Wettbewerbe 02.02.22
Jede Einheit leitet ihr konstruktives System aus ihrer jeweiligen Materialität ab © isla

Jede Einheit leitet ihr konstruktives System aus ihrer jeweiligen Materialität ab © isla

isla gestalten den Basel Pavillon 2022 - ein Pionier für zirkuläres Bauen

Der Sieger steht fest - isla gewinnt den internationalen Wettbewerb für den ersten Basel Pavillon aus wiederverwendeten Bauteilen. Mit ihrem Entwurf «Loggia Baseliana» hat das junge Architekturbüro  die Jury aus anerkannten Expert:innen überzeugt. Der Pavillon wird am 10. Mai im Rahmen der Architekturwoche Basel 2022 auf dem Dreispitz eröffnet. Um Ideen für neue und klimagerechte Architekturansätze zu finden, wurde im Sommer 2021 von der Architekturwoche Basel in Zusammenarbeit mit Architektur Basel ein internationaler Open Call lanciert. Insgesamt wurden 182 Entwürfe eingereicht. Zunächst wählte die Jury sechs Entwürfe aus den Open-Call- Einreichungen in eine engere Auswahl. Zusätzlich wurden acht internationale Teams in einer zweiten Wettbewerbsstufe nominiert. Die insgesamt 14 Teams starteten anfangs Oktober 2021 mit einem Workshop zur Einführung in den Bauteilkatalog und einer Besichtigung des Bauplatzes auf dem südlichen Dreispitz in die zweite und letzte Stufe. Alle Entwürfe und Bauprozesse wurden auf der Basis des Online-Katalogs aus gebrauchten, wiederverwertbaren Bauteilen aus Basel und der Region entwickelt. Anfang Dezember 2021 wählte die Jury «Loggia Baseliana» von isla, Marta Colón de Carvajal und Juan Palencia, den Siegerpavillon.  Der Basel Pavillon ist Pionier in der architektonischen Auseinandersetzung mit klimagerechtem und zirkulärem Bauen: Alle massgeblichen Bauteile der «Loggia Baseliana» – Tonziegel, Holzbohlen und Platten, Stahlprofile, Trapezblech oder Kartonröhren – stammen aus regionalen Rückbauten, die das Fachplanungsbüro Zirkular für den Wettbewerb in einem Bauteilkatalog erfasst hat.
Die «Loggia Baseliana» - eine urbane Veranda © isla

Die «Loggia Baseliana» - eine urbane Veranda © isla

«Der Entwurf von isla nutzt die Gleise, anstatt sie zu ignorieren. Vom schützend-vertrauten Raum des Pavillons umgeben, können Besucher:innen die Industrielandschaft, die sonst als feindlich empfunden wird, in einem neuen Licht wahrnehmen. Der Pavillon kann auch ein Ort der Meditation sein, von dem aus man über den sich verändernden Zustand dieses besonderen Ortes in Basel nachdenken kann.» Chus Martinez, Institut Kunst Gender Natur, Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW

«Der Entwurf von isla nutzt die Gleise, anstatt sie zu ignorieren.» © isla

«Der Entwurf von isla nutzt die Gleise, anstatt sie zu ignorieren.» © isla

Die «Loggia Baseliana» besteht aus bis zu sechs offenen Einheiten aus unterschiedlichen, wiederverwendbaren Bauteilen. Mit formaler Klarheit leitet jede Einheit ihr konstruktives System aus ihrer jeweiligen Materialität ab. Unter einem einfachen Satteldach aus Trapezblech zusammengefasst, bilden die Module entlang der Bahngleise einen durchgehenden Galeriegang von über fünfzig Meter Länge – eine urbane Veranda, die Einblicke in die Vergangenheit und Ausblicke auf die anstehende Transformation zum Stadtquartier eröffnet.  
Jede Einheit leitet ihr konstruktives System aus ihrer jeweiligen Materialität ab © isla

Jede Einheit leitet ihr konstruktives System aus ihrer jeweiligen Materialität ab © isla

«Der architektonische Teil des Projekts umfasst eine grosse Vielfalt an konstruktiven Lösungen und Intelligenz in Bezug auf zirkuläres Bauen. Er kann leicht wachsen oder schrumpfen, aufgebaut und demontiert und vielseitig genutzt werden.» Marina Otero Verzier, Het Nieuwe Instituut Rotterdam, Design Academy Eindhoven

isla ist ein junges Architektur- und Designbüro auf Mallorca, gegründet von Marta Colón de Carvajal und Juan Palencia. Immer ausgehend vom Ort konzentriert sich isla darauf, die Potenziale des Vorhandenen freizulegen, um einen radikal zeitgenössischen Ansatz für jedes Projekt zu entwickeln. Jenseits eines festgelegten Stils oder einer bestimmten Ästhetik erarbeitet isla angemessene Antworten auf den jeweiligen Kontext. Bevor sie ihr eigenes Büro gründeten, lebten und arbeiteten Colón und Palencia mehrere Jahre in Basel. 

«Der lineare öffentliche Raum des Pavillons steht in direkter Beziehung zum Imaginären der Stadt Basel am Kleinbasler Rheinufer, wo sich in den Frühlings- und Sommermonaten alle Bewohner:innen und sozialen Schichten der Stadt treffen.» Marta Colón de Carvajal und Juan Palencia, isla

Die «Loggia Baseliana» - das Kleinbasler Rheinufer auf dem Dreispitz © isla

Die «Loggia Baseliana» - das Kleinbasler Rheinufer auf dem Dreispitz © isla

Im März werden die Module in der Husner AG Holzbau vorgefertigt und ab April auf dem Dreispitz installiert. Zur Fertigstellung startet der Pavillon am 10. Mai als programmatischer Veranstaltungsort der Architekturwoche Basel, die in diesem Jahr unter dem Titel «Reale Räume» erstmals vom 9.–15. Mai stattfindet. Im Rahmen der Architekturwoche Basel 2022 sind zum Pavillon eine Präsentation des Wettbewerbs und eine Ausstellung zu zirkulärem Bauen geplant. Mit einer Laufzeit bis Oktober wird der Pavillon künftig an weiteren Orten auf dem Dreispitz weitergenutzt werden.

Die deutsche Pressemitteilung finden Sie hier. The English press release can be found here.

Den Jurybericht finden Sie hier. Eine ausführliche Wettbewerbsbesprechung und der Jurybericht, inklusive aller 182 Einreichungen für den Open Call, folgen demnächst.