöglichen.“ Neben allen technischen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen standen die Architekten vor allem vor der Aufgabe zu beweisen, dass sie einen zeitgemässen und nachhaltigen Bau realisieren können, der die Werte repräsentiert, „die der anthroposophischen Medizin zugrunde liegen.“ Die Klinik Arlesheim wünschte sich „einen Neubau, der Ausdruck der Identität und des Grundanliegens des Klinikimpulses ist, der Idee der „Heilen- den Architektur“ gerecht wird, eine hohe architektonische Qualität besitzt und über eine grosse Ausstrahlungskraft verfügt“ – all das mitten im Siedlungsgebiet von Arlesheim.

Der Komplexität der Aufgabenstellung wurde die Arbeitsgemeinschaft Metron (Schweiz) – Kopvol (Holland) am besten gerecht. Sie haben sowohl mit ihrem ersten Projekt als auch in der Überarbeitung in der Bereinigungsstufe nachgewiesen, dass sie die hohen Erwartungen umsetzen können. Architektur Basel präsentiert euch nachfolgend die vier rangierten Projekte samt auszugsweisen Erläuterungen aus dem Jurybericht.

1. Preis: „Schmetterling“ von Metron Architektur und kopvol – architecture & psychology

Situationsplan „Schmetterling“

„Das Projekt erfüllt und übertrifft die Erwartungen hinsichtlich der Optimierung der Kosten. Mit einer klugen Reduktion der Flächen, mit neu angelegten Terrassen und den überarbeiten Lichthöfen bereichert der neu organisierte Grundriss die bisher ohnehin lobenswerten betrieblichen Abläufe zusätzlich. Etwas weniger erfolgreich ist das Projekt in der architektonischen Ausgestaltung, welche die stringente Kohärenz aus dem Wettbewerb vermissen lässt. Vor allem die Fassade, welche kaum mit dem Inneren zusammenspielt hinterlässt einen enttäuschenden Eindruck.“

Visualisierung „Schmetterling“

 

2. Preis: „ARCADIA“ von MAK architecture

Situationsplan „ARCADIA“ von MAK architecture

„Die grosse Stärke des Projekts ist die Fähigkeit die Klinik als Campus wahrzunehmen. Die drei Gebäude (mit Aufbahrungs-, Musik- und Teepavillon) fügen sich mit ihrer Setzung selbstverständlich im Park ein. Die Zweifel, welche die gewählte Pavillon-Typologie mit sich bringt, können nicht vollständig aus dem Weg geräumt werden. Der Umgang mit den unterirdischen Verbindungsgängen und die Organisation der inneren Zone mit der Verknüpfung der Bereiche über die Geschosse zeigen nach der Überarbeitung Verbesserungen, bleiben aber ungelöst. Das Projekt ist mit seinem Lösungsansatz eine Bereicherung für den Wettbewerb, zeigt es doch wie der Campus einer Klinik funktionieren könnte. Die Gestaltung der feingliedrigen Fassade und die Behandlung des Grünraums entsprechen dem Ort und der Aufgabe. Das Wechselspiel des Aussenraums mit dem Innenraum gelingt, auch wenn die Gestaltung der Fassaden und die Organisation der inneren Zonen nicht vollständig ausgereizt sind. Auf übergeordneter Ebene ist es vor allem die Verbindung zum Gemeindesaal durch den Pfeffingerhof der trotz Hinweis aus der Aufgabenstellung ungelöst bleibt. Die Anschlüsse an die Umgebung sind hingegen gut gewählt und geeignet den Campus in den Ort einzubetten.“

 

3. Preis: „Mysa-Ita“ von Aeschlimann Hasler Partner Architekten und Stump & Schibli Architekten

Situationsplan „Mysa-Ita“

„Die Qualität des Projektes liegt in der konzentrierten Form, die kurze Wege und Übersichtlichkeit zur Folge hat. Sie äussert sich insbesondere im Bezug vom Gebäude zum Park, der selbst in der zweiten Etappe noch grosszügige Aussenräume ermöglicht. Auch die innere Wegführung ist differenziert und ansprechend; sie gewährt unterschiedliche Bezüge zum Aussenraum im Park, in den Höfen und auf den Terrassen. Abgesehen von Formalismen überzeugt das Projekt durch seine städtebaulichen und architektonischen Qualitäten.“

 

4. Preis: „Wolkendurchleuchter“ von Flubacher Nyfeler Partner Architekten

Situationsplan „Wolkendurchleuchter“

„Mit dem Projekt Wolkendurchleuchter leisten die Verfasser einen gut durchgearbeiteten Vorschlag und auch bezüglich Nachhaltigkeit ein sehr ausgewogenes Projekt mit guten bis sehr guten Werten in allen Aspekten, welches aber v.a. durch den erhöhten Flächenbedarf den Park zu stark verstellt und die Zielkosten nicht erreichen kann.“


Download Jurybericht > HIER
Öffentliche Ausstellung aller 13 Projekte in der Trotte Arlesheim,
11. September 2018, 17 – 20 Uhr, sowie 12. und 13. September 2018, 13 – 20 Uhr.

Teile diesen Beitrag!

Comments are closed.