Projekte 28.09.26
Wyss Museum Fondation Beyeler von Peter Zumthor

© Laurence Ziegler

Basel hat einen Zumthor

Es ist soweit. Basel hat einen Zumthor. Endlich, finden viele. Für die selbsternannte Architekturhauptstadt ist es ein Full-Circle-Moment. Der Meisterarchitekt hatte in seiner Heimat – abgesehen von der Wohnüberbauung in Biel-Benken – bisher keine Spuren hinterlassen. Mit den drei Bauten für die Fondation Beyeler ändert sich das nun fulminant. Wir nehmen euch mit nach Riehen auf einen ersten fotografischen Streifzug.

Wyss Museum Fondation Beyeler von Peter Zumthor

© Laurence Ziegler

Die beschwingten »White Curves« von Ellsworth Kelly im Vordergrund. Dahinter wird Fondation zum Kunst-Campus. Wir blicken vom Piano-Bau in Richtung Westen auf das neue Ensemble. Der eingeschossige «Ammann Pavillon» bietet Platz für kulturelle Veranstaltungen. Dahinter ragt das «Wyss Museum» als Monolith empor.

Wyss Museum Fondation Beyeler von Peter Zumthor

© Laurence Ziegler

Das tönt gut. Die Akustik im «Ammann Pavillon» besticht. Studio-Qualität! Man könnte von einem Klangkörper sprechen. Die hölzernen Oberflächen sorgen für Behaglichkeit. Die Bühne ist ein paar Stufen nach unten versetzt. Man darf sich auf schöne Konzertmomente freuen...

Wyss Museum Fondation Beyeler von Peter Zumthor

© Laurence Ziegler

Das auskragende Dach lädt zum Besuch ein. Die Materialisierung der gebeizten Holzrahmen beziehen sich auf die Fenster der Bestandesbauten. Sexy gutters! Die grosse Kastenrinne wird bei starkem Regen zum wild speienden Wasserfall.

Wyss Museum Fondation Beyeler von Peter Zumthor

© Laurence Ziegler

Wer trommelt da? Frech sitzt der trommelnde Junge des Künstlers Maurizio Cattelan auf dem Dachrand. Ein Hauch Fasnacht à la Beyeler. Humor darf sein. Der Bau wirkt ansonsten äusserst ernsthaft: Die schwere Fassade aus Stampfbeton erhält durch den Jurakalkstein einen gelblich-beigen Ton.

Wyss Museum Fondation Beyeler von Peter Zumthor

© Laurence Ziegler

Zusammen mit dem hölzernen «Torhaus» bildet das Museum einen neuen Platz. Die Dialektik ist offensichtlich: Hier das monolithische, unverrückbare Museum, dort der transparente, filigran-leichte Bürobau.

Wyss Museum Fondation Beyeler von Peter Zumthor

© Laurence Ziegler

Was versteckt sich hinter der eleganten Fassade aus lasierter Eiche? Ein Garagentor. Die Anlieferung des Museums erfolgt über das «Torhaus». Hier können die Lastwagen die Kunstwerke anliefern. Über eine unterirdische Verbindung gelangen sie ins Museum.

Wyss Museum Fondation Beyeler von Peter Zumthor

© Laurence Ziegler

Im Innern angekommen: Die Materialisierung der Ausstellungsräume ist reduziert und kontrastarm. Der Bodenbelag besteht aus einem Terrazzo mit Jurakalkstein-Einlagen. Wie man es von Zumthor kennt: Komplett fugenlos! Der Unterlagsbödeler hat ganze Arbeit geleistet. Risse sind keine ersichtlich. Kreidig sind auch die Wände: Sie sind mit einem Kalkputz versehen. An der Sichtbetondecke hängen mundgeblasene Pendelleuchten, die der Architekt eigens entworfen hat.

Wyss Museum Fondation Beyeler von Peter Zumthor

© Laurence Ziegler

Kaskaden führen aufwärts. Erinnerungen an das Kunsthaus Bregenz kommen auf. Massive Stufen aus Kalkstein leiten in die beiden Obergeschosse. Der feine Handlauf aus Birnbaum liegt gut in der Hand.

