Aktuelles 28.09.23

© Steiner AG

Weiterbauen am Aeschenplatz: Das ehemalige UBS-Gebäude beim "Hammering Man" wird dreifach aufgestockt

Es handelt sich um ein eigenartige Blüte der hiesigen Postmoderne: Der ehemalige Sitz des Schweizerischen Bankvereins ist ein architektonischer Sonderling. Der markante Bürobau am Aeschenplatz steht nun vor seiner grundlegenden Transformation: Auf dem Areal des ehemaligen UBS-Gebäudes werden bis ins Jahr 2030 "attraktive Wohn-, Arbeits- und Freizeitflächen" entstehen. Sieben Architekturbüros haben diesen Sommer Entwürfe erarbeitet, um das Gebäude in einen "multifunktionalen, lebendigen Stadtbaustein" zu transformieren. Den Wettbewerb für sich entscheiden konnten Staufer & Hasler Architekten zusammen mit Graser Troxler Architekten.

ehemaliger Schweizerischer Bankverein am Aeschenplatz, 1990 QUelle: ETH-Bildarchiv

Man könnte von einer architektonischen Hassliebe sprechen. Das Bürogebäude am Aeschenplatz mit seiner eigenartigen Natursteinfassade, dem überdimensionierten, kristallin-gläsernen Eingang, den überdimensionierten Pflanztrögen und den braunen Fensterprofilen wird von vielen Basler Architekt:innen mit Naserümpfen bedacht. Das Gebäude am Aeschenplatz 6 wurde Mitte der 1980er-Jahre als Sitz des Schweizerischen Bankvereins erbaut und bis Mitte 2022 von der UBS genutzt. Die Banker in Nadelstreifenanzug sind inzwischen ausgezogen. Mitte 2021 erwarb die Seraina Investment Foundation das Objekt und beauftragte die Steiner AG mit der Immobilienentwicklung. Seit Juli 2022 stehen die Räumlichkeiten für verschiedene Zwischennutzungen zur Verfügung. Mitunter befinden sich Büros von Herzog & de Meuron im markanten Bau. Die zentrale Lage am Aeschenplatz ist dabei ein grosser Vorteil. Die Parzelle umfasst eine Fläche von nahezu zwei Fussballfeldern und ist derzeit mit einem 150 m langen Bürogebäude überbaut. Dieses besteht aus fünf oberirdischen Geschossen und gliedert sich in drei Abschnitte. Die Untergeschosse inklusive der Tiefgarage reichen bis in eine Tiefe von 17 m und erstrecken sich über vier Etagen. Im Auftrag der Seraina Investment Foundation wird die Steiner AG das ehemalige UBS-Gebäude am Aeschenplatz 6 bis 2030 zu einem multifunktionalen, lebendigen Stadtbaustein entwickeln. Die vorgesehene Wohnnutzung soll allen Generationen und Bevölkerungsgruppen Raum bieten. Durch Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe sowie Freizeitangebote werden zusätzlich Arbeitsplätze und vielfältige, interessante Nutzungsstrukturen entstehen. Die Arealentwicklung setzt auf einen zukunftsfähigen, schonenden Umgang mit Bestand und Ressourcen.

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Im Sommer 2023 erarbeiteten sieben Architekturbüros Entwürfe, um das Gebäude in einen multifunktionalen, lebendigen Stadtbaustein zu transformieren. "Die innenstadtnahe Parzelle soll verdichtet und bisher ungenutzte Potentiale ausgeschöpft werden. Es ist eine überzeugende städtebauliche Lösung zu entwickeln, welche die Bestandserhaltung berücksichtigt und eine nachhaltige Bebauung ermöglicht", betont Stefan Gabriel, Head Real Estate Development East der Steiner AG. Im vor kurzem abgeschlossenen Studienauftrag konnte das Projektteam der Staufer & Hasler Architekten (Frauenfeld) und  Graser Troxler Architekten (Zürich) die überzeugendste Lösung aufzeigen. Das Beurteilungsgremium aus Architekt:innen, Landschauftsarchitekt:innen, Vertreter:innen des Kantons Basel-Stadt und der Auftraggeberinnen empfiehlt diesen Entwurf einstimmig zur Weiterbearbeitung.

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Das siegreiche Projekt sieht eine komplette Überformung vor. Der bestehende Gebäudeteil am Aeschenplatz soll um drei Geschosse aufgestockt werden. Es ist erfreulich, dass das Thema des Weiterbauens bei der Jury Anklang fand. Der überzeugende Umgang mit dem Bestand zeichnet das Siegerprojekt aus. Weniger überzeugend ist der architektonische Ausdruck: Die Fassade der Aufstockung wirkt auf der Visualisierung eigenartig generisch. Der architektonische Dialog mit der markanten Gliederung und Tiefe des Bestands vermag (noch) nicht zu überzeugen. Ein Detail ist zudem irritierend: In den grossen Pflanztrögen findet man auf der Visualisierung keine Pflanzen wieder. Ein Versehen? Die Begrünung der Fassade sollte unbedingt erhalten bleiben. Nicht nur wegen dem Stadtklima. Erhalten bleibt dafür der «Hammering Man». Seit 1989 schwingt er unablässig seinen Hammer. Die Skulptur des Künstlers Jonathan Borofsky ist ein bekanntes Wahrzeichen von Basel, die auch mit dem Entwicklungsprojekt erhalten bleiben wird. Wir blicken gespannt auf die weitere Entwicklung des Projekts. Der Zeitplan sieht folgendermassen aus: Das Bebauungsplanverfahren wird voraussichtlich zwischen 2024 und 2025 durchgeführt. Mit Baubeginn wird 2028 gerechnet. Die Vollendung ist bis 2030 vorgesehen. Quelle: Steiner AG

Info Wettbewerbsausstellung Am 30. November ab 18 Uhr werden alle Projektbeiträge im Rahmen einer Vernissage der Öffentlichkeit vorgestellt. Veranstaltungsort ist das Bestandgebäude am Aeschenplatz 6. Die Besucher:innen erreichen die Ausstellung über das gläserne Foyer des Haupteingangs am Aeschenplatz.