Aktuelles 26.05.26

Die umgestaltete Kundenzone © Christ & Gantenbein

BLKB-Hauptsitz in Liestal: Christ & Gantenbein setzen auf Weiterbauen

Er ist mit seinem hellen Naturstein, den charakteristischen 45-Grad-Winkeln und den braunen Metallfenstern offensichtlich ein Kind der 1970er Jahre – und steht vor einem zweiten Leben: Der Hauptsitz der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) in Liestal wird umfassend saniert. Nach rund fünf Jahrzehnten Betriebszeit erreicht der Gebäudekomplex an der Rheinstrasse das Ende seiner technischen Nutzungsdauer. Statt Ersatzneubau setzten Christ & Gantenbein auf Weiterbauen – und verbinden die Erneuerung mit einer stadträumlichen Öffnung sowie einer markanten Erweiterung.

Blick auf den neuen Haupteingang © Christ & Gantenbein

Im Rahmen eines Einladungsverfahrens waren drei Architekturbüros aus der Nordwestschweiz eingeladen worden, Konzepte für die Zukunft des Hauptsitzes zu erarbeiten. Der Vorschlag von Christ & Gantenbein vermochte besonders zu überzeugen. Bemerkenswert ist dabei weniger ein architektonischer Bruch als die bewusste Fortschreibung des Bestehenden. Der Entwurf setzt auf das Weiterbauen der spröden Büroarchitektur der 1970er-Jahre und versucht deren räumliche und geometrische Logik in die Gegenwart zu übersetzen. Die charakteristische Bausubstanz soll weitgehend erhalten bleiben – von der hellen Kalksteinfassade bis zu den Metallfenstern.

Umgestalteter Floragarten © Christ & Gantenbein

Gleichzeitig wird der Gebäudekomplex deutlich transformiert. Sämtliche Gebäudeteile erhalten eine zusätzliche Etage. Die Aufstockungen in Holzbauweise nehmen geometrische Themen des Bestands auf und entwickeln diese weiter. Insgesamt wächst die Hauptnutzfläche um rund 25 Prozent auf künftig rund 12’400 Quadratmeter. Ziel ist es, die heute ausgelagerten Funktionen der Bank wieder an einem Standort zu bündeln.

Grundriss Erdgeschoss © Christ & Gantenbein

Von Bedeutung ist insbesondere die neue Beziehung zur Stadt. Das Erdgeschoss wird stärker öffentlich nutzbar gemacht, neue Durchwegungen sollen das Areal zwischen Bahnhof und Rheinstrassen-Quartier öffnen. Im Zentrum steht die Neugestaltung des sogenannten Floragartens entlang des Florawegs.

Ausschnitt Stadtmodell Liestal mit Blick auf den BLKB-Haupsitz © BLKB

«Unser Ziel ist es, einen spürbaren Mehrwert für die Stadt Liestal, die Bevölkerung und die BLKB zu schaffen. Im Zentrum stehen dabei die Aufwertung des Areals durch neue Durchwegungen und die Umgestaltung des Floragartens, der sich auf der Seite des Florawegs befindet. So schaffen wir attraktive Verbindungen ins Rheinstrassen-Quartier und machen das Areal durchlässig und erlebbar», sagt Architekt Daniel Monheim von Christ & Gantenbein. Auch die Kundenbereiche werden neu organisiert. Die umgestaltete Kundenhalle soll künftig hell und einladend wirken, ergänzt durch offene Aufenthaltszonen und Beratungsräume. Neu wird der Hauptsitz sowohl vom Bahnhof als auch von der Rheinstrasse zugänglich sein.

Co-Working-Bereich mit Kaffeezone © Christ & Gantenbein

Die BLKB spricht von einem Bekenntnis zum ressourcenschonenden Umgang mit bestehender Substanz. Das Gebäude soll künftig die Anforderungen einer SNBS-Gold-Zertifizierung erfüllen und ab 2030 im Betrieb Netto-Null bei den Treibhausgasemissionen erreichen. Neben energetischen Verbesserungen werden auch strukturelle und technische Eingriffe vorgenommen, darunter die Ertüchtigung der Erdbebensicherheit. Mit Investitionen von rund 92 Millionen Franken entsteht in Liestal kein ikonischer Neubau, sondern der Versuch, einem Bestand aus den 1970er-Jahren eine zweite Lebensphase zu geben – und gleichzeitig ein bislang introvertiertes Areal stärker mit der Stadt zu verweben.

Quelle: Medienmitteilung Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB)