Salz-Bohrtürme bei Schweizerhalle; Bilder schwarz weiss: Archäologie und Museum Baselland, sowie: Bildarchiv ETH Bibliothek Zürich Abgerufen auf: https://www.bzbasel.ch/bildergalerien/was-hat-baselland-dem-salzabbau-zu-verdanken-eigentlich-fast-alles-ld.1305164 Bilder Farbe: Piertzovanis Toews
Piertzovanis Toews: Basler Lieblingshäuser
Salz-Bohrtürme bei Schweizerhalle
Man sieht es ihnen auf den ersten Blick an: Es sind sehr markante Gestalten, gebaut für einen ganz bestimmten Zweck. Wie bei den hölzernen Fischernetz-Hütten in Hastings oder bei anderen monofunktionalen Zweckbauten: Das Bedürfnis, eine ganz bestimmte Tätigkeit ausüben zu können, hat hier eine einzigartige Typologie geformt. Das Turmgerüst, meistens aus Stahl, ist mit schwarzbraunen Brettern verkleidet. Die statisch bedingte Form des sich verjüngenden Turms wird durch die geschuppte Schalung noch einmal überzeichnet. Angedockte Pumpenhäuser wirken wie beschwerende Gewichte am Boden. Die schon mehrfach verschobenen Gebäude sind heute ausser Funktion, zeugen aber von einer bahnbrechenden Entwicklung. Die Entdeckung der Salzvorkommen wird Ausgangspunkt für die Entstehungsgeschichte des ganzen chemischen Industriezweigs in der Region.
Salz-Bohrtürme bei Schweizerhalle; Bilder schwarz weiss: Archäologie und Museum Baselland, sowie: Bildarchiv ETH Bibliothek Zürich Abgerufen auf: https://www.bzbasel.ch/bildergalerien/was-hat-baselland-dem-salzabbau-zu-verdanken-eigentlich-fast-alles-ld.1305164 Bilder Farbe: Piertzovanis Toews
Haus Gmür Riehen – Silvia Gmür 1978
Das Ineinanderflechten zweier zueinander verdrehter Koordinatensysteme, die in die Umgebung hinausgreifen, liegt dem Haus als klar gesetztes Thema zugrunde. Aber in welch einem Reichtum entfaltet sich hieraus die Gestalt, innen wie aussen! Nicht nur, dass die entstehenden Verschachtelungen zugelassen und ausgebaut werden – eine unbändige Lust an Sequenzen, Übergängen und Facetten hat hier ein Haus hervorgebracht, das vom Keller bis in die Dachspitzen wahrhaft entdeckt werden will. Bei aller rasenden Raumfreude fallen aber auch die fein gewichteten und präzise getroffenen Entscheidungen ins Auge. Während etwa die sägerauen Bohlen mit ihren unterschiedlichen Breiten ganz entspannt den Rhythmus der Wand vorgeben dürfen, oder gemauerte Stellen hinter den Rohren einfach unverputzt bleiben, wurde jede einzelne Schraube der roten Kaminbleche minutiös horizontal ausgerichtet.
Haus Gmür Riehen – Silvia Gmür 1978; Axonometrie schwarz weiss aus: Werk, Bauen + Wohnen, 1980, Heft 10 Bilder Farbe: Piertzovanis Toews
Haus Mme A.V. Hegenheim – Schwarz + Gutmann mit Heinz Hossdorf 1961
Eine Dachschale aus Schiffsplanken! Die Wasserfläche streut flackernde Lichtflecken über die gekrümmten Riemen. Gerade einmal drei Zentimeter stark wölbt sich das hyperbolische Dach über einem Rechteck von 16 x 20 Metern. Zwei Bretterlagen, kreuzweise übereinandergelegt, verleimt und verschraubt – mehr war nicht nötig. Nur wenige Minuten ausserhalb Basels hat der Ingenieur Heinz Hossdorf mit den Architekten Schwarz und Gutmann diese waghalsige Schale realisieren können. Zehn Jahre später setzen sie im gleichen Team das Hängedach des Theaters in Basel um. Getestet wurden die Schalen am Modell. Jedes einzelne Holzbrett wurde hier sorgfältig im Massstab 1:10 zugeschnitten und eingebaut. Aus Hossdorfs Labor für Modellstatik gingen auch weitere Schalentragwerke hervor: Das Dach des Lesesaals der Basler Universitätsbibliothek, das Kieswerk in Gunzgen oder die Gummibandweberei in Gossau.
Haus Mme A.V. Hegenheim – Schwarz + Gutmann mit Heinz Hossdorf 1961; Bilder schwarz weiss aus: Das Werk, April 1963 Bilder Farbe: Piertzovanis Toews
Piertzovanis Toews: Basler Lieblingshäuser
Text und Bilder: Piertzovanis Toews Piertzovanis Toews