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28.09.26
© Laurence Ziegler
Basel hat einen Zumthor
Es ist soweit. Basel hat einen Zumthor. Endlich, finden viele. Für die selbsternannte Architekturhauptstadt ist es ein Full-Circle-Moment. Der Meisterarchitekt hatte in seiner Heimat – abgesehen von der Wohnüberbauung in Biel-Benken – bisher keine Spuren hinterlassen. Mit den drei Bauten für die Fondation Beyeler ändert sich das nun fulminant. Wir nehmen euch mit nach Riehen auf einen ersten fotografischen Streifzug.
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Die beschwingten »White Curves« von Ellsworth Kelly im Vordergrund. Dahinter wird Fondation zum Kunst-Campus. Wir blicken vom Piano-Bau in Richtung Westen auf das neue Ensemble. Der eingeschossige «Ammann Pavillon» bietet Platz für kulturelle Veranstaltungen. Dahinter ragt das «Wyss Museum» als Monolith empor.
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Das tönt gut. Die Akustik im «Ammann Pavillon» besticht. Studio-Qualität! Man könnte von einem Klangkörper sprechen. Die hölzernen Oberflächen sorgen für Behaglichkeit. Die Bühne ist ein paar Stufen nach unten versetzt. Man darf sich auf schöne Konzertmomente freuen...
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Das auskragende Dach lädt zum Besuch ein. Die Materialisierung der gebeizten Holzrahmen beziehen sich auf die Fenster der Bestandesbauten. Sexy gutters! Die grosse Kastenrinne wird bei starkem Regen zum wild speienden Wasserfall.
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Wer trommelt da? Frech sitzt der trommelnde Junge des Künstlers Maurizio Cattelan auf dem Dachrand. Ein Hauch Fasnacht à la Beyeler. Humor darf sein. Der Bau wirkt ansonsten äusserst ernsthaft: Die schwere Fassade aus Stampfbeton erhält durch den Jurakalkstein einen gelblich-beigen Ton.
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Zusammen mit dem hölzernen «Torhaus» bildet das Museum einen neuen Platz. Die Dialektik ist offensichtlich: Hier das monolithische, unverrückbare Museum, dort der transparente, filigran-leichte Bürobau.
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Was versteckt sich hinter der eleganten Fassade aus lasierter Eiche? Ein Garagentor. Die Anlieferung des Museums erfolgt über das «Torhaus». Hier können die Lastwagen die Kunstwerke anliefern. Über eine unterirdische Verbindung gelangen sie ins Museum.
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Im Innern angekommen: Die Materialisierung der Ausstellungsräume ist reduziert und kontrastarm. Der Bodenbelag besteht aus einem Terrazzo mit Jurakalkstein-Einlagen. Wie man es von Zumthor kennt: Komplett fugenlos! Der Unterlagsbödeler hat ganze Arbeit geleistet. Risse sind keine ersichtlich. Kreidig sind auch die Wände: Sie sind mit einem Kalkputz versehen. An der Sichtbetondecke hängen mundgeblasene Pendelleuchten, die der Architekt eigens entworfen hat.
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Kaskaden führen aufwärts. Erinnerungen an das Kunsthaus Bregenz kommen auf. Massive Stufen aus Kalkstein leiten in die beiden Obergeschosse. Der feine Handlauf aus Birnbaum liegt gut in der Hand.
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Der Y-förmige Grundriss bildet sich auf jedem Geschoss ab. Neben einem kleinen «Kabinett» funktioniert das Museum auf jeder Etage als ein einziger, offener Raum. Die unterschiedlich gesetzten Fenster sorgen für spezifische Lichtstimmungen und Blickbezüge. Zumthor sagt: «Es gibt hier keine schlechten Ausblicke.»
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Art is king. Die Nebenräume befinden sich in hölzernen Alkoven. Sie üben sich in grösstmöglicher Zurückhaltung. Das dunkel gebeizte Sperrholz wirkt edel – es hat eine rauchige Anmutung.
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Willkommen auf dem stillen Örtchen! Schlichte Waschbecken von Laufen hängen an dunkelgrünen Wänden. Hier lässt es sich gut austreten.
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Zuoberst angekommen! Der Ausstellungsraum im zweiten Obergeschoss ist naturgemäss am hellsten. Hier kann – je nach Witterung und Tageszeit – komplett auf Kunstlicht verzichtet werden. Im Zentrum steht eine wunderbare Skulptur von Brancusi.
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Vor jedem der grossen Fenster, die sich selbst fast als Landschaftsgemälde in die Sammlung einfügen, befindet sich eine gepolsterte Sitzbank, die zum Verweilen oder für ein Nickerchen einlädt.
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Was macht denn hier der Landi Chair? Vom letzten Ausstellungsraum blickt man auf die Terrasse, die das neue Museum krönt. Grosse Kunst kann man am besten an der frischen Luft verarbeiten.
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Terrasse mit Aussicht: Der Blick schweift zurück über das grosse Dach des «Ammann Pavillons» bis Lörrach und weiter in den Schwarzwald.
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Der Rundgang führt über eine unbeheizte Treppe zurück in den Garten. Hier kann man den Stampfbeton anfassen und hat das ultimative Erlebnis der von Zumthor gepredigten «kreidigen Anmutung». Die dreieckigen Wandöffnungen sorgen für ein lebendiges Lichtspiel.
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Jurakalk zum drauf Sitzen: Unten angekommen, lässt es sich auf einer der Bänke, die den Sockel ausbilden, verweilen. Von der Sonne sind sie angenehme vorgewärmt.
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