Baukultur 03.06.18
1908 erhielt das Büro von Gustav und Julius Kelterborn den Auftrag zur Gestaltung der Tramstation auf dem Aeschenplatz: ein Pavillon mit Kiosk und Räumlichkeiten für den Trambetrieb. Dazu kam eine lang gezogene offene Wartehalle für die Passagiere. Die Architekten kombinierten eine Konstruktion aus Eisenträgern für die Wartehalle mit einem halbrund abschliessenden Pavillon in hellem Haustein, in den sie einen Brunnen und eine Sitzbank integrierten. Seit dem Bau des Kristallpalastes 1851 in London hatte die Eisen-Glaskonstruktion ihren Siegeszug angetreten und sukzessive die Baukunst revolutioniert. Das Potential ihrer Reichweite prädestinierte sie ganz besonders für dem Verkehr gewidmete Anlagen. Dieser Bau, ganz untypisch für die früheren Schöpfungen der Architekten Kelterborn, war der modernste des Büros. Historische Zitate erscheinen nur noch rudimentär. Der halbrunde Abschluss des Pavillons ist mit einem Reliefband aus organisch schwingenden Dreiecken verziert, ganz charakteristisch für die Spielart des vegetabilen Jugendstils. ________________________________________ Funktion: Tramhaltestelle Adresse: Aeschenplatz Bauzeit: 1908 Architekt: Gustav und Julius Kelterborn Quelle: Faltblatt „Baukultur entdecken“ / Schweizer Heimatschutz Text: © Rose Marie Schulz-Rehberg Bilder: © CD | Architektur Basel