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17.12.25
© Miller & Maranta
Abbruch und Neubau: Bis 2031 steht das neue Heuwaage-Hochhaus
An der Heuwaage steht eine Grossbaustelle bevor. Das 1955 erbaute Hochhaus von Arnold Gfeller wird ab Ende Januar 2026 schrittweise rückgebaut. An seiner Stelle entsteht bis 2031 der Ersatzneubau nach Plänen von Miller & Maranta Architekten.
© Architektur Basel
Die Argumente sind altbekannt: Wie die Bauherrschaft – die Basellandschaftliche Pensionskasse (blpk) in Zusammenarbeit mit der Adimmo AG – festhält, habe das bestehende Gebäude seinen Lebenszyklus überschritten. Eine vertiefte Prüfung habe gezeigt, dass eine Sanierung weder technisch noch wirtschaftlich realisierbar sei. Der kulturelle Wert spielte dabei eine untergeordnete Rolle. Bereits 2017 wurde ein Studienauftrag für einen Neubau durchgeführt, mit dem Ziel, neben der baulichen Erneuerung auch das städtebauliche Potenzial dieses exponierten Standorts auszuloten.
Der Rückbau des Bestands beginnt planmässig Ende Januar 2026 und soll bis Ende desselben Jahres abgeschlossen sein. Erst danach folgt der Aushub der Baugrube; der eigentliche Neubau ist ab 2027 vorgesehen. Die Bauzeit ist lang, die Eingriffe in den Stadtraum entsprechend spürbar. Während der gesamten Bauphase wird die heutige Durchfahrt zwischen Steinenvorstadt und Birsig-Parkplatz für den motorisierten Individualverkehr gesperrt. Die unmittelbar beim Hochhaus gelegenen Parkplätze entfallen aus Sicherheitsgründen. Der Baustellenverkehr wird in enger Abstimmung mit den Behörden organisiert: Die Zufahrt erfolgt über den Birsig-Parkplatz, der Abtransport des Abbruchmaterials über die Steinenvorstadt in Richtung Heuwaage-Viadukt. Trotz aller organisatorischen Massnahmen liessen sich Emissionen und Einschränkungen für die Nachbarschaft nicht vollständig vermeiden, betont die Bauherrschaft.
Visualisierung Ansicht Europaeischer Hof © Miller & Maranta Architekten
Architektonisch setzt der Neubau auf eine markante Figur. Der fünfeckige Grundriss reagiert auf die komplexe stadträumliche Situation. Als hohes Haus zwischen Innenstadt und Quartieren soll der Bau vermitteln, statt zu dominieren. Die gitterartige Fassadenstruktur verleiht dem Volumen eine gewisse Durchlässigkeit und nimmt Bezug auf die historischen Hochpunkte der Basler Altstadt, ohne diese zu imitieren. Besonderes Gewicht erhält das Erdgeschoss. Es ist umlaufend zugänglich und öffnet sich zur Steinenvorstadt mit einem Platzbereich, der als Auftakt für die städtebauliche Entwicklung des gesamten Heuwaage-Areals und des Birsigbogens verstanden wird. Damit rückt der öffentliche Raum ins Zentrum des Projekts – ein bewusster Gegenentwurf zur introvertierten Haltung vieler Hochhäuser der Nachkriegszeit.
© Miller & Maranta
Das Nutzungskonzept folgt einer vertikalen Mischung. Auf 21 Geschossen entstehen insgesamt 66 Mietwohnungen in unterschiedlichen Grössen, ergänzt durch Flächen für Einzelhandel, Gastronomie und Büros. Die Bauherrschaft spricht von zeitgemässen Grundrissen und einer hohen Nutzungsflexibilität. Die Investitionssumme für Rückbau und Neubau beläuft sich auf rund 92 Millionen Franken. Als Totalunternehmerin ist die Allreal Generalunternehmung AG mit der Realisierung betraut. Der Bebauungsplan wurde bereits im Februar 2020 vom Kanton Basel-Stadt verabschiedet.
Wenn alles nach Plan verläuft, soll das neue Hochhaus Anfang 2031 bezugsbereit sein. Dann wird an der Heuwaage nicht nur ein neues Gebäude stehen, sondern ein neu formulierter Stadtraum, der die historische Schwere des Ortes mit einer zeitgenössischen architektonischen Haltung verbindet. Der Abbruch des Bestands markiert damit weniger ein Ende als vielmehr den Beginn eines langjährigen Transformationsprozesses an einer der neuralgischen Stellen der Basler Innenstadt.
Quelle: Medienmitteilung Basellandschaftliche Pensionskasse (blpk) und Adimmo AG