Arealentwicklung Klybeck: Zwischenergebnisse Syntheseplanung

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Gestern Abend haben die Planungspartner für die Entwicklung des Klybeckareals, BASF, Novartis und Kanton, der interessierten Bevölkerung die Zwischenergebnisse der Syntheseplanung vorgestellt. Die Synthese basiert auf den Resultaten aus der städtebaulichen Testplanung und der zweiten Beteiligungsveranstaltung.

Mit über 30 Erkenntnissen haben die Planer die Grundzüge der angestrebten Stadtteilentwicklung im Klybeck umrissen. Dabei geht es u.a. um die künftige Struktur des neuen Stadtteils zwischen Rhein und Wiese, um neue Verkehrsachsen, Frei- und Grünräume sowie um die Anbindung der künftigen Neubaugebiete an die bestehenden Quartiere. Es liegen auch Aussagen vor zur Qualität der künftigen Wohngebiete wie auch zu den verschiedenen Nutzungen.

Die Syntheseplanung wurde zur besseren Veranschalichung der Ergebnisse in vier Schemaplänen zusammengefasst:

01 // Umgang mit Baubestand

Klybeck: Synthese Baubestand

«Neubauten können identitätsstiftend sein: Öffentliche Einrichtungen (z.B. Schulen und Freiflächen) sollen daher als frühe Stadtbausteine entwickelt werden, den neuen Stadtteil beleben und Identität schaffen. Vom Denkmalschutz inventarisierte Bauten haben eine wichtige Funktion als Identitätsträger und sollen in Abwägung der Schutzwürdigkeit und der Schutzfähigkeit (rechtlich, wirtschaftlich, technisch) erhalten und einer neuen Nutzung zugeführt werden. Es soll eine möglichst grosse räumliche Verteilung der zu erhaltenden Bauten angestrebt werden. Eine Konzentration der Massnahmen auf ein Teilareal soll vermieden werden.»

02 // Strassen und Plätze

Klybeck: Synthese Strassen und Plätze

«An der Kreuzung der Nord-Süd- und der Ost-West-Achse soll ein neuer Identifikationsort des Stadtteils entstehen – der Klybeckplatz. Die Klybeckstrasse, die Gärtnerstrasse und die Mauerstrasse bleiben die Eintrittstore aus Richtung Wiese, Rhein, Matthäus- und Klybeckquartier ins Areal klybeckplus.

Neue Strassenachsen sollen die Verwebung mit dem Matthäus- und Klybeckquartier ermöglichen. Im Perimeter klybeckplus soll eine auf die Wiese und des Rheins abgestimmte Bebauung am Flussufers möglich sein. Privaten und geschlossenen Uferbereiche entstehen aber keine.»

03 // Verkehr

Klybeck: Synthese Verkehr

«Der neue Klybeckplatz dient als Verbindungsknoten für alle Verkehrsteilnehmenden. Die neue Tramlinie Klybeck und die S-Bahn werden über diesen Umsteigeknoten geführt. Von Klybeckplatz zur Wiese soll eine neue, attraktive Strasse für Velofahrende und Fussgänger nebst Tram und motorisierten Verkehr den Rhein- mit dem Wieseufer verbinden.

Die Klybeck- und Gärtnerstrasse sollen auch in Zukunft das Rückgrat für den öffentlichen Verkehr und den motorisierten Verkehr in Nord-Süd-Richtung bleiben – prioritär ergänzt um eine neue Tramlinie in Ost-West-Richtung. Die Mauerstrasse soll ebenfalls der Haupterschliessung für Autoverkehr in Ost-West-Richtung dienen (gegebenenfalls Zone 30). Sie soll ab dem Klybeckplatz bis zum Rhein als primär Langsamverkehrsachse weitergeführt werden. Quartier- und Sammelparkings sollen geschaffen und auf sich verändernde Nachfragen reagieren können. Angestrebt werden verkehrsarme Wohngebiete.»

04 // Freiraum und Grünanlagen

Klybeck: Synthese Freiraum

«Als übergeordnete durchgehende Freiraumachse soll die Rheinpromenade den Charakter des bestehenden Kleinbasler Rheinuferbords weiterführen. Die Anbindung eines möglichen „Ufer-Parks“ an das Klybeckquartier soll sichergestellt werden. Die heutige Lage der Hafenbahn steht dieser Anbindung entgegen. Die Hafenbahn soll mittel- und langfristig verlagert werden.

Die nördlich der Mauerstr. verlaufende neue Ost-West (Tram-) Achse (Klybeckplatz – Wiese) soll als Grünverbindung ausgebildet werden. Der für das neue Stadtquartier notwendige Freiflächenanteil soll unter Einbezug der bestehenden und neuen Freiraumqualitäten gesichert werden (Rhein- und Wieseufer, Landschaftspark Wiese, Horburgpark, aufgewertete
Strassenräume etc.).

Grün- und Freiflächen sollen wenn möglich mehrfach genutzt werden können, z.B. als Schulhöfe, Sport- und Spielplätze und Aufenthaltsräume. In den Wohngebieten sollen attraktive Quartierplätze und Grünanlagen angeordnet werden. Auch in den Dienstleistungs- und Gewerbearealen soll ein feinmaschiges Netz attraktiver Grün- und Freiräume vorgesehen werden.

Die Wiese umfasst einen eigenen räumlichen und ökologischen Landschaftsraum mit Fortsetzungen in die Lange Erle und an die Wiesemündung. Bei der Anbindung des Stadtteils soll auf den Charakter dieses Raumes Rücksicht genommen werden. Ein Strassen- und Wegesystem für den Langsamverkehr soll die Grünund Freiflächen untereinander verbinden.

Die Strassenprofile sollen dort, wo sinnvoll, so ausgebildet werden, dass genügend Platz für Bäume bleibt. Insbesondere in Ost-West-Richtung dient die Begrünung einer attraktiven Langsamverkehrsverbindung und der ökologischen Vernetzung von Wiese + Rhein.»

Ziel der Arealentwicklung ist eine „Stadt für alle“: Es sollen Chancen für unterschiedliche Wirtschafts- und Wohnformen sowie für alle Nutzungsanliegen geschaffen werden. Der nächste Schritt nach der Fertigstellung der Synthese bis im November dieses Jahres wird die Erarbeitung eines Stadtteilrichtplanes sein. Das tönt soweit alles schön und gut. Auf die entscheidende Bodenfrage, also wer auf dem Areal letztlich bauen wird, wurde leider keine Antwort gegeben. Es bleibt zu hoffen, dass hier ein ausgewogener Mix aus gemeinnützigen und renditeorientierten Bauträgern gefunden wird. Wir bleiben dran.

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