An der Nordspitze des Dreispitz tut sich grosses: Das Verdichtungsprojekt für das Areal des MParc von Herzog & de Meuron schlägt drei Wohnhochhäuser mit einer Höhe von maximal 160 Metern vor. Der prämierte Entwurf überzeugt dabei mit der klugen städtebaulichen Integration von zwei grossen Grünflächen.
Die Christoph Merian Stiftung (CMS) als Grundeigentümerin und die Genossenschaft Migros Basel (GMBS) als Baurechtsnehmerin wollen an der Nordspitze des Dreispitz-Areals ein neues städtisches Quartier mit „einer eigenen Identität entwickeln“. Die bisherige Nutzung mit Gewerbe und Verkauf soll mit Gastronomie, Bildung, Freizeit und viel neuem Wohnraum für insgesamt circa 1‘400 Menschen erweitert werden. Dabei sollen gemäss Aussage der CMS rund 15% der Wohnungen im preisgünstigen Segment beispielsweise durch Genossenschaften erstellt werden.
Ziel des Studienauftrags war die Evaluation eines „städtebaulich zukunftsweisenden und zugleich wirtschaftlich tragfähigen“ Konzepts für die Transformation des nördlichsten Teils des Dreispitz. Die Nordspitze, nahe beim Bahnhof SBB und in Nachbarschaft zum Quartier Gundeldingen, verfügt über ein hohes Verdichtungsspotenzial. Ein Studienauftrag mit sechs Architekturbüros sollte dazu eine angemessene städtebauliche Lösung aufzeigen. Das Beurteilungsgremium unter dem Vorsitz von Prof. Adrian Meyer hat sich einstimmig für den Vorschlag von Herzog & de Meuron, Basel, ausgesprochen. Die Juroren gelangten zur Überzeugung, dass die angestrebte hohe Bebauungsdichte in Kombination mit grosszügigen Freiräumen ein beispielhafter Beitrag zur qualitätsvollen Verdichtung ist.
„Die Hangkante des Birstals wird durch die drei Hochhäuser akzentuiert“, erklärt Stadtbaumeister Beat Aeberhard die städtebauliche Qualität des Siegerprojekts. Nebst einem Stadtpark wird auch das Nutzungspotenzial von Dachflächen, beispielsweise jener des MParc Dreispitz, miteinbezogen. Im Unterschied zu allen anderen Beiträgen liefern Herzog & de Meuron ein grosses Plus: Zwei hochwertige Grünräume bilden das Herzstück des Projekts. Einerseits die mit grossen Bäumen und viel Grünflächen geplante CMS-Anlage als räumlicher Vermittler zum Gundeli-Quartier und andererseits die das Gottlieb Duttweiler-Feld auf dem Dach des MParc, das über eine grosse Rampe vom Gottesacker Wolf her erschlossen wird.
Zentrales Element des Siegerprojekts sind drei Hochhäuser mit kreisförmigem Grundriss, gemischter Nutzung und einer Höhe von maximal 160 Metern, die den Ort am Übergang vom Birs- zum Rheintal markieren. An dieser zentrumsnahen Lage werden gemäss Planer „Wohnformen mit einem unterdurchschnittlichen Parkplatzangebot realisiert, was sich positiv auf den Verkehr auswirkt.“
„Der Vorschlag von Herzog & de Meuron stellt angesichts sich verändernder Marktverhältnisse und sich wandelnder Kundenbedürfnisse die Weiterentwicklung eines unserer wichtigsten Verkaufspunkte sicher. Während der Realisierung ist der weitgehend störungsfreie Betrieb des MParc Dreispitz sichergestellt“, sagt Stefano Patrignani, Geschäftsleiter der Genossenschaft Migros Basel. Für Kantonsbaumeister Beat Aeberhard ist das Projekt ein hervorragendes Beispiel eines gelungenen kooperativen Planungsprozesses: „Es ermöglicht die Anbindung an das Quartier Gundeli Ost, schafft eine vorbildliche urbane Verdichtung und gleichzeitig ein Maximum an vielfältig nutzbaren Freiflächen.“ Mit der Entwicklung der Nordspitze können dank zusätzlichen Wirtschafts- und Gewerbeflächen neue Arbeitsplätze geschaffen werden. „Herzog & de Meuron zeigen beispielhaft, wie Verdichtung hohe Wohnqualität und grosszügige Freiflächen für das Quartier ermöglicht“, betont Beat von Wartburg, Direktor der CMS.
Die nun folgende zweite Entwicklungsphase hat die Ausarbeitung eines rechtskräftigen Bebauungsplans zum Ziel. Zuständig für die Erarbeitung dieses Plans ist das Bau- und Verkehrsdepartement. Er könnte im Idealfall im Laufe des Jahres 2020 dem Grossen Rat vorgelegt und danach rechtskräftig werden. Phase drei wird die konkreten Projektplanungen umfassen.
Ausstellung
Wann? 14. bis 21. Dezember 2017
Werktags: 16–19 Uhr, Samstag: 10–17 Uhr, Sonntag geschlossen
Wo? Ehemaliges Feuerwehrdepot an der Dornacherstrasse 398 in Basel