Schulhaus Breite Allschwil | Baselbieter Baukultur #29

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Am Lettenweg in Allschwil gibt es gleich mehrere Schulgebäude. Neben der Schulanlage Gartenhof und Lettenweg ist aus architektonischer Sicht insbesondere das Schulhaus Breite der Architekten Rasser & Vadi erwähnenswert.

Letzte Woche warfen wir einen Blick auf das beim Dorfplatz gelegene Schulhaus Schönenbuchstrasse. Das äussere Erscheinungsbild dieses Gebäudes ist vorallem durch die Fensterbänder und Betonbrüstungen geprägt; das Volumen wirkt als ganzes. Total anders funktioniert hingegen das Schulhaus Breite. Schon von weitem spiegelt die Chromnickelstahl-Fassade im Sonnenlicht und gibt erste Hinweise, nach welchen Prinzipien das Gebäude geplant und gebaut wurde. Ganz nach Mies van der Rohe verwendeten die Architekten Max Rasser und Tibére Vadi vertikale Metallelemente für die Fassade. Mit Ausnahme des gemauerten Toiletten- und Treppenkerns besteht das gesamte Gebäude aus Stahl. Selbst die Decken sind aus Wellblech gefertigt, wenn auch aus statischen Gründen – und vermutlich der Akustik wegen – ausbetoniert.

Schulhaus Breite, Allschwil © Börje Müller Fotografie

Schulhaus Breite, Allschwil © Börje Müller Fotografie

Im Grundriss ergibt sich ein Raster von 8.40 m × 8.40 m für die Schulzimmer auf der West- und Ostseite, wobei die Einteilung aufgrund der Tragstruktur theoretisch flexibel wäre. Neben den zwölf Schulzimmern in den beiden Obergeschossen beinhaltet das Erdgeschoss den Aufenthaltsraum für die Lehrkräfte, das Rektorat und ursprünglich auch eine Abwartwohnung. Ob diese noch existiert, entzieht sich allerdings unserer Kenntnis. Das rationale Grundriss- und Fassadenkonzept erlaubte, wie die Publikation «Bauten im Baselbiet» schreibt eine vergleichsweise kurze Bauzeit. Der dreigeschossige (inkl. Erdgeschoss) Stahlbau sitzt auf einem betonierten Sockel. In den Untergeschossen gibt es weitere Räume.

Spezialtrakt Schulhaus Breite, Allschwil © Architektur Basel

Spezialtrakt Schulhaus Breite, Allschwil © Architektur Basel

Vis-à-vis des Hauptgebäudes findet sich ein kleinerer «Pavillon» in derselben Fassadensprache. Im ebenfalls unterkellerten Spezialtrakt befinden sich Räumlichkeiten zum Musizieren und Singen, zur handwerklichen Betätigung und eine Schulküche. Zwischen den beiden parallel gelegenen Gebäude spannt sich der Pausenplatz auf. Ein von Bäumen gesäumter Fussweg führt von der Feldstrasse im Norden zur Lettenstrasse im Süden und schafft so eine Querverbindung im Quartier.

Schulhaus Breite
Funktion: Schulhaus
Adresse: Feldstrasse 44-46, 4123 Allschwil
Baujahr: 1968/69
Architektur: Rasser & Vadi
Konstruktion: Stahlbau (Erd- und Obergeschosse)
Fassade: Elemente aus Chromnickelstahl


Text:
– Simon Heiniger / Architektur Basel
Fotos:
– © Börje Müller Fotografie
– Simon Heiniger / Architektur Basel
Quellen:
– Hasche, K. & Hanak, M. (2010), Bauten im Baselbiet: eine Architekturgeschichte mit 12 Spaziergängen, Schwabe AG, Basel. ISBN: 978-3-7965-2664-0

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