Neues aus Muttenz: Die Wohnüberbauung «Apfhalter», die aus den 1970er-Jahren stammt, soll saniert, nachverdichtet und der grüne Innenhof vergrössert werden. Um das passende Projekt zu finden, hat die Eigentümerin, die Pensionskasse Basel-Stadt, fünf Teams zu einem Studienauftrag eingeladen. Reüssieren konnten Nord Architekten aus Basel. Konsequentes Weiterbauen ist das Credo ihres Beitrags: Vier bestehende Gebäudeblöcke werden aufgestockt und durch einen Neubau ergänzt, wodurch auf der Parzelle rund doppelt so viel Wohnraum wie bisher entsteht. Die Umbaustrategie erhält die sozialen Strukturen: Die bestehenden Mieterinnen und Mieter sollen während den gesamten Arbeiten im Areal bleiben können.

Die bestehende Siedlung im Orthofoto © Pensionskasse Basel-Stadt
Sie ist ein Kind ihrer Zeit. Keine grossartige Architektur zwar, aber äusserst solide und alltagstaugliche Bauten. Die an der Gartenstrasse in Muttenz liegende Überbauung «Apfhalter» ist gemäss Pensionskasse Basel Stadt «sanierungsbedürftig und weist aus heutiger Sicht eine sehr geringe bauliche Dichte auf.» Ein von der Eigentümerin initiierter und durch Immobilien Basel-Stadt durchgeführter Studienauftrag suchte deshalb nach Lösungen zur sinnvollen Nachverdichtung. Eingeladen wurden fünf Teams: Von renommierten Namen wie Esch Sintzel oder Luca Selva bis zu Rosenmund + Rieder. Leider wurde kein junges Team eingeladen. Es ist schade, dass Immobilen Basel-Stadt in diesem Fall keinen Betrag zur Nachwuchsförderung leistete.

© Nord Architekten
Das siegreiche Projekt aus der Feder von Nord Architekten zusammen mit META Landschaftsarchitektur «überzeugt in sehr hohem Mass durch seine hohe städtebauliche Qualität, seine differenzierte Ausarbeitung sowie seine angemessene Reaktion auf die Ausgangslage, die Aufgabe und die gesuchte Quartieridentität», wie es im Jurybericht heisst. Der Entwurf sieht vor, die Überbauung zu sanieren und die Wohnfläche durch die Aufstockung von vier Gebäudeblöcken zu verdoppeln. Die direkt an der Gartenstrasse liegende Häuserzeile wird nur saniert und nicht erhöht. Zusätzlich ergänzt ein Neubau die Wohnüberbauung. So kann der Wohnbestand von 68 auf circa 140 Wohnungen vergrössert werden. Damit einhergehend wird der grüne Innenhof vergrössert und die Wohnqualität durch eine massvolle Modernisierung der bestehenden Gebäude erhöht.

Situationsmodell © Pensionskasse Basel-Stadt
«Die Überbauung aus den 1970er-Jahren wird so in eine zukunftsfähige Beschaffenheit versetzt, wobei fast alle bestehenden Gebäude erhalten bleiben», schreibt die Pensionskasse Basel-Stadt in ihrer Medienmitteilung. Dabei stand mitunter die Frage der Ökologie im Zentrum: Die Nachverdichtung diene dem ökologischen Ziel, die mit einem Rückbau verbundene Erzeugung neuer grauer Energie und Treibhausgase zu minimieren. Zudem war die Weiterentwicklung des Freiraums ein wichtiges Thema. Das Siegerprojekt meisterte diese Aufgabe bravourös: «Das äusserst detailliert ausgearbeitete Freiraumkonzept schafft differenzierte Freiraumqualitäten in dem es die Chancen der städtebaulichen Veränderungen sehr geschickt ausnutzt.»

© Nord Architekten
Nun steht der politische Prozess an: Das gewählte Projekt von Nord dient als Grundlage für die kommende Quartierplanung. Diese ist notwendig, um in eine Projektierung starten zu können. Die Mieterinnen und Mieter sollen dank der etappenweisen Durchführung der Bauarbeiten auf dem Areal verbleiben können, wobei sie temporär in Ersatzwohnungen innerhalb der Wohnüberbauung umziehen. Damit legt das Projekt den Fokus nebst der Schaffung von zusätzlichem Wohnraum und der ökologischen Nachhaltigkeit auch auf die soziale Verträglichkeit. Es ist erfreulich, dass die Pensionskasse Basel-Stadt, als renditeorientierte Immobilienakteurin, den besonderen Fokus auf die soziale und ökologische Nachhaltigkeit legt. Dass daraus gute Architektur entstehen kann, beweist der Studienauftrag zur Nachverdichtung in Muttenz. Wir freuen uns auf die Umsetzung.
Quelle: www.pkbs.ch