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01.12.25
© Herzog & de Meuron
«Prisma» in Birsfelden: Herzog & de Meuron präsentieren Hochhaus
Birsfelden will hoch hinaus. Blätzbums mausert sich zur Skyscrapercity. Die Gemeinde stellt die Weichen für die nächste Etappe seiner vertikalen Verdichtung: Mit dem Mitwirkungsverfahrens zur Quartierplanung «Prisma» liegt ein weiterer Hochhausvorschlag vor. Ein 86 Meter hoher Wohnturm von Herzog & de Meuron soll auf der Parzelle des heutigen Coop zwischen Hauptstrasse und Birs entstehen – als unmittelbarer Nachbar des bereits genehmigten 100-Meter-Holzturms von Christ & Gantenbein.
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Gemeindepräsident Christof Hiltmann präsentierte vergangenen Donnerstag die Pläne für den Quartierplan «Prisma». Das 86 Meter hohe Hochhaus aus der Feder von Herzog & de Meuron thront auf drei Sockelbauten – darunter das neue Wohnheim und das namensgebende «Prisma», das den Zugang zum neuen, unterirdischen Coop markiert. Der Turm balanciert regelrecht auf diesen Baukörpern: eine statische Meisterleistung, die kaum im Sinne eines effizienten Lastabtrags einer Holzstruktur ist.
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Die Coop-Filiale soll am Standort erhalten bleiben, jedoch vergrössert und ins Untergeschoss verlegt. Damit entsteht auf Strassenniveau Raum für publikumsorientierte Nutzungen. Direkt an der Hauptstrasse, bei der bestehenden Tramwartehalle, ist ein kleiner Platz mit einem kreisrunden Brunnen vorgesehen – ein kleiner Aufenthaltsort, der dem verdichteten Ensemble ein wenig Luft verschafft.
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Mit einer Geschossfläche von rund 700 Quadratmetern pro Etage entsteht ein stattliches Turmvolumen, dessen Fassaden in den Visualisierungen etwas glatt wirken. Insbesondere die Untersicht des über den Platz auskragenden Turms wirft Fragen auf: Welches Material kommt hier zum Einsatz? Die Abbildungen zeigen eine scheinbar fugenlose Oberfläche, die zwar elegant glänzend wirkt, aber auch recht generisch. Zusammen mit dem hohen Glasanteil stellt sich zudem die Frage nach dem sommerlichen Wärmeschutz: Grossflächige Verglasungen erfordern in heissen Monaten einen hohen technischen Aufwand, um den Wohnkomfort zu gewährleisten.
© Herzog & de Meuron
Unmittelbar daneben entsteht das bereits weiter fortgeschrittene Hochhaus von Christ & Gantenbein. Mit 101 Metern wird es den neuen Turm sogar überragen. Gemeinsam bilden die beiden Bauten ein weithin sichtbares Ensemble, das gewissermassen ein neues Tor zum Zentrum von Birsfelden definiert und die Hauptstrasse städtebaulich stärker fasst.
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Das Projekt Prisma verspricht grosszügige Grün- und Freiflächen am Birsufer. Die Integration des Wohnheims Haus Birsstegweg – ein Verein, der chronisch kranken und körperbehinderten Menschen ein Zuhause bietet – ermöglicht es, das Ufer als naturnahen Park für die Bevölkerung zugänglich zu machen. Doch ein Wermutstropfen bleibt: Das bestehende Wohnheim mit seiner markanten roten Holzfassade verschwindet. Ein baukultureller Verlust, denn es war ein sichtbarer Farbtupfer und ein identitätsstiftender Baustein am Wasser. Wo heute die rote Fassade steht, soll künftig eine kleine Parkanlage entstehen.
Haus Birsstegweg © Nussbaumer Trüssel
Geplant sind im neuen Turm zwischen 160 und 180 Wohnungen in verschiedenen Preissegmenten, 128 unterirdische Autoabstellplätze und insgesamt 400 Veloabstellplätze – eine bemerkenswerte Dichte. Die aktuelle architektonische Sprache des Projekts ist (noch) schwer greifbar. Die tetrisartige Eck-Gliederung der umlaufenden Balkone erzeugen eine gewisse Austauschbarkeit. Man fragt sich, ob ein Ort wie Birsfelden – geprägt vom Fluss, der Hauptstrasse, dem industriellen Erbe – nicht eine spezifischere, lokal verankerte architektonische Antwort verdient hätte.
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Bis Ende Januar 2026 kann die Bevölkerung im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens zum Quartierplan Prisma Stellung nehmen. Im Sommer 2026 soll die Gemeindeversammlung über das Projekt entscheiden. Die Investoren planen eine Realisierungszeit von drei bis fünf Jahren. Mit den beiden neuen Türmen setzt Birsfelden zweifellos ein starkes Zeichen. Ob die Projekte auch langfristig zu Identität, Stadtrendite und Lebensqualität beitragen, bleibt hingegen offen.
Quelle: Medienmitteilung Gemeinde Birsfelden