Jürgen Johner in den Grossen Rat!

0

Als dritten Kandidaten stellen wir euch Jürgen Johner vor. Er kandidiert bei den Grünliberalen für den Grossen Rat. Der ETH-Absolvent amtet nach vielen Jahren bei Herzog & de Meuron als Leiter der Abteilung «Entwickeln Planen Bauen» der Gemeinde Allschwil. Für eine bessere kantonsübegreifende Planung wäre seine Wahl also sicherlich ein Gewinn. Gemäss eigener Aussage möchte Johner seine Ideen «weit weg vom klassischen Links-Rechts-Denken» in die Politik einbringen.

Architektur Basel: Weshalb wollen Sie in den Grossen Rat?
Jürgen Johner: «Erst als angestellter und als selbständiger Architekt, dann auch als Architekturprofessor und seit einigen Jahren zudem als Planungsleiter in der einwohnerstärksten Gemeinde des Kantons Basel-Landschaft beschäftige ich mich seit langem professionell mit Stadt und Umwelt. Da bekanntlich eine überwiegende Zahl der politischen Geschäfte in den Bereichen Planung, Bau und Umwelt angesiedelt sind, will ich meine breite Erfahrung künftig politisch im Grossen Rat einsetzen, um für die Herausforderungen der Zukunft differenzierte Betrachtungen weit weg vom klassischen Links-Rechts-Denken der Vergangenheit einzubringen. Win-Win-Situationen sind gerade für Wirtschaft und Umwelt möglich, sobald wir bereit sind, im Sinne der Sache über dogmatische Zwangskorsette hinweg intelligente, fachlich fundierte Kompromisse zu suchen. Dazu braucht es nicht zuletzt das politische Engagement der Architekten.»

Inwiefern können die Rahmenbedingungen für die Architektur und die Baukultur verbessert werden?
«Die Rahmenbedingungen für Architektur und Baukultur sind in der Schweiz und im Besonderen in Basel bereits heute sehr gut. Dennoch gilt es diese weiter zu verbessern und zudem Verschlechterungen zu verhindern. Dazu zähle ich den sinnvollen Einsatz bewährter qualitätssichernder Instrumente wie beispielsweise der Architekturwettbewerbe, aber auch das Beibehalten einer kompetenten, mit Kompetenzen ausgestatteten Stadtbildkommission.»

«Wettbewerbe können richtig eingesetzt ein sehr gutes qualitätssicherndes Instrument sein. Zudem erlauben sie die Förderung von talentierten, noch wenig erfahrenen Planern.»

Inwiefern zeichnet sich die Basler Baukultur aus?
«Die Basler Baukultur entwickelte ihre starke Identität über viele Jahrzehnte. Während diese lange Zeit jeweils über herausragende Einzelbauten auffiel, sind es in jüngerer Vergangenheit vermehrt auch die öffentlichen Räume, die durch sorgfältige Gestaltung wesentlich zur Basler Baukultur beitragen.»

Wie könnten Handwerker und kleinere Baufirmen, die zu unserer Baukultur massgeblich beitragen, gezielt unterstützt werden?
«Als Planer können wir Handwerker und Firmen fördern, indem wir Arbeiten planen, bei denen handwerkliches Knowhow gefragt ist. Zudem bin ich der Meinung, dass die direkte Beauftragung einzelner Gewerke, besser als die Zusammenarbeit mit grossen GUs, das Handwerk und kleine Firmen fördern kann.»

Dreispitz Nordspitze © Herzog & de Meuron

Braucht es mehr Architekturwettbewerbe in Basel? Sei es von staatlicher oder privater Seite…
«Wettbewerbe können richtig eingesetzt ein sehr gutes qualitätssicherndes Instrument sein. Zudem erlauben sie die Förderung von talentierten, noch wenig erfahrenen Planern. Wettbewerbe sind aber nicht die einzige Möglichkeit, um insbesondere bei komplexen Aufgaben zu sehr guten architektonischen oder städtebaulichen Lösungen zu kommen.»

Sollte es klare Richtlinien für die Vergabe bzw. die Verfahrenswahl von Planerleistungen seitens der öffentlichen Hand geben?
«Das öffentliche Beschaffungswesen ist bereits heute auf Bundes- wie auf Kantonaler Ebene stark reglementiert. Die Notwendigkeit von weiteren Richtlinien zur zusätzlichen Einschränkung ist sehr sorgfältig zu prüfen.» 

Welches Hochhaus in Basel gefällt Ihnen am besten?
«Die drei künftigen Hochhäuser Dreispitz Nord von Herzog & de Meuron.»




Jürgen Johner kandidiert auf der Liste 10 für die Grünliberale Partei.

1973 bis 1981 Humanistisches Gymnasium in Basel
1981 bis 1987 Architekturstudium an der ETH Zürich
1987 bis 1988 Studienaufenthalt in der Fondation Suisse (Le Corbusier) der Cité Universitaire und Mitarbeit bei Suter + Suter SA, Paris
1988 bis 1989 Mitarbeit bei Fierz & Baader, Basel
1990 bis 1993 Projektleiter bei Beyeler + Partner, Liestal
1993 Sabatical, Weltreise
1994 bis 1996 Teilhaber Beyeler + Partner, Liestal und Zürich
1996 eigenes Architekturbüro in Basel
1996 Sommerakademie iaas in Venedig
1997 bis 1999 Projektleiter im Büro Herzog & de Meuron, Basel
1997 Co-Director Sommerakademie iaas in Basel
2000 bis 2008 Associate im Büro Herzog & de Meuron, Basel
Seit 2002 Vorträge und Jurytätigkeit im In- und Ausland
2006 bis 2008 Aufbau und Leitung des Büros Herzog & de Meuron, Hamburg, verantwortliche Leitung Architektenteam und GP Team Elbphilharmonie Hamburg
2009 bis 2012 Selbständig im Büro Jürgen Johner Architekten, Hamburg
2010 bis 2014 Ordentlicher Professor an der NTNU in Trondheim, design of complex buildings
Frühling 2011 Inaugurate Professor of Practice an der Syracuse University School of Architecture NY
Seit 2012 Hauptabteilungsleiter Hochbau und Raumplanung der Gemeinde
Allschwill
ab Sommer 2017 Leiter Abteilung Entwickeln Planen Bauen der Gemeinde
seit 2018 stellvertretender Bereichsleiter BRU2018 Certificate of advanced studies in urban management an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich

Comments are closed.