550 Wohnungen auf Areal Wolf: EM2N und Christ & Gantenbein planen neues Quartier

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Auf einem Teil des Güterbahnhofs Wolf in Basel entsteht ein neues Stadtquartier. Das von Christ & Gantenbein und EM2N ausgearbeitete Richtprojekt wird bis am 1. März 2019 der Bevölkerung in Form eine Ausstellung vorgestellt. Nutzungsmix ist das Zauberwort. Die städtebauliche Gestaltungsidee vereint Wohn-, Logistik-, Gewerbe- und Büroflächen.

Lastwagen fahren im Minutentakt ein und aus an der St. Jakobs-Strasse im Osten von Basel. Der Güterbahnhof Wolf dient heute in erster Linie dem Güterumschlag. Die teilweise Verlagerung der Logistik nach Basel-Nord und eine räumliche Optimierung ermöglichen die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers auf zehn Hektaren zwischen dem Schienenfeld und der St. Jakobs-Strasse. Das Richtprojekt geht auf die spezielle Lage ein und schlägt einen in Ost-West-Richtung ausgedehnten und lärmgeschützten Hof vor. Wobei auch die Denkmalpflege und der Heimatschutz berücksichtigt wurde: Die historischen Bauten werden in die Hofraumfigur eingebettet und stärken die Identität des neuen Quartiers. Das Richtprojekt entstand auf der Basis der beiden Vorschläge der Architekten Christ & Gantenbein und EM2N aus der 2017 durchgeführten Studie. Die SBB und der Kanton Basel-Stadt sind sich einig, mit dem Richtprojekt einen überzeugenden Städtebau und ein passendes Nutzungskonzept vorzulegen.

Arealentwicklung Wolf Basel © SBB

Stadtmodell: Ein in Ost-West-Richtung ausgestrecktes Hof-Konglomerat © SBB

Alles in einem Quartier: Logistik, Gewerbe und 550 Wohnungen
Im Richtprojekt sind rund 73’000 Quadratmeter Wohnfläche, 36’000 Quadratmeter Büro- und Dienstleistungsfläche, 62’000 Quadratmeter für Gewerbe- und Logistiknutzungen und 11’000 Quadratmeter für öffentliche Einrichtungen, Verkauf und Gastronomie vorgesehen. Allfällige Emissionen und Lärmprobleme wurden räumlich gelöst: Wohnen und Arbeiten werden in einen Wohn- und einen Gewerbehof getrennt. Die rund 550 Wohnungen befinden sich im westlichen Teil des Hofes. Die Gewerbe- und Büronutzungen befinden sich im östlichen Teil, der an das bestehende UAG-Gebäude angrenzt. Dieses bleibt als Umschlagsplatz für die Logistik bestehen. Ebenso wird der Freiverlad auf dem Areal weiterhin seinen Platz haben.

Mehr Vernetzung für bessere Mobilität
Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Wolfs spielt die Mobilität. Entlang der St. Jakobs-Strasse sind ein Veloweg und ein Busbahnhof vorgesehen. „Für eine bessere Verbindung der bestehenden Quartiere auf beiden Seiten des Gleisfelds ist eine Passerelle für den Langsamverkehr geplant“, schreiben die SBB. Die Zufahrt für die Logistik wird neu organisiert, um das Stadtquartier nicht zu belasten. Zudem ist vorgesehen, für das neue Quartier und die umliegenden Gebiete eine eigene Haltestelle für die S-Bahn zu realisieren.

Arealentwicklung Wolf Basel © SBB

„Smarte“ Urbanität: Blick in den belebten Gewerbehof im neuen Quartier Wolf © SBB

Ab 2024 in Etappen ans Ziel
Bereits jetzt steht das Areal für Pioniernutzungen zur Verfügung. Im nächsten Planungsschritt erarbeitet der Kanton Basel-Stadt und die SBB einen Bebauungsplan. Dieser wird nach der öffentlichen Planauflage dem Grossen Rat voraussichtlich 2020 zur Beschlussfassung vorgelegt. Die ersten Neubauetappen sind momentan ab 2024 vorgesehen. Die Entwicklung des Areals Wolf erfolgte im Rahmen einer kooperativen Planung. „Verschiedene Interessensgruppen brachten vor dem Start des Studienauftrags ihre Bedürfnisse und Überlegungen ein. Ein zweites Mal konnten sie dies zu den Resultaten des Studienauftrags tun. Dieser Dialog wird weitergeführt“, erklären die SBB den Plaungsprozess.

Arealentwicklung Wolf Basel © SBB

Blick vom Zeughaus: Das markante UAG-Gebäude bleibt erhalten © SBB

Grosse Töne: „Smartestes Areal der Schweiz“
Der Wolf soll zum smartesten Areal der Schweiz werden. So sehen das zumindest die Projektverantwortlichen: „Der ganzheitliche Smart-City-Ansatz stellt die Lebensqualität ins Zentrum. Digitale Technologien und die Nutzung von Daten eröffnen dabei neue Möglichkeiten, welche die SBB und der Kanton Basel-Stadt gemeinsam mit Partnern auf dem Areal testen.“ Leerstehende und freiwerdende Flächen werden ab Frühling 2019 genutzt, um im «Smart City Lab» neue Ideen für die Mobilität und Logistik der Zukunft zu entwickeln. Als erstes Element entsteht in einer der Lagerhallen ein Coworking-Space, der flexible Räume und Formate für Austausch und Vernetzung bietet. Auf eine smarte Zukunft!

Quelle / Infos: www.wolf-basel.ch


INFO: Ausstellung Richtprojekt Wolf vom 21. Februar bis 1. März 2019
Das Richtprojekt für das Areal Wolf kann von Donnerstag, 21. Februar 2019 bis Freitag, 1. März 2019 im 3. Stock des UAG-Gebäudes an der St. Jakobs-Strasse 220 auf dem Areal Wolf besichtigt werden. Die Ausstellung ist an Werktagen von 16.30 bis 19.00 Uhr und am Samstag, 23. Februar 2019 von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Am Donnerstag, 28. Februar sind Vertreter von SBB und Kanton Basel-Stadt vor Ort, um Fragen zu beantworten. Der Weg zur Ausstellung ist ausgeschildert.

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