Umbau der St. Jakobshalle Basel

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Voraussichtlich Ende September 2017 ist der nördliche Teil der St. Jakobshalle komplett fertiggestellt, somit werden die Swiss Indoors planmässig stattfinden können. Im gleichen Zeitraum werden auf der Südseite, ähnlich wie bereits auf der Nordseite, die intensiven Rohbauarbeiten durchgeführt. Wie gewohnt, werden im Winterhalbjahr (Herbst 2017 – Frühling 2018) die bekannten Events durchgeführt. In diese Zeit sind Bauarbeiten nur eingeschränkt möglich.

Eindrücklich zeigt sich bereits heute das grosse, weit auskragende Vordach über dem neuen Foyer. Die Auskragung von bis zu 30 m wird durch ein in der Decke integriertes Beton-Rippensystem mit einer statischen Höhe von 3 m ermöglicht. Zwischen den raumhohen Betonrippen des Vordachs werden sämtliche Lüftungsgeräte untergebracht. Statik und Haustechnik gehen so Hand in Hand. Das Dach wird auf einer einzigen Stütze an der nordwestlichen Gebäudeecke abgestützt. Dieser statisch entscheidende Punkt wird vom „Findling“ des Künstlers Eric Hattan in Form eines 25 Tonnen schweren Granitblocks ausgezeichnet.

Die planenden Architekten Berrel Berrel Kräutler und Degelo Architekten liessen sich bei dieser ambitionierten Tragstruktur von der bestehenden Halle (erbaut 1970 – 76) des Architekten Giovanni Panozzo und Ingenieurs Heinz Hossdorf inspirieren: Das hängende Hallendach kann als Meisterwerk der Bautechnik bezeichnet werden. An der dünnsten Stelle beträgt die Stärke der Betonschale lediglich 7,5 Zentimeter (!) – und trägt noch heute Lasten von bis zu 100 Tonnen.

Unglücklich erscheint der Umgang mit der ursprünglichen Fassade der Halle. Sämtliche Fenster werden aufgrund eventtechnischer Anforderungen zubetoniert. Die elegante Lamellenstruktur wird verschwinden. Die Aussenwände des Hallenkubus werden anschliessend aussenseitig per Kompaktdämmung isoliert und in „Betonoptik“ verputzt. Eine etwas gar pragmatische Lösung. Der Bauherrschaft und den Planern kommt dabei entgegen, dass die St. Jakobshalle (immerhin ein Schlüsselwerk der 70er Jahre) weder geschützt noch im Inventar für schützenswerte Bauten aufgeführt ist. Panozzo und Hossdorf würden sich im Wissen um den Umgang mit ihrer wunderbaren Betonarchitektur wohl im Grab umdrehen.

Die Baukosten des Umbaus betragen insgesamt CHF 107.8 Mio. Die Kosten- und Termineinhaltung ist ein sehr wichtiger Bestandteil des Projektmanagements, zurzeit sind Kosten und Termine „auf Kurs“. Die Übergabe an den Nutzer ist auf Herbst 2018 geplant. Damit kann das Projekt nach über acht Jahren Planung und Realisation abgeschlossen werden.

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