Aktuelles 24.09.26

Übergabe der Petition im Basler Rathaus

Klybeck: Petition mit 1'400 Unterschriften fordert Untersuchung von Chemieabfällen

Es brodelt im Klybeck. Zumindest unter der Oberfläche. Über 1400 Menschen verlangen eine systematische Untersuchung des Untergrunds im Klybeckquartier. Die entsprechende Petition wurde dem Grossen Rat übergeben.

Dass das Klybeckquartier auf Altlasten steht, ist seit Jahrzehnten bekannt. Weniger klar ist, wie gross das Problem tatsächlich ist. Neben dem ehemaligen Produktionsareal der Ciba finden sich offenbar auch unter Strassen und Plätzen Chemierückstände – etwa am Altrheinweg beim Ackermätteli, wo sich heute eine Grünanlage mit Spielplatz befindet. 1980 stiessen Bauarbeiter bei Grabungen für eine Abwasserleitung im Altrheinweg auf Chemiemüll aus der ehemaligen Farbenproduktion der Ciba. Der Aushub wurde als Sonderabfall entsorgt, der übrige belastete Boden blieb liegen. Weitere systematische Untersuchungen folgten nicht.

Das Klybeck zu Beginn des 20. Jahrhunderts © Walter Mittelholzer

Das Klybeck zu Beginn des 20. Jahrhunderts © Walter Mittelholzer

Die Hinterlassenschaften sind Teil einer grösseren Geschichte. Zwischen dem späten 19. Jahrhundert und den 1930er-Jahren wurde das Klybeckquartier mit unterschiedlichen Materialien aufgeschüttet, um es vor Hochwasser der Wiese zu schützen. Neben Schlacken und Bauschutt gelangten dabei auch chemische Abfälle in den Untergrund. Wo genau sie liegen und in welcher Menge, ist bis heute nicht bekannt. Ebenso unklar sind die möglichen gesundheitlichen Risiken für die Quartierbevölkerung. Im Zentrum der Kritik steht das Amt für Umwelt und Energie (AUE). Dieses sieht bislang keinen Anlass, etwa den Bereich an der Ackerstrasse beim Ackermätteli näher zu untersuchen. Auf seiner Website bezeichnet das Amt das Gebiet als «gut untersucht».

© Kanton Basel-Stadt, Rhystadt AG, Swiss Life AG

Die Petition wird von den Ärztinnen und Ärzten für Umweltschutz, Pro Natura Basel, WWF Basel, dem Neutralen Quartierverein Unteres Kleinbasel, Zukunft.Klybeck, der Wohngenossenschaft Klybeck sowie Basta! und den Grünen Basel-Stadt getragen. Für die Initiantinnen und Initianten zeigt gerade die jüngere Geschichte des Klybeckareals, weshalb eine erneute Untersuchung nötig sei. Auf Druck der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz wurden dort zusätzliche Grundwassermessungen durchgeführt. Im April wurde bekannt, dass dabei unter anderem Benzidin – ein hochgiftiger und krebserregender Stoff – über den Grenzwerten nachgewiesen wurde. Das Areal muss deshalb saniert werden; die Quellen der Belastung sollen nun durch die Eigentümer ermittelt werden.

Die Petition fordert nun, den Blick über das ehemalige Fabrikareal hinaus auf das gesamte Quartier zu richten. Denn solange niemand genau weiss, was unter den Strassen, Plätzen und Grünanlagen des Klybecks liegt, bleibt auch die Frage nach dem Umgang mit diesen Altlasten offen. Klärung tut Not.

Quelle: Medienmitteilung Zukunft.Klybeck