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10.02.25
© Fabian Nützi
Ressourcenverschwendung im Architekturstudium: Ein Paradoxon und Lösungsansätze
Das physische Modell ist zur Vermittlung und Diskussion einer architektonischen Idee unentbehrlich. Das zeigte sich auch an den vergangenen Schlusskritiken des Instituts Architektur in Muttenz: Oft wurde rund um das Modell am engagiertesten diskutiert. Das Ganze hat eine Schattenseite, wie Architekturstudent Fabian Nützi in seinem Gastkommentar verrät: «Es ist paradox, dass wir im Namen der Bildung und Kreativität Tonnen von Materialien verwenden, die am Ende oft wieder in der Tonne landen.» Er plädiert für einen nachhaltigeren Umgang mit den Modellbauressourcen – und präsentiert konkrete Vorschläge.
© Fabian Nützi
Im Architekturstudium beschäftigen wir uns intensiv mit den Themen ReUse, Nachhaltigkeit und Klimaneutralität. Doch während wir über umweltschonende Bauweisen und ressourcensparende Technologien lernen, gibt es einen bemerkenswerten Widerspruch in unserem Alltag: die enorme Verschwendung von Materialien für den Bau unserer Modelle. Muss es wirklich ein komplettes Geschoss sein oder genügt es nicht nur ein Raum zu zeigen? Es ist paradox, dass wir im Namen der Bildung und Kreativität Tonnen von Materialien verwenden, die am Ende oft wieder in der Tonne landen.
"Diese Praxis steht im Widerspruch zu den Prinzipien der Nachhaltigkeit, die wir so leidenschaftlich verfolgen."
© Fabian Nützi
Diese Praxis steht im Widerspruch zu den Prinzipien der Nachhaltigkeit, die wir so leidenschaftlich verfolgen. Aber anstatt nur zu kritisieren, sollten wir auch nach praktischen Lösungen suchen. Wir könnten beispielsweise innovativere Ansätze zur Materialnutzung entwickeln. Eine Idee wäre möglichst auf den Leim zu verzichten, damit Modelle wiederverwendet werden können. Oder diese zumindest so zusammengebaut werden, dass man die Modelle leicht auseinander bauen kann. Ein weiterer Ansatz könnte sein, schon bei der Aufgabenstellung zu hinterfragen, was ist relevant für die Abgabe? Einen Workshoptag einführen rund um das Thema «Materialverbrauch im Studium». So können wir alle Personen erreichen. Was für alternative Materialien gibt es noch? Ein Semester nur mit gebrauchten Materialien arbeiten, so entstehen neue und unkonventionelle Modelle. Noch eine Idee wäre eine Art Bauteilbörse, dort werden alle Bauteile auseinandergebaut und in ein Regal, wo jeder Student Zugang hat, gelagert und sortiert.