Balthasar Wirz in den Grossen Rat!

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Als fünften Kandidaten in unserer Serie über die ArchitektenInnen, die in den Grossen Rat wollen, stellen wir euch Balthasar Wirz vor. Er kandidiert in Grossbasel Ost auf der Liste der SP und sagt: „Basel braucht mehr Projekte, die nicht nur aus Interesse an Rendite erstellt werden, sondern den Nutzerinnen und Nutzern vor Ort dienen. Basel braucht auch mehr Mut zu experimentellen Entwürfen und Wohnformen.» Wirz studierte an der ETH in Zürich, arbeitete danach einige Jahre bei Morger Partner und ist seit 2016 selbständig. 

Architektur Basel: Weshalb wollen Sie in den Grossen Rat?
Balthasar Wirz: Unsere Stadt befindet sich in stetem Wandel. Ich setze mich dafür ein, dass wir alle von diesem Wandel profitieren und der Profit nicht ein paar wenigen zugute kommt. Mit meinem Fachwissen möchte ich dazu beitragen, dass mehr gemeinnütziger Wohnungsbau zur Verfügung steht, dass eine Verdichtung stattfindet, die sorgsam mit dem Bestand umgeht, und dass sinnvolle Lösungen für den öffentlichen Raum gefunden werden, welche unsere Stadt beleben, sowie Fussgängern und Velofahrern mehr Platz einräumen.“

Inwiefern können die Rahmenbedingungen für die Architektur und die Baukultur verbessert werden?
„Basel braucht mehr Projekte, die nicht nur aus Interesse an Rendite erstellt werden, sondern den Nutzerinnen und Nutzern vor Ort dienen. Basel braucht auch mehr Mut zu experimentellen Entwürfen und Wohnformen.“

Vision Klybeck © kühne wicki + KOSMOS Architects

Inwiefern zeichnet sich die Basler Baukultur aus?
„In Basel sind wir zur Erkenntnis gekommen, dass sich gute Architektur bezahlt macht. Zudem zeichnet sich Basel geografisch durch seine räumliche Begrenzung aus. Unsere Stadt wird gefasst und verbindet sich gleichzeitig mit den angrenzenden Gebieten in Frankreich, Deutschland und natürlich dem Baselbiet. Zu sehen ist das beispielsweise am Hafen oder im Dreispitz. Dies eröffnet Chancen für die Zukunft, aber auch eine besondere Verdichtung nach Innen, zu sehen beispielsweise an den Roche-Türmen oder dem zukünftigen Klybeck-Quartier.“

«Für überschaubare Aufträge sind kleinere Baufirmen konkurrenzfähig. So profitieren am Schluss lokale Unternehmen, statt grosse Immobilienkonzerne mit Sitz in Zürich oder Paris.»

Wie könnten Handwerker und kleinere Baufirmen, die zu unserer Baukultur massgeblich beitragen, gezielt unterstützt werden?
„Statt Bauprojekte ein paar wenigen Grossinvestoren zu überlassen, muss die Politik dafür sorgen, dass Areale und Baufelder an viele kleine, lokale Bauträgerschaften verteilt wird. Für überschaubare Aufträge sind kleinere Baufirmen konkurrenzfähig. So profitieren am Schluss lokale Unternehmen, statt grosse Immobilienkonzerne mit Sitz in Zürich oder Paris.“

Braucht es mehr Architekturwettbewerbe in Basel? Sei es von staatlicher oder privater Seite…
„Auf jeden Fall! Von staatlicher Seite erwarte ich mehr offene, faire Wettbewerbe. Private haben die Chance, einfache, effiziente und auch originelle Wettbewerbe durchzuführen. All dies führt im Endeffekt zu hochwertiger Architektur.“

„Mir gefällt die trockene Eleganz des Lonza-Hochhauses oder die Reflektion eines Sonnenuntergangs im Messeturm.»

Lonza Hochhaus, 1962

Grundriss Lonza Hochhaus, Suter + Suter, 1962

Sollte es klare Richtlinien für die Vergabe bzw. die Verfahrenswahl von Planerleistungen seitens der öffentlichen Hand geben?
„Die öffentliche Hand ist dafür zuständig, faire Verfahren durchzuführen. Als Architekt wünsche ich mir, dass dabei gestalterische Aspekte mehr Gewicht erhalten.“

Welches Hochhaus in Basel gefällt Ihnen am besten?
„Mir gefällt die trockene Eleganz des Lonza-Hochhauses oder die Reflektion eines Sonnenuntergangs im Messeturm. Ein Lieblings-Hochhaus fehlt mir noch – ich bin gespannt auf weitere, spannende Projekte!“


Balthasar Wirz
kandidiert auf der Liste 5 der SP Basel-Stadt (Grossbasel Ost)
Jahrgang 1984, Architekt ETH SIA selbstständig, Amnesty International, Unichor Basel

Balthasar Wirz hat sein Architekturstudium an der ETH in Zürich absolviert. Nach seinem Abschluss arbeitete er einige Jahre bei Morger Partner Architekten in Basel. Hier betreute und bearbeitete er unter anderem einen Umbau eines grossen Wohn- und Geschäftsgebäudes in Zürich. Ebenfalls war er zuständig für die Entwicklung von grossmassstäblichen Studienaufträgen. 2016 gründete er gemeinsam mit Sévérine Steib das Architekturbüro „Atelier DWA“ und führt dieses heute selbständig.

 

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