Projekte
09.01.22
© Studio AIVA images
Wohnung zu verkaufen: Schöner Wohnen mit Staehelin Meyer am Pappelweg
Zugegeben. Auf den ersten Blick war ich mir nicht ganz sicher. Handelt es sich um einen Umbau? Oder doch um einen Neubau? Das markante Satteldach und die Betonbänder sprechen die Architektursprache der Nachkriegsmoderne. Das ist kein Zufall: Der Neubau bezieht sich auf die bestehende Bebauung aus den späten 1960er-Jahren von Burckhardt Architekten, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet. "Wohnung zu verkaufen", heisst es am Pappelweg. Wir haben uns das Neubauprojekt genauer angeschaut.
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Unmittelbar vor den Toren Basels mit Blick auf die Brüglinger Ebene werden demnächst die Bagger auffahren. Wir befinden uns am beschaulichen Pappelweg in Muttenz. Noch dieses Jahr sollen die Bauarbeiten für das Mehrfamilienhaus mit insgesamt fünf Wohnungen beginnen. Staehelin Meyer Architekten aus Basel entwickeln und planen das Projekt. Die gegen Norden spitz zulaufende, polygonale Parzelle war dabei eine besondere Herausforderung. Eine komplexe Typologie eines ausgeklügelten Dreispänners ist die typologische Antwort darauf.
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Das Haus kann als Amalgam unterschiedlichster Wohntypen gelesen werden: Von einer Kleinwohnung mit zweieinhalb Zimmern bis zum grosszügigen Penthouse mit 7.5 Zimmern. Alle Wohnungen verfügen über grosse Aussenflächen: Seien es Gartensitzplätze im Erdgeschoss oder Balkone in den Obergeschossen. «Die Struktur des Gebäudes ermöglicht flexible Grundrisse, die mit kleinen Eingriffen den individuellen Bedürfnissen der zukünftigen Bewohner angepasst werden können», beschreiben Staehelin Meyer ihr Projekt, wobei die Grundrisse extrem präzise gedacht und entwickelt sind. Der künftigen Bewohnerschaft sei deshalb ans Herz gelegt: Anpassungen bitte nur mit grösster Vorsicht und Zurückhaltung!
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Der architektonischer Ausdruck verbindet hochwertige Materialien und offene Raumabfolgen, die stets den visuellen Bezug zum Aussenraum aufspannen: "Raumhohe Verglasungen generieren in Kombination mit einer filigranen, dunkel lasierten Holzverkleidung allseitig lichtdurchflutete Wohnräume und ergeben wechselnde Bezüge zum Aussenraum. Aus den umlaufenden Betonbändern der Fassade entwickeln sich Balkone, Pergolen, Vordächer und Pflanztröge", beschreiben die ArchitektInnen das Projekt. Insbesondere die Betonlamellen der Balkone verleihen dem Haus einen charakteristischen, kraftvollen Ausdruck. Das Hellgrau des Betons wird von einer dunklen Holzlattung der Wandflächen und grünen Fensterprofilen kontrasiert. Volumetrisch markant inszeniert wird die Liftüberfahrt: Das Betonvolumen zentriert als eine Art grosser Kamin das Haus.
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Die Materalisierung der Innenräume ist mineralisch geprägt: Lasierter Beton an Wänden und Decke wird von einem aufs Korn geschliffenen Anhydritboden ergänzt. Auffallend sind die hochwertigen Schreinerarbeiten: Alle Wohnungen verfügen über zahlreiche Einbauschränke. «Der Einsatz von hochwertigen Materialien folgt einem präzisen Materialkonzept, welches nach Möglichkeit in Zusammenarbeit mit den Architekten den individuellen Wünschen angepasst werden kann», schreiben Staehelin Meyer.
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Das berühmte Haar in der Suppe existiert auch am Pappelweg – und zwar in Form der Tatsache, dass es sich um einen Ersatzneubau handelt. Ein bestehendes Mehrfamilienhaus – und damit viel graue Energie – muss dem Neubau weichen. Ausserdem kommt im Rohbau viel Beton zum Einsatz, was der CO2-Bilanz nicht unbedingt zuträglich ist. Das sind allesamt ökologische Kritikpunkte, die auf einer höheren programmatischen Ebene diskutiert werden müssen. Architektonisch weiss das Projekt zu überzeugen. Und genügt punkto Betriebsenergie den höchsten Anforderungen: Gebaut wird nach Minergie-P-Standard. "Die Kombination aus einer Wärmegewinnung mittels einer Sole-Wasser-Wärmepumpe, einer Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung sowie einer leistungsstarken Photovoltaikanlage zur Eigenstromerzeugung minimiert den ökologischen Fussabdruck und schont vorhandene Ressourcen", heisst es in der Verkaufsbroschüre. Bei einer Bauzeit von rund 18 Monaten ist mit einem Bezug der Wohnungen im Spätsommer 2023 zu rechnen.
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Wohnung zu verkaufen: Schöner Wohnen mit Staehelin Meyer am Pappelweg
Wie viel darf es kosten? Die Preise der Wohnungen erhält man nur auf Anfrage. "Schade", werden alle Gwundernasen in unserer Leserschaft denken. So viel sei gesagt: Die Qualität hat ihren Preis. Die Nachfrage scheint auf jeden Fall da zu sein: Drei der fünf Wohnungen in Stockwerkeigentum sind bereits reserviert. Wer gute Architektur zu schätzen weiss und schöner wohnen möchte, sollte also nicht zu lange warten...
Text: Lukas Gruntz / Architektur Basel