© Ilona Bürgin
Unsere «MUST SEE» am Open House Basel 2026
Das Wochenende ist dick im Kalender angestrichen. Jeweils im Mai findet Basels wichtigster Architekturevent statt: das Open House Basel. Dieses Jahr öffnen 116 sehenswerte Bauten aus unterschiedlichen Epochen ihre Türen. Vorbeischauen lohnt sich! Unsere beiden Redaktoren, Simon Heiniger und Lukas Gruntz, haben ihr persönliches «Must see» zusammengestellt.
Atelierhaus GGG
© Ilona Bürgin
«Ein besonderes Haus in der Breite. Wahrscheinlich ist es schon so manchem aufgefallen, der am Rheinufer entlangspaziert ist. Die vier grossen Atelierfenster fangen bestes Nordlicht ein. Man wähnt sich in Paris. Das besondere Atelierhaus der GGG wurde 1910 von den Architekten Burckhardt, Wenk u. Cie. in schlichtem Jugendstil erbaut. Ein absolutes Unikat!»
Kaltbrunnen Schulhaus
© Ruedin Walti
«Ein Frühwerk von Luca Selva, damals noch im Team mit Jean-Pierre Wymann. Auf den ersten Blick eine äusserst rationale Architektur. Ein Fensterformat prägt die Fassade. Auf den zweiten Blick erzeugt die transluzide, fast papierene Fassade eine besondere architektonische Poesie – irgendwo zwischen Solothurner Schule und Minimal Art.»
Sportzentrum Pfaffenholz
© Max Galli
«Vielleicht keine grosse Architekturikone, aber ein spannendes Werk von Herzog & de Meuron, das viele Themen vereint: Die besondere Fassade ist mit grossformatigen grünen Glasplatten verkleidet. Durch eine spezielle Prägung fungieren die Platten als Filter für die natürliche Belichtung der Sporthalle. Die Betonfassade des Garderobentrakts ist ein Prototyp: Hier gelang den Architekten die besondere Erfindung, fotografische Bilder auf die äussere Schicht der Betonoberfläche zu drucken. Die leicht raue Oberfläche erzeugt einen räumlichen Effekt. Die Halle wurde 1993 erbaut – kurz vor dem grossen internationalen Durchbruch von HdM.»
Wohnsiedlung Domino
© Annette Fischer
«Das Thema hier: vermeintlich banale Nachkriegsmoderne umnutzen. Das 1969 erbaute Dominikushaus diente als Pflegeheim mit Konventtrakt und Kapelle. Nach dem Umzug in einen Neubau im Jahr 2023 wurde das Ensemble von Salathé Architekten in ein genossenschaftliches Wohnprojekt transformiert. Das Credo: Keeping what’s good! Die ehemalige Schottenstruktur wurde behutsam in flexible Wohnräume überführt, Bauteile wie Tropenholzfenster, Türen und Naturstein wurden wiederverwendet. Domino liefert Anschauungsunterricht in Sachen Weiterbauen!»
Aufstockung Bläsiring
© Geraldine Recker
«Wundersame Wandlung im Kleinbasler Hinterhof: Das Projekt des Architekturkollektivs squadra schafft die Nachverdichtung eines denkmalgeschützten Ensembles, ohne die gewerbliche Erdgeschossnutzung des Innenhofs zu verlieren. Die Aufstockung samt neuer Balkonschicht zeugt von hohem konstruktivem und handwerklichem Können. Oder mit anderen Worten: Gute Architektur manifestiert sich im Detail.»
Doppelkindergarten Pilgerstrasse
© Mark Niedermann
«Das Gebäude aus dem Jahr 1925 aus der Feder von Paul Artaria wurde 2025 durch Architektin Raphaela Schacher erweitert. Der Doppelkindergarten als eingeschossige Erweiterung ersetzt einen späteren Anbau. Der Holzbau fügt sich gut in die Pilgerstrasse ein; fast könnte man ihn übersehen. Ein feiner Eingriff mit grosser Wirkung.»
Aufstockung Kleinhüningeranlage
© Niko Kopp
«Das Gebäude aus dem Jahr 1962 wurde saniert und um zwei Geschosse aufgestockt. Die laute Kleinhüningeranlage im Rücken öffnen sich die Wohnungen neu über Balkone zum ruhigen Hof. Umbau und Erweiterung statt Ersatzneubau ist hier Programm!»
Umnutzung Tramdepot Hammerstrasse
© Ariel Huber
«Einst Tramdepot, zwischenzeitlich eine Werkstatt. Stephan Eicher Architekten nutzten das 1895 erbaute Gebäude 2023 zu einem Büro um. Die Einbauten sind alle reversibel. Die bestehenden Stützen und Fenster geben Hinweise auf die frühere Nutzung. Wir finden: am besten weiterbauen lässt sich nur mit bestehender Struktur...»
Wohnhaus auf dem Hummel
© Federico Farinatti
«Roher Beton, eine feine Metalltreppe, eine grüne Holzfassade und ein heller geschliffener Boden. Das ist das Wohnhaus auf dem Hummel aus der Feder von Jaeger Koechlin Architekten. Ein schlichter Grundriss und ebenso feine Details. Sehr schön! Mehr gibt es dazu gar nicht zu sagen. Architektur wahrnehmen bedeutet, Architektur selbst zu erfahren. Ein Besuch lohnt sich!»