Aktuelles 01.04.26

© BIG - Bjarke Ingels Group

Herzstück-Befreiungsschlag! Basel erhält neuen Hauptbahnhof

Disclaimer: Der nachfolgende Artikel ist unser Aprilscherz 2026. So viel Humor muss sein.

Schwierig waren die vergangenen Monate. Die Planung der unterirdischen Durchmesserlinie, dem sogenannten «Herzstück», zwischen Basel SBB und Badischem Bahnhof geriet politisch gehörig unter Druck. Die beiden Basler Regierungen reagierten defensiv und mutlos – sie redimensionierten das Projekt massiv. Nun folgt die Überraschung: Esther Keller stellte den Medien eine komplett neue, radikale und vor allem viel günstigere Variante für den Ausbau des Bahnknotens vor. Die Kernidee: Basel erhält bis 2035 einen einzigen Hauptbahnhof mit internationaler Anbindung – und eine umlaufende Ringbahn samt direktem Flughafenanschluss.

Basel Centralbahnhof, 1860 © Anton Heer

Die Gründe sind historisch. Dass Basel als einzige Schweizer Stadt über zwei grosse Bahnhöfe mit internationalen Verbindungen verfügt, hat unter anderem mit der Grenzlage zu tun. Der erste Badische Bahnhof wurde 1855 von den «Grossherzoglichen Badischen Staatseisenbahnen» erbaut. Bereits 1845 errichtete die «Elsässerbahn» der französischen Gesellschaft «Compagnie du chemin de fer de Strasbourg à Bâle (StB)» den ersten Bahnhof auf Stadtgebiet, damals noch innerhalb der Stadtmauern, samt ikonografischem Eisenbahntor von Architekt Melchior Berri. Als Reaktion auf die «ausländische» Bahnerschliessung wurde 1853 die «Schweizerische Centralbahn» (SCB) gegründet, mit dem Zweck, einen Anschluss der Stadt Basel an die Wirtschaftszentren der Mittellandkantone herzustellen. Am 4. Juni 1860 wurde der Bahnbetrieb im neuen Basler «Centralbahnhof», dem heutigen Bahnhof SBB, aufgenommen. Dass der Bahnknoten Basel bis heute planerisch ein unvollendetes Flickwerk ist, gründet in den rivalisierenden Bahngesellschaften des 19. Jahrhunderts.

© Konsortium Bahnknoten Basel

Rund 180 Jahre nach dem Bau des ersten Basler Bahnhofs gelingt nun endlich der Befreiungsschlag. Bundesrat Albert Rösti konnte mit Patrick Schnieder, deutschem Bundesminister für Verkehr, Ende März den notwendigen Staatsvertrag unterzeichnen. Darin wurde festgehalten, dass der Badische Bahnhof bis 2035 in den Besitz der Eidgenossenschaft übergeht. Im Gegenzug erhält die Deutsche Bahn weitreichende Konzessionen zur Nutzung des Schweizer Schienennetzes, insbesondere was den Güterverkehr anbelangt. «Ein guter Deal! Der für den Bahnknoten Basel grosse Bedeutung hat», lässt sich Rösti zitieren. Die Übernahme des Bahnhofs durch die SBB macht den Weg für die sogenannte «Variante Ring» frei. Die Innenstadt soll künftig durch eine effiziente Ringbahn erschlossen werden. «Wir liessen uns dabei von der Yamanote-Linie in Tokyo inspirieren», erklärte die sichtlich stolze Baudirektorin Esther Keller an der Medienkonferenz: «Die zusätzlichen Stationen der Ringbahn, namentlich Klybeck, Allschwil oder Birsfelden, korrespondieren mit unserer Vision einer polyzentrischen Stadtentwicklung.» Ebenso ist der Bahnanschluss an den EuroAirport vorgesehen. Durch den Verzicht auf die teure Tunnelführung und den Ausbau beim Bahnhof SBB fällt die Variante rund 650 Millionen günstiger aus – und lässt sich bis 2035 realisieren.

