Umnutzung Lohnhof: Vom Gefängnis zum Museum

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Der Lohnhof ist als baulicher Komplex über 1000 Jahre alt. Am Anfang stand hier eine Kirche (1002 n. Chr. gegründet), an die sich weitere Sakralbauten anschlossen. Eingebunden in die Stadtbefestigung diente der Lohnhof unter anderem als Lohnamt des städtischen Bauamtes. 1821 folgte der Erweiterungsbau, welcher von der Polizei zuletzt bis 1995 als Gefängnis genutzt wurde.

Eingangsbereich
Musikmuseum Basel, Morger und Degelo Architekten © Architektur Basel

Mit der erfolgten Umnutzung entstanden Wohnungen, ein Hotel-Restaurant und kulturelle Einrichtungen. In den Räumlichkeiten des ehemaligen Gefängnisses realisierten Morger & Degelo Architekten das Musikmuseum als Teil des „Historischen Museums“. Über einen Vorplatz und zwei Durchgänge betritt man den Gebäudekomplex. Die Verbindung von Hof und Gefängnistrakt gelingt durch einen Einbau, welcher an den ehemaligen Kreuzgang angelegt ist. Ein Brunnen ergänzt den Hof, Tische und Stühle laden zum Verweilen ein.

Ausstellungsraum , Treppenhaus, Musikmuseum Basel, Morger und Degelo Architekten © Architektur Basel

Eine Treppe aus geschliffenem Estrich verbindet die einzelnen Ebenen. Über drei Etagen verteilen sich rund 600m² Ausstellungsfläche. An den Wänden lässt sich an vielen Stellen die Alterung des Gebäudes ablesen. Im Ausstellungsbereich bleibt die Typologie des Gefängnisses weiter ablesbar. In einem breiten, langen Gang finden sich die Exponate  mittig stehend. Drei Lichtschienen an der Decke verstärken die Längsorientierung des Raumes. Ein Fischgraet Holzboden und dunkle Vorhänge vor den Fenstern runden das Raumkonzept ab.

In regelmässigen Abständen finden sich auf der linken Seite des Besuchers schmale Durchgänge. Kaum hoch genug um sie aufrecht durchschreiten zu können, bilden sie den Übergang in die ehemaligen Gefängniszellen. Dabei wurde eine Zelle so erhalten, wie sie den damaligen Bedingungen entsprach.Die kleinen Räume erscheinen reduziert, fast schon in einer kargen Atmosphäre. Dusteres Licht, ein kleines Fenster oben in der Wand als einzige natürliche Lichtquelle. An der Wand befinden sich zudem eingelassene Vitrinen, welche die Exponate in den kleinen Zellen  aufnehmen.

Eine gelungene Umnutzung, welche durch den klugen Umgang mit Bestand und Materialität besticht.


Text und Fotos: Marco Blecher / © Architektur Basel

Quellen:
– Lutz Windhofel, Architekturführer Basel 1980 – 2000, Ein Führer durch die trinationale Stadt, Birkhäuser – Verlag für Architektur, Basel, Bosten, Berlin

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