Aktuelles 12.05.26

© Architektur Basel

Offene Türen, neue Perspektiven – Unterwegs am Open House Basel 2026

Viele offene Türen bedeutet viel zu sehen. Am diesjährigen Open House Basel waren unsere Nachwuchsredakto:rinnen Mariia, Lina und Lukas unterwegs, um Architektur nicht nur zu besichtigen, sondern zu erleben. Zwischen begrünten Innenhöfen, sensiblen Umbauten und überraschenden Wohnkonzepten sammelten sie Eindrücke, Beobachtungen und Lieblingsmomente, die sie für uns festgehalten haben. Entstanden ist ein persönlicher Rückblick auf ein Wochenende voller offener Türen, spannender Räume und inspirierender Begegnungen. Let’s go!

Auf geht’s in Basels wilden Nordwesten zwischen Bahngeleisen und Industrieanlagen. Wir starteten unsere Tour im Wohnbauparadies namens Lysbüchel.

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Mitten im Grünen: Im Mittelpunkt steht dort die Lyse-Lotte von Clauss Kahl Merz. Ein Haus, das durch sein ungewöhnliche Form begeistert und durch seinen intensiv begrünten Aussenraum eine Bilderbuchatmosphäre schafft.

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Früher Wein, heute Wohnen: Direkt daneben befindet sich das von aussen etwas klarer gegliederte Weinlager. Hier sind Wohnungen entstanden, in denen die alte Struktur in Form der Pilzstützen zelebriert wird. Die verspielten Farben, welche sich durchs ganze Haus ziehen, machen Freude und erwecken die alte Struktur zu neuem Leben.

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Ein zeitloses Haus: Wenn man vor dem Eckbau von Loeliger Strub steht, fällt es einem schwer zu sagen, ob das Haus alt oder neu ist. Die Ziegel haben schon ordentlich Patina, jedes Fenster hat vier Fensterläden, und die blauen Holzelemente verwirren einen dann vollends. Aber genau dadurch entsteht eine farbenfrohe und spannende Fassade, in der jedes Bauteil seine eigene Geschichte hat.

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Ein guter Vermittler: Das Haus von Jaeger Koechlin bildet den Übergang der bestehenden Häuserzeile hin zum neuen Wohnquartier. Das gelingt gut, da es sich als Gebäude zurücknimmt, auf gut organisierte Grundrisse setzt und eine offene Gemeinschaftsterrasse auf dem Dach hat. Hier steht die Gemeinschaft, im wahrsten Sinne des Wortes, über der Architektur.

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Aufgestockt, um abzuhängen: Wir fahren weiter über die Dreirosenbrücke ins Kleinbasel. Der nächste Stopp ist die Aufstockung im Hinterhof am Bläsiring von Squadra. Hier entsteht dank dem Umbau des alten Dachstuhls ein weiteres Geschoss, in dem es sich anfühlt wie in einem Baumhaus. Der Holzbau mit seinem vorgehängten Laubengang schafft einen offenen Raum, in dem man nichts lieber machen möchte, als sich in eine Hängematte zu legen und bei Vogelgezwitscher aus dem Innenhof ein gutes Buch zu lesen...

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Lagerregal heisst rückwärts Lagerregal: Die Umnutzung des alten Lagergebäudes in Kleinbasel von Buol Zünd erinnert durch seine einseitige Ausrichtung an ein an der Wand stehendes Regal. Durch ein paar kluge Kniffe, wie die runden Wände im Flur, schaffen es die Architekten, das meiste aus dem einseitigen Lichteinfall herauszuholen. Eine grosszügige Balkonschicht sowie eine gemeinschaftliche Dachterrasse sorgen ausserdem für Aussenräume mit hoher Qualität.

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Formen, Fotos, Frei: Das Fotostudio Frei begeistert zum zweiten Mal in Folge viele Architekturliebende. Studio ne hat es durch eine feinfühlige Renovierung geschafft, den Charme des Hauses freizulegen. Die Fassade ist unverändert, so bleibt das experimentelle Spiel von Form und Materialität weiter sichtbar und ein Zeitzeuge der Anfänge von Herzog & de Meuron erhalten.

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Hauptsitz im Hinterhof. Die Christoph Merian Stiftung baute mit Herzog & de Meuron einen Neubau anstelle der ehemaligen Schulzahnklinik im Hinterhof der Liegenschaft St. Alban. Das Gebäude umfasst drei Geschosse mit offenen Räumen, die eine kommunikationsfördernde Atmosphäre schaffen.

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Die Gestaltung wurde stark auf die Materialisierung von Holz ausgerichtet. So umfasst das Gebäude verschiedene Holzarten, die dem Raum einen ausgeprägten, süsslichen Holzgeruch verleihen. Die Brandschutznormen konnten die Architekten geschickt verstecken, ohne die Materialisierung des Holzes zu verlieren. Hinter den dünnen Holzfurnieren sind die Stahlbetonwände kaum zu erkennen!

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Jugi im Dalbeloch: Das ursprünglich in den Jahren 1850/51 erbaute Fabrikgebäude, das später zweimal umgebaut und erweitert wurde, bietet den Gästen der Stadt Basel einen bequemen und im Verhältnis kostengünstigen Aufenthalt. Die Jugendherberge wurde ein zweites Mal vom Architekturbüro Buchner Bründler weiterentwickelt. Dabei entstand eine neue Erschliessung zum Eingang in Form einer Brücke mit einem Holzsteg über den St.-Alban-Teich. Besonders auffällig ist der Erweiterungsbau des Hostels, der die historische Fassade ergänzend mit dem Holzsteg verbindet.

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Hallo, Globi! Am Marktplatz steht ein Neubau von Miller & Maranta. Ein Neubau? Tatsächlich erkennt man die Neustrukturierung der Geschossflächen auf den ersten Blick nicht, da diese hinter der denkmalgeschützten Fassade verborgen ist. Das Gebäude wurde komplett entkernt, während die Natursteinfassade aus den verschiedenen Bauzeiten geschützt und gesichert wurde. Die erhaltene Fassade wird durch eine moderne Aufstockung ergänzt, die aus schönen grünen Keramikplatten und üppigen Dachgärten besteht.

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Don’t kill my vibe: Wo früher eine Maschinenfabrik den Menschen Arbeitsplätze bot, befindet sich heute ein neuer Ort für die Musikausbildung. Drei unabhängige Treppenhäuser erschliessen das Gebäude und verbinden die verschiedenen Aufenthaltsräume mit den Konzert- und Musikräumen. Die akustischen Anforderungen der Musikschule wurden exzellent erfüllt. Dies führte dazu, dass jeder Raum einzeln mit Leitungen verbunden und mit einem eigenen Kontrollpunkt ausgestattet wurde. Somit kann im gesamten Jazz Campus eine Musikaufnahme stattfinden – sogar in den Mädchen-WCs!

für Architektur Basel am Open House Basel 2026 unterwegs: Mariia Hryshko, Lina Landwehr, Lukas von Reinersdorff