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Die Idee einer Ringbahn ist nicht neu: Bereits 2017 wurde sie in der Studie zum «Bahnknoten Basel» als Lösung in Betracht gezogen. Darin schnitt die «Variante Ring 4» in der vergleichenden Betrachtung nur unwesentlich schlechter als die Varianten mit unterirdischem «Herzstück» ab. Aus politischen Gründen wurde sie damals nicht weiterverfolgt. Man wollte das ingenieurtechnische Prestigeprojekt der Durchmesserlinie nicht aufgeben. Neu ist hingegen die Idee, dass Basel künftig nur noch über einen Hauptbahnhof verfügt. «Das gestaltet die Abwicklung der internationalen Zugverbindungen deutlich effizienter», erklärt Bundesrat Rösti. Damit könne die Kapazität signifikant erhöht werden. Geplant sei zudem der Spurausbau zwischen heutigem Badischem Bahnhof und St. Jakob. Gleichzeitig erfährt der heutige Bahnhof SBB eine «Degradierung» zum reinen Regionalbahnhof, der vor allem Pendlern aus der Agglomeration dient. Neu soll er «Basel Central» heissen – eine Anspielung auf seine Ursprünge als «Centralbahnhof».

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Im Gegenzug erfährt der Badische Bahnhof einen massiven Ausbau – zum künftigen Basler Hauptbahnhof. Er öffnet sich beidseitig zu den Quartieren Rosental und Hirzbrunnen und erhält drei flankierende Hochhäuser, die hauptsächlich Hotel- und Büroflächen beherbergen. Im Rahmen eines internationalen Architekturwettbewerbs wurde das passende Projekt gesucht. Namhafte Büros wie Smiljan Radic, OMA, Liu Jiakun, Bruther sowie die Lokalmatadoren Herzog & de Meuron nahmen daran teil. Der siegreiche Entwurf stammt aus der Feder von BIG – Bjarke Ingels Group. Er sieht über den Bahnsteigen eine organische, gläserne Kuppel samt lichtdurchlässigen Photovoltaik-Modulen vor. Die organische Formensprache findet ihre Fortführung in den drei «identitätsstiftenden» Hochhäusern, die den künftigen Hauptbahnhof im Stadtraum verorten. «Das Siegerprojekt nimmt die formale Sprache des Badischen Bahnhofs von Karl Moser äusserst virtuos auf. Die konkaven Formen überträgt es gekonnt in die Volumetrie der Hochhäuser, die sich stimmig ins Stadtbild einfügen. Weiterbauen im besten Wortsinn!», lobt Jurypräsident Matthias Ackermann das Projekt von Bjarke Ingels. Der dänische Stararchitekt sagte an der Medienkonferenz in Basel: «Die drei Hochhäuser leisten einen Beitrag zur Stadtrendite. Auf den Dächern befinden sich öffentliche ‘Pocket Parks’. Die Aussicht über die Stadtkulisse soll nicht exklusiv sein. Davon bin ich überzeugt.» Die neuen Pläne für den Bahnknoten haben unmittelbare politische Auswirkungen: Die kantonale Abstimmung am 14. Juni 2026 über die unterirdische Durchmesserlinie gerät zur Farce. Die PdA hatte das Referendum ergriffen. Die Kleinstpartei schreibt in einer Medienmitteilung: «Unser Referendum hat seine Wirkung erzielt! Das grössenwahnsinnige Projekt einer Durchmesserlinie konnte gebodigt werden. Es ist erfreulich, dass keine weiteren Milliardenbeiträge für eine sinnlose und realitätsferne Planung verschwendet werden. Venceremos!» Tatsächlich ist die Planung eines einzigen Basler Hauptbahnhofs ein überraschender – und kluger strategischer Entscheid. Dass die Stadt am Rheinknie damit auch eine weitere Ikone eines renommierten Stararchitekten erhält, ist ein netter Nebeneffekt. Artikel: Richard Meier WICHTIGER HINWEIS: Der vorliegende Artikel kann Spuren von Satire enthalten. Bei Fragen oder Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihren Sinn für Humor oder konsultieren Sie das Erscheinungsdatum.


Wettbewerbsausstellung

Der Wettbewerb wird vom 02. bis 12. April 2026 im Gare du Nord an der Schwarzwaldallee 200 öffentlich ausgestellt.

© Kanton Basel-Stadt

Vernissage: 01.04.2026, 18.00-20.00 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr)

Öffnungszeiten Ausstellung: Montag bis Freitag von 17 – 20 Uhr Samstag/Sonntag von 14 – 18 Uhr