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13.12.22
© Franck Areal
Friendly Takeover von Barbara Buser und Co: Franck-Areal soll zweites Gundeldinger Feld werden
Anfang Jahr schrieben wir an dieser Stelle: "Obwohl die künftige Eigentümerschaft noch nicht bekannt ist, wurde auf dem Areal der Thomy + Franck im Kleinbasel ein Abbruchgesuch eingereicht." Ein konzeptloser "Abbruch auf Vorrat" lautete unsere damalige Befürchtung. Die Reaktion auf unseren Artikel liess nicht lange auf sich warten. Die federführenden Architekten bezeichneten unseren Artikel als "tendenziös und polemisch." Inzwischen ist es Dezember – und wir können an der Horburgstrasse eine überraschende Wende verkünden: Das Areal wird von einer Gruppe rund um Barbara Buser und Eric Honegger übernommen. Entstehen soll ein zweites Gundeldinger Feld, ein neues Kultur-, Startup- und Quartierzentrum. Der Kaufvertrag zwischen Nestlé und der neuen Besitzerin wurde Anfang Monat unterzeichnet. Der Bestand soll dabei weitestgehend erhalten bleiben. "Mit einer lebendigen Vision lanciert die Käuferschaft die operative Arealentwicklung und -öffnung. 2023 zieht unter anderem Impact Hub Basel als erster Mieter ein", heisst es in der Medienmitteilung. Auf dem anderen Geländeteil führt Nestlé ihren bestehenden Produktionsbetrieb fort. Dadurch eröffnet sich eine neue Chance fürs Kleinbasel.
"Im Sinne der Zirkularität im Bau werden die vorhandenen Gebäude, deren Elemente und Materialien weitgehend erhalten, wiederverwendet und umgenutzt."
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"Gestern ein historisches Industrieareal mit Innovationsgeschichte, morgen ein Hub für Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, Kultur und die Quartiergemeinschaft", schreibt die neue Eigentümerin. Dies sei die Vision des Projekts "Franck Areal". Strategisch positioniert zwischen dem neu entstehenden Klybeck- und dem bereits gebauten Erlenmattquartier möchte das Projekt einen Beitrag zur weiteren Entfaltung der zwei Basler Stadtteile leisten. Der zum Verkauf stehende Geländeteil der ehemaligen Thomi + Franck AG, die seit über 50 Jahren zu Nestlé Schweiz gehört, biete dank der Grösse der Fläche, den bestehenden Gebäuden, den Freiflächen und dem Potenzial "für einen Wohnbau vielfältige Entwicklungspotenziale für Ideen und Projekte, die sich gegenseitig bereichern." Entstehen soll beispielsweise ein neues Kultur- und Begegnungszentrum mit dem Schwerpunkt "Tanz und Bewegung" für Jugendliche. Ein zweiter Fokus liege auf dem Thema Kreislaufwirtschaft: "Im Sinne der Zirkularität im Bau werden die vorhandenen Gebäude, deren Elemente und Materialien weitgehend erhalten, wiederverwendet und umgenutzt." Das Areal soll zu einem "Zentrum für Innovation von Startups und Unternehmen" werden, die den Wandel des "linearen Wirtschaftssystems hin zu einer Kreislaufwirtschaft" vorantreiben. Die Ambitionen sind hoch. Daneben auch Konventionelles: Zu einem späteren Zeitpunkt sind auf dem Areal neue Wohnungen geplant.
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Im östlichen Teil des Geländes produziert Nestlé weiterhin Senf und Mayonnaise. Aufgrund der 2019 angekündigten Modernisierung des Standorts Basel bot Nestlé den anderen Teil des Areals zum Verkauf an. Ursprünglich war dazu ein grossmasstäbliche Abbruch vorgesehen. Diese Intention konnte mit dem Verkauf abgewendet werden. Zum Glück. Die Käuferin ist die eigens gegründete "KULTQuartier Immobilien AG" mit den Basler Geschwistern Corinne, Dominik und Gabriel Eckenstein, die das Areal so für eine nachhaltige Zukunft sichern wollen. Sie realisieren dieses Projekt ausserhalb ihrer sonstigen Aktivitäten als private Investition mit Blick auf ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit. "Das Franck Areal wird neue Massstäbe setzen rund umNachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft", freut sich Gabriel Eckenstein. Corinne Eckenstein ergänzt: "Wir wollen einen Ort schaffen für Inspiration, Vielfalt und Gemeinschaft – für die Lebensrealitätenkommender Generationen und für alle, die die Zukunft nachhaltig mitgestalten möchten." Das tönt vielversprechend.
"Da beim Franck Areal der historische Baubestand so weit wie möglich erhalten und das Gebiet überzeugend transformiert werde, werden die hängigen Rekurse betreffend einem früheren Abrissgesuch auf dem Areal zurückgezogen."
© Franck Areal
"Die Investitionsgesellschaft ist offen für weitere Eigner:innen, die eine nachhaltige Investition mitlangfristigem Horizont suchen," schreibt die neue Eigentümerschaft. Mit dieser "Vision" wird das Areal nun im Baurecht an die Franck Areal AG als Betreibergesellschaft übergeben. Diese ist getragen von den EntwicklerInnen des Gundeldinger Felds, Pascal Biedermann, Barbara Buser und Eric Honegger sowie André Moeri, der unter anderem den Verein Impact Hub Basel gründete. Sie werden die Öffnung des Areals mit den Prinzipien Nachhaltigkeit, Kultur, Kreislaufwirtschaft und Stadt umsetzen. "Mit unseren Aktivitäten auf dem Franck Areal sind wir bestrebt, eine echte ‹Stadtrendite›, also möglichst grosse Wirkung für die Allgemeinheit zuerzielen", sagt der designierte Geschäftsführer Pascal Biedermann. Weitere Fachpersonen aus den Bereichen Kultur, Bau, Architektur und Kreislaufwirtschaft unterstützen die Umsetzung. Auch der Neutrale Quartierverein Unteres Kleinbasel hatte bereits früh auf die Chancen hingewiesen, die eine Umnutzung der bestehenden Gebäude bietet.
© Franck Areal
Da beim Franck Areal der historische Baubestand so weit wie möglich erhalten und das Gebiet überzeugend transformiert werde, werden die hängigen Rekurse betreffend einem früheren Abrissgesuch auf dem Areal zurückgezogen, bestätigt Vereinspräsident Samuel Müller. "Das Franck Areal wird die Lebensqualität im Unteren Kleinbasel weit über das Horburgquartier hinaus fördern und auch derEntwicklung der angrenzenden Areale wichtige Impulse verleihen", fügt er hinzu. Bereits am 1. Februar 2023 ziehen erste Mieter im Franck Areal ein: Der neu gegründete gemeinnützige Verein «Kreislauf Haus», der die Kreislaufwirtschaft in der Region aktiv fördern und darüber hinaus vernetzen möchte, sowie der Verein "Impact Hub Basel" mit seinem Netzwerk aus Mitgliedern, Startups und Partner:innen. Ab 2023 sind auch erste kulturelle Zwischennutzungen vorgesehen. Es tut sich also etwas im unteren Kleinbasel. Die Haltung dürfte auch aufs benachbarte Klybeck ausstrahlen.
Quelle: www.franckareal.ch