Frenkendorf und Füllinsdorf liegen an den Hängen zu beiden Seiten des Ergolztals. Als die Schweizerische Centralbahn 1854 die Strecke zwischen Basel und Liestal eröffnete, sollte es noch mehr als hundert Jahre dauern, bis der Bereich um den Bahnhof weiter bebaut wird. Erst nach dem zweiten Weltkrieg stellte sich eine vermehrte Bautätigkeit ein. Seit den Siebzigerjahren schliesslich sind die beiden Ortschaften zusammengewachsen; heute gehen die Bebauungen nahtlos ineinander über. Südlich ist die Siedlung über ein Industriegebiet mit Liestal verwachsen.

Gemeindeverwaltung, Füllinsdorf (bearbeitet), Grundlagen Luftbild © Bundesamt für Landestopografie swisstopo

Gemeindeverwaltung, Füllinsdorf © Simon Heiniger / Architektur Basel
Weiterhin erkennbar sind die Dorfkerne. Während sich jener von Frenkendorf erst am ansteigenden Hügel befindet, liegt der Kern von Füllinsdorf am Hang. Mittelpunkt ist das Gemeindehaus. Das ursprüngliche Bauernhaus ist einer inzwischen verschwundenen Jahreszahl auf dem Scheitelstein des ehemaligen Scheunentors nach 1731 erbaut worden. Zwanzig Jahre danach richtete eine Stiftung im Wohnteil des Bauernhauses eine Schulstube und eine Lehrerwohnung ein. Allerdings konnte die Schule mit der Entwicklung der Ortschaft nicht mithalten, weshalb ab 1874 in einem neuen Schulhaus unterrichtet wurde. Wie genau das Gebäude danach weiterverwendet wurde, ist dem Bericht der Denkmalpflege Baselland nicht zu entnehmen. 1968 ist das Haus schliesslich zu einer Gemeindeverwaltung umgebaut worden. Den Ökonomietrakt nutzte man im Rahmen der Arbeiten zum Erweiterungsbau um.

Gemeindeverwaltung, Füllinsdorf © Simon Heiniger / Architektur Basel
Das städtebaulich an zentraler Lage gelegene Gebäude ist geschützt. Wesentlich für die Wirkung im Strassenraum ist die talseitige, hohe Giebelfassade. Die drei Regelgeschosse werden durch zwei Dachgeschosse ergänzt. Im Giebeldreieck befindet sich eine über ein kleines Vordach geschützte Uhr. Zwei Glocken im Dachreiter komplettieren die Erscheinung. Die Nord- und Westfassade sind reich befenstert. Die Südfassade besteht aus einer Laube. Wohn- und ehemaliger Ökonomieteil sind gestaffelt. Der Zugang befindet sich nördlich via Mitteldorfstrasse.
Text: Simon Heiniger / Architektur Basel
Gemeindehaus Füllinsdorf
Adresse: Mitteldorfstrasse, 4414 Füllinsdorf
Architektur: unbekannt
Baujahr: 1731
Umbau: 1751, 1968
Funktion: Bauernhaus, Schule, Verwaltung
Fotos:
– © Simon Heiniger / Architektur Basel
Karten/Luftbild:
– Bundesamt für Landestopografie swisstopo
Quellen:
– Kantonales Inventar der geschützten Kulturdenkmäler Baselland