Wyss Museum Fondation Beyeler von Peter Zumthor

© Laurence Ziegler

Der Y-förmige Grundriss bildet sich auf jedem Geschoss ab. Neben einem kleinen «Kabinett» funktioniert das Museum auf jeder Etage als ein einziger, offener Raum. Die unterschiedlich gesetzten Fenster sorgen für spezifische Lichtstimmungen und Blickbezüge. Zumthor sagt: «Es gibt hier keine schlechten Ausblicke.»

Wyss Museum Fondation Beyeler von Peter Zumthor

© Laurence Ziegler

Art is king. Die Nebenräume befinden sich in hölzernen Alkoven. Sie üben sich in grösstmöglicher Zurückhaltung. Das dunkel gebeizte Sperrholz wirkt edel – es hat eine rauchige Anmutung.

Wyss Museum Fondation Beyeler von Peter Zumthor

© Laurence Ziegler

Willkommen auf dem stillen Örtchen! Schlichte Waschbecken von Laufen hängen an dunkelgrünen Wänden. Hier lässt es sich gut austreten.

Wyss Museum Fondation Beyeler von Peter Zumthor

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Zuoberst angekommen! Der Ausstellungsraum im zweiten Obergeschoss ist naturgemäss am hellsten. Hier kann – je nach Witterung und Tageszeit – komplett auf Kunstlicht verzichtet werden. Im Zentrum steht eine wunderbare Skulptur von Brancusi.

Wyss Museum Fondation Beyeler von Peter Zumthor

© Laurence Ziegler

Vor jedem der grossen Fenster, die sich selbst fast als Landschaftsgemälde in die Sammlung einfügen, befindet sich eine gepolsterte Sitzbank, die zum Verweilen oder für ein Nickerchen einlädt.

Wyss Museum Fondation Beyeler von Peter Zumthor

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Was macht denn hier der Landi Chair? Vom letzten Ausstellungsraum blickt man auf die Terrasse, die das neue Museum krönt. Grosse Kunst kann man am besten an der frischen Luft verarbeiten.

Wyss Museum Fondation Beyeler von Peter Zumthor

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Terrasse mit Aussicht: Der Blick schweift zurück über das grosse Dach des «Ammann Pavillons» bis Lörrach und weiter in den Schwarzwald.

Wyss Museum Fondation Beyeler von Peter Zumthor

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Der Rundgang führt über eine unbeheizte Treppe zurück in den Garten. Hier kann man den Stampfbeton anfassen und hat das ultimative Erlebnis der von Zumthor gepredigten «kreidigen Anmutung». Die dreieckigen Wandöffnungen sorgen für ein lebendiges Lichtspiel.

Wyss Museum Fondation Beyeler von Peter Zumthor

© Laurence Ziegler

Jurakalk zum drauf Sitzen: Unten angekommen, lässt es sich auf einer der Bänke, die den Sockel ausbilden, verweilen. Von der Sonne sind sie angenehme vorgewärmt.

Wyss Museum Fondation Beyeler von Peter Zumthor

© Laurence Ziegler

Hallo, Spinne! Die gigantische «Maman» von Louise Bourgeois hat es sich im neuen Park gemütlich gemacht. Leider nur für beschränkte Zeit. Nach der grossen Bourgeois-Retrospektive im kommenden Jahr wird sie Riehen wieder verlassen. Nichts ist für ewig. Der Besuch in der erweiterten Fondation Beyeler lohnt sich allemal.


Constellations
26.9.2026–5.9.2027

Montag & Dienstag: geschlossen
Mittwoch: 10–20 Uhr
Donnerstag–Sonntag: 10–18 Uhr

Mit «Constellations» eröffnet die Fondation Beyeler ihr erweitertes Ensemble und bespielt erstmals das neue Museumsgebäude von Peter Zumthor (Wyss Museum) gemeinsam mit dem Museumsbau von Renzo Piano (Beyeler Museum) sowie den erweiterten Park und den renovierten historischen Gebäuden. Die mit rund 230 Werken umfangreichste Sammlungsausstellung in der Geschichte des Museums stellt den Dialog zwischen Kunst, Architektur und Natur ins Zentrum. Vielseitige Räume, Atmosphären und Ausblicke ermöglichen Besuchenden eindrucksvolle Begegnungen mit den Kunstwerken und ihrer Umgebung.