Allg. Gewerbeschule und Schule für Gestaltung | Basler Baukultur entdecken. No 33

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Die als Allgemeine Gewerbeschule für die gewerblichen und kunstgewerblichen Berufe errichtete Anlage gehört zu den herausragenden Schweizer Schulbauten der Nachkriegsmoderne. Überzeugend umgesetzt ist das Konzept der nach Funktionen gegliederten Einheit von Bauten mit differenziertem Erscheinungsbild. Die beiden Hauptgebäude stehen L-förmig zueinander. Durch die Orientierung der Räume des grösseren kunstgewerblichen Trakts nach Nordosten wird dessen Hauptseite durch die schmalen Fensterbänder der Korridore geprägt. Fenster normaler Grösse besitzen die Längsseiten des zweibündig angelegten Trakts der gewerblichen Abteilung. Einheitlich sind die Öffnung der Erdgeschosse und der Farbkontrast der verwendeten Materialien (vorfabrizierte Betonplatten, Fenster mit anthrazitfarbenem Anstrich). Akzente werden durch das von einer einzigen Mittelstütze getragene Vordach des Haupteingangs und durch den Aktzeichensaal auf dem Dach des kunstgewerblichen Trakts gesetzt. Die ganz auf Stützen gestellte Aula bildet das Verbindungsglied zwischen den Haupttrakten. Ihr gegenüber steht die Maurerhalle, die mit ihrem Decken und Wandfaltwerk das am stärksten individualisierte Gebäude ist. Mittelpunkt des durch die vier Bauten gebildeten Pausenhofs ist die 8 m hohe Betonstele von Hans Arp, in der das Grundmodul von 4 m der vorfabrizierten Betonplatten der Fassadenverkleidung ebenso enthalten ist wie in der Sitzpyramide von Armin Hoffmann und den Bodenplatten. Eine Fläche vergleichbarer Grösse besetzt der fünfte Gebäudetyp der Anlage, repräsentiert durch die vier niederen Werkstätten auf der Rückseite des Gewerbetrakts, verbunden mit diesem über gedeckte Gänge. Sie orientieren sich in Form und Materialität an der Industriearchitektur. Auch hier tritt die Form als Interpretation der Funktion in Erscheinung.

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Funktion: Schule
Adresse: Vogelsangstrasse 15
Bauzeit: 1956 – 61
Architekten: Hermann Baur mit Franz Bräuning und Arthur Dürig
(Werkstätten) und Hans Peter Baur (Maurerhalle)

Quelle: Faltblatt „Baukultur entdecken“ / Schweizer Heimatschutz
Foto: © Bruno Thüring (Denkmalpflege Basel-Stadt)

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